Autor Thema: Raucherlokal statt Rauchfreiheit? Bis zum erledigten Umbauantrag: RAUCHFREI!  (Gelesen 5410 mal)

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Von: Birbaumer Oliver [mailto:oliver.birbaumer@wien.gv.at]
Gesendet: Dienstag, 19. Oktober 2010 18:23
An: krebspatient-krebsforum *EXTERN*
Betreff: AW: Nichtraucherschutz - Tabakgesetz

Sehr geehrter Herr Erlacher!
 
Die Verfahren zur Genehmigung von Umbauarbeiten werden in Wien von der Baupolizei (Magistratsabteilung 37) geführt. Seitens der Magistratischen Bezirksämter kann daher über die Zahl der diesbezüglich noch anhängigen Verfahren keine Auskunft gegeben werden. Allerdings spielt es bei der Beurteilung, ob in einem Gastgewerbebetrieb geraucht werden darf oder nicht, keine Rolle, ob das auf Grund der Übergangsvorschrift des § 18 Abs. 6 und 7 Tabakgesetz bis zum 31.12.2008 anhängig gemachte Verfahren noch nicht bescheidmäßig abgeschlossen ist.
 
Seit 1.7.2010 müssen die gastronomischen Betriebe jedenfalls entweder über abgetrennte Raucherräume verfügen oder als Nichtraucherbetriebe geführt werden. Deren Inhaber/innen können sich nicht mehr auf "anhängige Verfahren" berufen. Es kann natürlich sein, dass sich die Lokalbesitzer/innen mit noch nicht abgeschlossenen Verfahren bzw. "untätigen Behörden"  rechtfertigen (wie dies bekanntlich von verschiedenen Seiten häufiger geschieht), es ändert aber nichts daran, dass es bei einer Verletzung der Obliegenheitspflichten des § 13c Tabakgesetz zu einer Bestrafung kommt, wenn eine gesetzeskonforme Abtrennung von Raucher- und Nichtraucherbereichen nicht vorliegt.
 

Mit freundlichen Grüßen
Mag. Oliver Birbaumer
 
 
________________________________________
Von: krebspatient-krebsforum *EXTERN* [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Freitag, 15. Oktober 2010 21:36
An: Birbaumer Oliver
Cc: alois.stoeger@bmg.gv.at; franz.pietsch@bmg.gv.at; Häupl Michael; Wehsely Sonja
Betreff: Nichtraucherschutz - Tabakgesetz

Sehr geehrter Herr Mag. Birbaumer,

wie viele Fälle gibt es in Wien, wo bis 31.12.08 um Umbaumaßnahmen lt. TG. angesucht wurde und bis heute kein Bescheid erging?

Ist es möglich, dass auch nach dem 31.12.08 solche Ansuchen und jene betreffend „Denkmalschutz“ vom Magistrat behandelt werden, aber zwischenzeitlich geraucht werden kann?

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Erlacher, KR.


            
                              K f K
      Verein Krebspatienten für Krebspatienten
    Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                           Österreich
   Wien, St. Pölten, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
Initiative Rauchfreie Gaststätten www.sis.info
     Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
 Krebs-Hotline 9 bis 21 Uhr:  0650-577-2395
   kontakt@krebspatient.at  www.krebsforum.at
         Dietmar Erlacher, Bundesobmann
« Letzte Änderung: Dezember 27, 2010, 15:40:59 Nachmittag von admin »


Daher noch mehr (anonyme) ANZEIGEN durch couragierte Bürger in Österreich, laut

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Hawelka - Nicht des Denkmalschutzes würdig!
« Antwort #1 am: Januar 15, 2011, 00:23:03 Vormittag »
Schon Hollywoodstars wie Richard Burton und Grace Kelly, Bildhauer Alfred Hrdlicka oder Altbundeskanzler Fred Sinowatz schlürften im Café Hawelka ihren Kaffee und ließen dabei genüsslich Rauchwolken aufsteigen.

Damit ist es seit Mittwoch vorbei. Denn das von der Familie gestellte Ansuchen auf "Denkmalschutz des Ambientes" wurde abgelehnt. Rauchverbot ist angesagt. Im 1939 eröffneten Traditionscafé in der Wiener City riecht es plötzlich stark nach gerösteten Kaffeebohnen und Putzmittel. Rauchschwaden und volle Aschenbecher sind Geschichte.

Günter Hawelka, 71, ältester Sohn der Kaffeesieder-Dynastie, nimmt's mit einem Augenzwinkern: "Ich hab das erst heute aus der Zeitung erfahren. Aber das Geschäft geht auch so."

Trotzdem folgt Kritik an den Behörden: "In einem so historischen Lokal das Rauchen zu verbieten sehe ich als Kulturfrevel." Sollten wir am Abend viele Raucher im Lokal haben, dann hänge ich einfach das Schild ,Geschlossene Gesellschaft' raus und schon wird geraucht. Die Nichtraucher frage ich vorher aber schon." Es lebe der Wiener Schmäh. So sahen das auch die Gäste (siehe Befragung). Wirtschaftlich betrachtet erwartet Hawelka keine Einbußen: "Wir haben im Sommer den Schanigarten. Und im Winter muss man halt in unser kleines Foyer oder auf die Straße qualmen gehen. Und Touristen aus dem Ausland sind es gewohnt, dass ein generelles Rauchverbot besteht."

Ist Herr Hawelka eigentlich enttäuscht, dass gerade sein Café - es wird in jedem Stadtführer empfohlen - nicht zu den vier denkmalgeschützten Kaffeehäusern Wiens (Prückel, Sperl, Ritter, Landtmann) zählt? "Eigentlich ist mir das wurscht. Die Begründung des Denkmalamtes aber ärgert mich."

Zu wenig Substanz
Denn Landeskonservator Friedrich Dahn erklärte, dass die Einrichtung kulturhistorisch zu wenig Substanz hätte. Noch im Dezember 2010 galt der Denkmalschutz für das Hawelka als sicher.
Sonja und Norbert (Oberösterreich)

"In Restaurants muss die Zigarette ja wirklich nicht sein. Im Kaffeehaus, noch dazu in einem Traditionshaus wie hier, gehört das Rauchen dazu. Ja, wir rauchen auch und sind das erste Mal hier. Es ist zwar keine Tragödie, aber es ist eine kleine Enttäuschung, dass wir uns zurückhalten müssen. Der Kaffee ist wunderbar, aber die Zigarette dazu fehlt uns schon."
Riccarda und Klaus (Vorarlberg)

"Wir sind beide Raucher und uns stört, dass wir hier nicht rauchen dürfen. Das gehört doch zur Gemütlichkeit eines Wiener Kaffeehauses dazu. Natürlich waren wir schon draußen und haben uns eine angezündet. Zum Kaffeegenuss gehört ganz einfach die Zigarette. Wir sind das erste Mal hier und finden das Verbot hier eigentlich als Enttäuschung. Wir gehen jetzt eine rauchen."
Franz und Christine (Steiermark)

"Wir rauchen beide nicht, verstehen aber die verärgerten Raucher sehr gut. Man kann ja nicht alles in unserem Land verbieten. Wenn das Schule macht, dann dürfen wir in Zukunft kein Bier mehr trinken, weil da ist man dann betrunken. Und wenn wir ein Schnitzerl oder einen Schweinsbraten essen, dann steigt unser Cholesterinspiegel. Das ist doch ein schlechter Witz."

LETZTES UPDATE AM 13.01.2011, 19:47 DRUCKENSENDENLESERBRIEFKOMMENTIEREN
Artikel vom 13.01.2011 16:00    | KURIER | Michael Berger    |

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Der O R F  meint:

http://wien.orf.at/stories/492600/

u. a.

"Die kulturhistorische Bedeutung des Cafes ist unbestritten", so der Landeskonservator.

Allerdings sei diese Bedeutung im Kaffeehaus nicht "dinghaft manifest" - also etwa in Form von wertvollen Originalmöbeln oder innenarchitektonischer Besonderheiten erkennbar.

Deshalb entschied sich das Bundesdenkmalamt (BDA) letztendlich gegen eine Unterschutzstellung. Dahm betonte, dass die Entscheidung auf der Grundlage eingehender Recherchen erfolgt sei. Die Kriterien für den Erhalt des Denkmalstatus lägen generell sehr hoch, gab er zu bedenken.

In Wien sind derzeit nur vier Kaffeehäuser unter Denkmalschutz gestellt. Neben dem Cafe Prückel und Sperl sind dies das Cafe Ritter in der Mariahilfer Straße und das Landtmann.



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Hr. Hawelka! Wir haben Fasching, geh, bei Ihren Aussagen!
« Antwort #2 am: Januar 15, 2011, 00:25:30 Vormittag »

Ankündigung von Gesetzesbruch:


Trotzdem folgt Kritik an den Behörden: "In einem so historischen Lokal das Rauchen zu verbieten sehe ich als Kulturfrevel." Sollten wir am Abend viele Raucher im Lokal haben,

dann hänge ich einfach das Schild ,Geschlossene Gesellschaft' raus und schon wird geraucht.
Die Nichtraucher frage ich vorher aber schon." Es lebe der Wiener Schmäh.

So sahen das auch die Gäste (siehe Befragung).

Wirtschaftlich betrachtet erwartet Hawelka keine Einbußen: "Wir haben im Sommer den Schanigarten. Und im Winter muss man halt in unser kleines Foyer oder auf die Straße qualmen gehen. Und

Touristen aus dem Ausland sind es gewohnt, dass ein generelles Rauchverbot besteht."


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Hawelka - kein Denkmalschutz - weiterhin rauchfrei!
« Antwort #3 am: Februar 02, 2011, 00:56:00 Vormittag »
Rauchen für den Denkmalschutz

Von Judith Belfkih

http://www.wienerzeitung.at/default.aspx?tabID=4152&alias=wzo&cob=538211

Das Hawelka bleibt rauchfrei. Entschieden hat das das Denkmalamt. Es hat verkündet, das Wiener Kaffeehaus mit der dunklen Rauch und Kaffee-Patina an den Wänden nicht unter Denkmalschutz zu stellen. Begründung: Es gebe keine wertvollen Originalmöbel oder innenarchitektonische Besonderheiten. Die Patina und die herrlichen Buchteln zählen da scheinbar nicht.

An sich noch kein Drama. Eine Institution kann ja auch von sich aus eine bleiben. Und dass das Hawelka schützenswert ist, scheint auch der dritten Betreibergeneration bewusst. Und doch bedeutet die Entscheidung des Denkmalamtes das Aus für das legendäre Künstlertreff – zumindest in heutiger Form.

Das gesetzliche Rauchverbot war nämlich der Grund für die Familie Hawelka gewesen, Denkmalschutz zu beantragen. Mit einer solchen Schutzstellung hätte man das Rauchverbot lockern können, da das Trennen des Gastraumes dann nicht erlaubt gewesen wäre. Um die Umsatzausfälle durch ausbleibende Raucher zu kompensieren, denkt die Familie nun an den Anbau eines Wintergartens, in dem geraucht werden darf. Doch ein umgebautes Hawelka wäre definitiv nicht mehr das Hawelka.

Und ein Schicksal wie dem Cafe Museum, das nach der gescheiterten Renovierung zur mittlerweile erneut umgebauten Touristenattraktion verkommen war, ist dem Hawelka nicht zu wünschen. Und den Wienern auch nicht.


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Gesunde Luft

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Cafe Hawelka verzichtet auf Ruhetag
« Antwort #4 am: Februar 09, 2011, 14:45:34 Nachmittag »


Cafe Hawelka verzichtet auf Ruhetag


http://wien.orf.at/stories/497975/

Jahrelang hat das Cafe Hawelka am Dienstag einen Ruhetag eingelegt. Seit kurzem ist der Familienbetrieb täglich geöffnet. Damit sollen Einnahmeverluste durch das Rauchverbot ausgeglichen werden.
Eine Trennwand wird im Cafe nicht errichtet.

Denkmalschutz wurde abgelehnt
Seit Auslaufen der Übergangsfrist im Juli 2010 darf im Cafe Hawelka nicht mehr geraucht werden. Eine Trennwand zur Abgrenzung zwischen einem Raucher- und Nichtraucherbereich lehnte die Familie Hawelka ab.

Der Denkmalschutz, mit dem das Rauchverbot umgangen worden wäre, wurde Mitte Jänner vom Bundesdenkmalamt abgelehnt. Damit bleibt nun keine Möglichkeit mehr, das Rauchen im Cafe zu erlauben.
Einnahmenverluste an den Abenden
"Am Wochenende sind wir gut besucht, aber gerade unter der Woche spürt man am Abend einen großen Unterschied zu früher", beklagte Michael Hawelka, Lokalchef und Enkel des Kaffeehausgründers Leopold Hawelka.

Den Ruhetag aufzugeben, zahle sich aus. Außerdem hat das Cafe das Mehlspeisenangebot erweitert, um mehr Gäste anzulocken.
 
Bau eines Wintergartens wird überlegt
Noch im Projektstadium ist der Bau eines gläsernen Wintergartens. Dieser könnte dort entstehen, wo sich in den Sommermonaten der Schanigarten befindet.

Der Wintergarten würde allerdings einen hohen fünf- oder niedrigen sechsstelligen Betrag kosten, schätzt Hawelka. Deshalb wird die endgültige Entscheidung für oder gegen einen Bau erst in den Sommermonaten fallen.