Autor Thema: Medienvertreter: "Rauchsheriff Erlacher im Interview"  (Gelesen 4197 mal)

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Medienvertreter: "Rauchsheriff Erlacher im Interview"
« am: August 08, 2010, 12:28:53 Nachmittag »
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Samstag, 07. August 2010 09:39
An:
Betreff: Für Medienvertreter - Interview mit Rauchsheriff Dietmar Erlacher nach BM. Stöger Erlass

Sehr geehrte Damen und Herren!

Anbei einige wichtige Punkte die ich Ihnen gerne zum „Erlass“ von Minister Stöger mitteilen möchte.
Ich setze mich mit vielen Sympathisanten selbstlos und gemeinnützig Österreichweit für chronisch Kranke (speziell Krebspatienten) und den Nichtraucherschutz ein. Die Bevölkerung soll nun erfahren, dass auch nach dem 1.7.2010 kein Nichtraucherschutz erwartet werden kann. Fragen und Antworten finden Sie im Anhang und auf www.sis.info , auch stehe ich Ihnen gerne zu weiteren Fragen zur Verfügung.

Es ist mir auch wichtig, dass manche Behauptungen von Herrn Komm.R. Hinterleitner (oberster WKO-Gastrochef) nicht unwidersprochen bleiben; ein kurzer Spaziergang in den Einkaufszentren („Rauchfrei“ seit 2005!) und Einkaufsstraßen („Rauchfrei“ seit 1.1.2009) wird Sie davon überzeugen. Weshalb sollte ein Gesetz jetzt plötzlich funktionieren, nachdem es dort schon seit Jahren nicht funktioniert?
Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Erlacher, Wien-Innsbruck
Anlage

            
                              K f K
      Verein Krebspatienten für Krebspatienten
    Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                           Österreich
          Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
Initiative Rauchfreie Gaststätten www.sis.info
     Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
 Krebs-Hotline 9 bis 21 Uhr:  0650-577-2395
   kontakt@krebspatient.at  www.krebsforum.at
         Dietmar Erlacher, Bundesobmann


Daher noch mehr (anonyme) ANZEIGEN durch couragierte Bürger in Österreich, laut

http://www.rauchsheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=1073.msg6351#msg6351

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Medienvertreter: "Rauchsheriff Erlacher im Interview"
« Antwort #1 am: August 08, 2010, 12:32:28 Nachmittag »


Wien/Innsbruck, Juli/August 2010

Das folgende Interview mit Rauchsheriff Dietmar Erlacher, Krebspatient (Tel. 0650-5772395, kontakt@krebsforum.at), Leiter der Initiative für generell rauchfreie Lokale und öffentliche Gebäude, entstand als Reaktion auf den Erlass des Gesundheitsministers Stöger zum Tabakgesetz, wenige Tage bevor das Tabakgesetz seine volle Gültigkeit erlangt.

Österreich hat seit 1.1.2009 ein neues Tabakgesetz. Wie sind ihre bisherigen Erfahrungen?

Das Gesetz wird nicht eingehalten. Am besten ist es noch in den großen Städten, hier findet man gelegentlich ein rauchfreies Restaurant. Jedoch in mehr als 80% der Lokale gibt es keinen zufriedenstellenden Nichtraucherschutz.

Besonders krass ist es in den Einkaufszentren. Österreichweit gibt es nur wenige Einkaufszentren, die sich ans Gesetz halten, in Wien ist uns kein einziges bekannt. Auch wenn es Verbesserungen gab, da sich einzelne Lokalbesitzer nun tatsächlich ans Rauchverbot halten, ist die Situation noch immer nicht akzeptabel. Für Kinder oder chronisch Kranke ist es unerheblich, ob 90% oder nur 80% der Lokale im Einkaufszentrum das Gesetz ignorieren.

Am Land fehlt der Nichtraucherschutz völlig. Es findet sich kaum ein Landgasthof in dem der Nichtraucherschutz umgesetzt wurde. Von dort kommen auch keine Anzeigen; das ist aufgrund der fehlenden Anonymität den Gästen kaum zumutbar.

Ab 1. Juli tritt das Gesetz voll in Kraft.
Erwarten Sie sich eine Verbesserung im Nichtraucherschutz?

In Einkaufszentren und Mehrraumlokalen galt das Gesetz ja bereits jetzt und wurde nicht eingehalten, ich wüsste nicht was konkret jetzt ein Umdenken der Wirte erwirken sollte.
Es scheitert einfach daran, dass niemand die Einhaltung des Gesetzes kontrolliert. Sobald ein Wirt das Gesetz ignoriert verschafft er sich einen Wettbewerbsvorteil und deshalb ist sein Nachbar nahezu gezwungen das Rauchverbot ebenfalls zu ignorieren.

Minister Stöger hat nun einen neuen Erlass an die Länder ausgesandt, das Gesetz soll dadurch verschärft werden. Was bringt das für den Nichtraucherschutz?

Das sind lediglich Empfehlungen. Ob sich dadurch was ändert bleibt erst mal den Ländern überlassen. Als „Rauchsheriff“ und „Bundesobmann vom Verein Krebspatienten für Krebspatienten“ halte ich Verbesserungen für unwahrscheinlich.

Wo sehen Sie die Hauptprobleme im Tabakgesetz?

Ein System, das den Opfern des Tabakrauchs abverlangt durch Anzeigen ihr Recht einzufordern ist nutzlos. Kontrollen müssen durch die Behörden durchgeführt werden.

Im Augenblick ist es nahezu unmöglich Raucher zu strafen. Nur die Polizei kann die Personalien des Rauchers erheben, die Polizei ist aber nicht zuständig. Die Beamten der Magistrate und Bezirkshauptmannschaften verlassen ihren Schreibtisch nicht. Also weshalb schafft man ein Gesetz, wenn man es dann nicht wirklich exekutieren will?

Die Strafhöhe ist nicht wirklich klar geregelt, auch der neue Erlass enthielt lediglich Empfehlungen. Verstöße werden als fortgesetztes Delikt gehandhabt, das heißt, viele Anzeigen führen auch weiterhin nicht zu einem Strafverfahren. Ein Strafverfahren dauert oft Monate. Während dieser Zeit werden Verstöße lediglich gesammelt aber nicht einzeln bestraft. Im Nachhinein ist es auch oft schwer einen Verstoß nachzuweisen. Bei einem Einspruch hat der Wirt gute Chancen ungestraft davonzukommen.

Die Anzeigenden werden nicht durch das Gesetz geschützt. Der Wirt erfährt den Namen der anzeigenden Person. Damit ist es sehr schwierig Leute zum Anzeigen zu bewegen. In kleineren Orten ist es deshalb nahezu unmöglich einen Verstoß anzuzeigen.

Was empfehlen Sie den rauchgeplagten Nichtrauchern?

Schicken sie trotzdem weiterhin Anzeigen auf www.rauchsheriff.at . Wir übernehmen diese und leiten sie weiter, auf Wunsch auch anonym. Auch wenn der Erfolg für den Nichtraucherschutz nicht gegeben ist, dann zeigt es zumindest die unbefriedigende Situation auf.

Weiters: unterzeichnen sie das Volksbegehren Nichtrauchen in Lokalen www.nichtraucheninlokalen.at.

Was wäre notwendig um einen echten Nichtraucherschutz zu gewährleisten?

Ein generelles Rauchverbot in Lokalen, dessen Einhaltung durch die Behörden überprüft wird. Behördliche Nachkontrollen, wenn einmal Verstöße festgestellt wurden.

Entzug der Konzession bei dreimaligem Verstoß, zunächst vorübergehend. Wird danach weiterhin gegen das Gesetz verstoßen, dann auch dauerhaft.

Strafen müssen in ausreichender Höhe sofort ausgesprochen werden, damit sie wirklich abschreckend sind. Am besten wäre dies durch die Polizei, denn nur so können auch Raucher gestraft werden.

Eine anonyme Meldestelle, wo man Verstöße melden kann. Die Überprüfung erfolgt dann ohne Vorwarnung durch die Behörden bzw. die Polizei innerhalb einer Woche.

Präventionsmaßnahmen die Kinder und Jugendliche wirklich schützen, wie ein Verbot von Zigarettenautomaten. Kontrolle der Trafikanten und sofortiger Verlust der Konzession wenn an Kinder oder Jugendliche mehrmals Tabakprodukte verkauft werden. Ausstiegshilfen für Jugendliche und verschärfte Jugendschutzmaßnahmen: Zigarettenkauf- und Rauchverbot für Jugendliche bis 18 Jahren, wie in Deutschland. Weiters ein Zutrittsverbot für Jugendliche unter bis 18 Jahren, wenn in Lokalen noch geraucht werden darf.


Daher noch mehr (anonyme) ANZEIGEN durch couragierte Bürger in Österreich, laut

http://www.rauchsheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=1073.msg6351#msg6351

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Rauchersheriff: Ja, Österreich bleibt scheinbar "der Aschenbecher Europas"!
« Antwort #2 am: Mai 18, 2011, 12:55:04 Nachmittag »

Rauchersheriff: Ja, Österreich bleibt scheinbar "der Aschenbecher Europas"!


Bei der gemeinsamen Pressekonferenz der Landeshauptleute

Häupl, Platter, Durnwalder

im Wiener Rathaus, brachte Durnwalder ein Plädoyer für den Nichtraucherschutz (leider in Südtirol, in Italien, seit Jahren!)!



Häupl meinte eher: das ist kein Thema, und

Tirols Platter sagte: Das werden wir schon in den Griff machen.


Nun, das war am 12.6.09, vor 2 Jahren:
http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=98.msg154#msg154

Italien ist und bleibt rauchfrei, Österreich ist und bleibt der Aschenbecher Auropas!
« Letzte Änderung: Mai 18, 2011, 13:21:01 Nachmittag von admin »


Daher noch mehr (anonyme) ANZEIGEN durch couragierte Bürger in Österreich, laut

http://www.rauchsheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=1073.msg6351#msg6351