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Nachrichten - admin

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Gesundheit / Feinstaub in Städten am Grenzwert - z. B. Stuttgart
« am: April 22, 2014, 19:21:32 Nachmittag »

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Gesundheit / E- Shihas stellen große gesundheitliche Gefahr für junge Leute dar
« am: April 22, 2014, 00:11:41 Vormittag »



E- Shihas stellen große gesundheitliche Gefahr für junge Leute dar


http://healthnewsnet.de/krankenkassen/e-shihas-sollen-unters-rauchverbot-fallen-7704/


E- Shishas sind den neusten Erkenntnissen zufolge alles andere als ungefährlich für Kinder und Jugendliche. So enthält der inhalierte Dampf dieser Genussmittel offensichtlich krebserregende Stoffe, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum jetzt aktuell erklärte. Schon aus diesem Grund will die deutsche Politik ein Verkaufsverbot an Jugendliche auf den Weg bringen. Zudem sollen die E- Shishas so schnell wie möglich unter das Rauchverbot fallen. Zur Zeit dürfen die E- Shishas überall konsumiert werden, auch in Bars und was noch schlimmer ist in Schulen. Doch die Tage der E- Shishas scheinen nun gezählt zu sein.

Vor nicht allzu langer Zeit hatten wir über die E-Shishas berichtet und das sie vor allem für junge Leute eine Gefahr darstellen, weil sie nicht unter das Jugendschutzgesetz fallen und somit so wie Bonbons verkauft werden dürfen. Daher machen sich immer mehr Lehrer und Suchtberater Sorgen um ihre Schüler.

E- Shishas haben selbe Funktionsweise wie E- Zigaretten

Besonders die Geschmacksrichtungen wie Schoko locken Schüler an. Zudem stinken sie nicht und dürfen praktisch überall geraucht werden, auch in Bars oder in der Schule. Sie sind zudem nicht größer als Füllfederhalter und werden oft als E-Shisha angeboten. Mittlerweile gibt es sie in unzähligen Geschmacksrichtungen wie Kirsche, Schoko, Apfel oder Pina Colada.

Experten vergleiche E- Shishas auch gern mit E- Zigaretten. Einziger Unterschied: E- Shishas fallen noch nicht unter das Jugendschutzgesetz, geht es nach den Experten soll sich dies aber bald ändern. Sie enthalten dennoch kein Nikotin sondern meist aromatisierte Fluids. Die aromatisierte Flüssigkeit wird dabei durch einen Heizdraht verdampft, wenn der Raucher an der E-Shisha zieht.

Kinder und Jugendliche sollten unbedingt vor E- Shishas schützen werden

Diese E- Shishas gibt es in Deutschland jetzt seit gut zwei Jahren auf dem Markt. Doch erst seit gut einem halben Jahr konnten die Produzenten deutliche Absatzsteigerungen verbuchen. Besonders Online- Händler versuchen die E- Shishas mit Hinblick auf das Rauchverbot ihren Kunden schmackhaft zu machen.

Das Bundesamt für Gesundheitliche Aufklärung rät in der Zwischenzeit aber von dem Konsum der E- Shishas ab. Besonders Kinder und Jugendliche sollten die Finger von diesen neuen Genussmitteln lassen. So wisse man noch zu wenig von den inhalierten Dämpfen, erklärt ein Sprecher der Behörde. Für besonders bedenklich hält die Behörde die süßlichen Geschmacksrichtungen.

E- Shishas genauso gefährlich wie herkömmliche Zigaretten?

Die Bundesbehörde fürchtet um ihren Erfolg beim Zurückdrängen des Nikotinkonsums bei jungen Menschen. Nach aktuellen Angaben greifen nur noch etwa elf Prozent regelmäßig zum Glimmstängel, vor zehn Jahren waren es noch 28 Prozent. Die Behörde befürchtet, dass Jugendliche durch E- Shishas Rauchen wieder interessant findet.

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg beschäftigt sich in der Zwischenzeit mit dem Thema E- Shishas. Die Wissenschaftler sprechen sich dafür aus, elektronische Inhalationsprodukte wie E- Zigaretten oder E- Shishas genauso zu behandeln wie herkömmliche Zigaretten.

Auch E- Shishas sollen in naher Zukunft unter das Rauchverbot fallen

So enthält der inhalierte Dampf krebserregende Substanzen wie zum Beispiel Formaldehyd, Nickel oder Chrom, sie die Warnung der Krebsforscher. Auch die Politik hat in der Zwischenzeit mitbekommen, dass sie E- Shishas sich eine Gesetzeslücke zu Nutze machen. Diese Lücke soll nun geschlossen werden, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler (CSU) in einer Stellungnahme erklärte.

Das Rauchverbot für Zigaretten soll nun auch auf den Konsum von elektrischen Inhalationsprodukten erweitert werden. Viele Schulen in Deutschland haben mittels Hausrecht in der Zwischenzeit den Konsum von E- Shishas verboten.

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Unsere Anregung Mitte Jänner, wenigstens den Erhalt von Mitteilungen zu bestätigen, wird endlich umgesetzt!

Auf DIESE Bearbeitung und DIE Antworten sind wir gespannt, und werden berichten!




Von: *BMG.Buergerservice [mailto:buergerservice@bmg.gv.at]
Gesendet: Dienstag, 15. April 2014 20:24
An: 'Erlacher Dietmar'
Betreff: AW: SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, "Wiener Glut" - In Österreich wird immer noch geraucht, was das Zeug hält. Und die Behörden? Die sehen das alles sehr lässig, Hr. ERLACHER

Sehr geehrter Herr Erlacher!

Vielen Dank für Ihr Schreiben an das BürgerInnenservice des Bundesministeriums für Gesundheit!

Ihr Anliegen wird zur Zeit bearbeitet, wir bitten Sie noch um etwas Geduld! Danke!

Mit freundlichen Grüßen,

Andrea Haderer
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Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und BürgerInnenservice
I/A/7
 
Bundesministerium für Gesundheit

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Gesundheit / BM. Stöger "siegte"! Wieder Österreich LETZTRANGIG !
« am: April 14, 2014, 00:56:35 Vormittag »




31. März 2014 00:03

Neue Studie 

Wir sind Letzter bei Nichtraucher-Schutz

In keinem anderen Land in Europa darf so schamlos gequalmt werden wie bei uns.


„Dieses Ergebnis ist eine nationale Schande“, wettert Manfred Neuberger vom Institut für Umwelt­hygiene der MedUni Wien. Und er dürfte recht haben. Laut aktueller Studie der Europäischen Krebsliga, die ÖSTERREICH vorliegt, sind in keinem anderen europäischen Land die Raucher-Gesetze laxer, wird so wenig für die Raucherentwöhnung getan wie bei uns. Die Details der Erhebung:

Nirgendwo sonst rauchen so viele Jugendliche

    Um ganze vier Plätze haben wir heuer nachgelassen, erreichen nur mehr 31 von 100 möglichen Punkten und rangieren damit im Länder-Vergleich vernichtend auf dem allerletzten Platz.
    Die schlechtesten Werte bekommen wir bei den Gesundheitswarnungen (1 von 10 Punkten), bei öffentlichen Kampagnen gegen das Tschicken (0 von 15 Punkten) und bei Rauchverbotszonen (8 von 22 Punkten).
    Das harte Urteil der Studienautoren: „Österreich belegt den letzten Platz und wir sehen nicht, dass sich das bald ändern wird.“

Die Folgen: Mit 2,3 Millionen Rauchern haben wir einen der höchsten Anteile von Glimmstängel-Liebhabern weltweit. Erschreckend: Auch 25 Prozent der 15-jährigen Burschen und sogar 29 Prozent der 15-jährigen Mädchen greifen jede Woche mindestens einmal zur Zigarette. „Das ist einfach skandalös“, so Neuberger.

D. Müllejans

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Neue-Studie-Wir-sind-Letzter-bei-Nichtraucher-Schutz/137902757

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Süddeutsche Zeitung, vorgestern, Seite 3
Zeitungsreportage
Österreich
Rauchen Rechtsfragen

Die Seite Drei

Wiener Glut

In Österreich wird immer noch geraucht, was das Zeug hält. Das ärgert die einen, freut die anderen.
Und die Behörden? Die sehen das alles sehr lässig. Über das gepflegte Ignorieren von Verboten.


VON HILMAR KLUTE

Wien

- Wenn man von Dietmar Erlacher wissen will, wo denn hier der Raucherbereich sei, lacht er so nachsichtig wissend, als hätte man eben gefragt, wo in Wien die Tante Jolesch wohnt. "Wir haben so viele Anzeigen gemacht, dass es keinen Raucherbereich mehr gibt." Hier im Donauzentrum hat Erlacher Hausverbot. Weil der Mann sie alle an den Rand des Wahnsinns getrieben hat: die Kaffeehausbesitzer, die Gewerbetreibenden, die Geschäftsführer der Shoppingmall im Norden Wiens.

Fast täglich drehte der 64 Jahre alte Tiroler hier seine Runden, schnüffelte in den Läden, prüfte nach, ob die Tür zu den Raucherräumen ordnungsgemäß verschlossen ist, damit kein Qualm dorthin dringt, wo die Mütter und die Kinder und die Abstinenzler sitzen. War die Tür offen, ist Erlacher zum Magistrat des 22. Bezirks gelaufen und hat den Wirt angezeigt. Rund 7000 Strafanzeigen gegen Wirte, Hunderte allein hier im Donauzentrum - ein bürokratischer Irrsinn, eine nicht mehr zu steuernde Obsession, so sehen das viele. Dietmar Erlacher sieht das nicht so. Er sagt, Leute wie er seien "couragierte Menschen": 20.000 Anzeigen bundesweit über www.krebspatienten.at und www.rauchsheriff.at

Erlacher nennt sich selbst den Rauchsheriff. Sein Revier ist Wien, die einzige Stadt in Westeuropa, wo Frauen und Männer heute noch im öffentlichen Raum so selbstverständlich Zigaretten anzünden, wie sie Mineralwasser in den Apfelsaft gießen. Die OECD hat Ende vergangenen Jahres eine Studie veröffentlicht, nach welcher Österreich das Land mit den meisten jugendlichen Rauchern ist. Mehr als 25 Prozent aller Fünfzehnjährigen qualmen was das Zeug hält, bei den Mädchen sind es sogar vier Prozent mehr. Schön ist das nicht. Gesund erst recht nicht. Aber die Behörden gehen ziemlich lässig mit den Rauchern um. Von der EU gibt es zwar regelmäßig Rügen, doch die Regierung möchte es sich wohl nur ungern mit den Wirten und der Tabaklobby verderben.

Erst im Dezember hat der Verwaltungsgerichtshof ein komplettes Rauchverbot in Lokalen abgelehnt. Allerdings muss eine Kneipe oder ein Café so gestaltet werden, dass ein Nichtraucher nicht durch den Raucherbereich gehen muss, um auf die Toilette zu gelangen. Der Nationalrat hat sich mehrheitlich gegen die harsche Anwendung des Gesetzes ausgesprochen, einzig die Grünen wollen die strenge Lösung, bzw. generelles Rauchverbot in Lokalen.

Es seien ja gerade die paar Sekunden, sagt Erlacher, die den Menschen krank machen könnten. Er hat Medizin-Vorlesungen an der Innsbrucker Universität besucht; er wollte unbedingt herausfinden, was die größte Gefahr für die Gesundheit darstellt, der ein Mensch unserer Tage ausgesetzt ist. Und da ist Erlacher schnell auf das Rauchen gekommen. Er kenne Untersuchungen, nach denen Kellnerinnen, die eine Stunde lang Kaffee und Kuchen in einen Raucherraum tragen, nach einigen Jahren an Blasenkrebs erkrankten. "In einer Zigarette sind 83 krebsauslösende Stoffe", sagt Erlacher. Und darin seien die Stoffe, die süchtig machen, noch gar nicht enthalten. Das "ch" in "süchtig" spricht Erlacher als Rachenlaut aus; sein Tiroler Dialekt klingt so versöhnlich. Aber er ist nicht versöhnlich. Er will sie alle drankriegen - die Wirte, die Quarzer dulden. Und er will das absolute Rauchverbot in Österreich, so wie es in Bayern gilt, in Italien und in Irland.

Es gibt Leute, die Dietmar Erlacher auslachen und sich vor seinen Augen extra eine anzünden und ihm den Rauch ins Gesicht blasen. Es gibt auch solche, die ihn bewundern für seinen Mut und seine Zähigkeit. Und es gibt viele, die Erlacher so hassen, dass sie ihn nicht mehr in ihren Lokalen seinen Kaffee trinken lassen. Manchmal steht er unauffällig an der Wand und bedient sein kleines Sensorgerät. Damit kann er die Größe des Raums messen. Beträgt sie mehr als 50 Quadratmeter und es wird trotzdem geraucht, zeigt Erlacher den Wirt an. Er hat das Recht auf seiner Seite. Aber die Wirte und die Raucher hat er gegen sich. Es gab schon wüste Flüche, Rempeleien, Handgemenge. Ein Mann war so wütend, dass er Erlacher mit der Faust ins Gesicht schlug. Dietmar Erlacher sagt tatsächlich: Was mich nicht umbringt, macht mich stark. Er sei früher Radrennsportler gewesen. Gegenwind sei in Ordnung. Es bedeute für den Profi, dass er den Kopf nur noch tiefer senkt und auf dem Feld entweicht. Dietmar Erlacher ist seinem Kampf gegen das Rauchen so verfallen wie der Kettenraucher seiner Zigarette.

Vor einigen Jahren ist er selbst an Blasenkrebs erkrankt. Nein, nicht das Passivrauchen habe die Krankheit verursacht, sagt er. Es waren die Lösungsmittel, die in den Farben enthalten sind, die er als Tischlermeister verwendete. Er hat etliche Selbsthilfegruppen gegründet, in der Menschen, die Krebs haben, über ihre Krankheiten sprechen können. Und bei der sie jeden Verstoß gegen das Rauchergesetz melden sollen. Die Anzeigen laufen in den Büros in Wien, Linz, Graz und Innsbruck zusammen.

Herr Erlacher, wann haben Sie zuletzt jemanden angezeigt? "Ich bin gerade", sagt er, "vom Kagraner Platz mit dem Fahrrad gefahren, nicht mit dem Auto, sonst heißt es, der Erlacher verpestet selbst die Umwelt. Da sehe ich in einem Solarium, wo es auch ein Café gibt, drei Leute sitzen, um die 25 Jahre alt, alle haben die Schachtel mit dem Feuerzeug vor sich liegen, und die zwei Frauen haben gerade geraucht." Und jetzt? "Der bekommt eine Anzeige. Ich habe sie nur noch nicht schreiben können."

Man könnte Dietmar Erlacher einen obsessiven Raucherjäger nennen; manche schimpfen ihn sogar einen Blockwart, andere zucken nur mit den Schultern, wenn man von ihm spricht. Was aber auch wahr ist: Der unnachsichtige Mann aus Tirol ist ein ziemlich unterhaltsamer Gegenspieler zu den hedonistischen Wienern, denen die lässige Einspänner- und Trafik-Kultur so etwas wie ein zweites Evangelium ist. Man muss sich nur mal bildlich vorstellen, wie sie in den Beisln und Kaffeehäusern sitzen, ein Zigaretterl zum großen Braunen rauchen, der Kellner stößt mit dem Fuß die Tür vom Raucher- zum Nichtraucherbereich auf, und weil er ein Tablett in der Hand hat, kann er die Tür nicht wieder schließen. Dann steht Erlacher auf und weist den Kellner auf die offene Tür hin. Der Kellner stellt kurz das Tablett ab und knallt Erlacher eine, dann serviert er weiter. Diese Anekdote erzählen sich diejenigen gerne, die Erlachers Mission eher unsympathisch finden. "Da hinten am Ende des Donaucenters", sagt Erlacher, "ist noch ein Café, das ,Cappuccino'. Die haben schon 20 Anzeigen von uns bekommen. Da schauen wir gleich mal vorbei."

Ach, die Wiener und der Tabak. Ach, die Wiener und der Tod.

Es ist noch keine drei Jahre her, da stürzte sich Ludwig Hirsch, der große Poet und Sänger samten schwarzer Lieder, aus dem fünften Stock des Wilhelminenspitals in der Montleartstraße. In den folgenden Tagen hätte seine Therapie gegen den Lungenkrebs beginnen sollen. Schon Jahre vorher ließ sich Hirschs Kollege Georg Danzer mit Wollmütze und von Medikamenten aufgequollenem Gesicht noch mal interviewen. Danzer starb mit sechzig - an Lungenkrebs. Und erst im November erlag die Kolumnistin der Kronenzeitung , Marga Swoboda, derselben Krankheit, sie war erst 58 Jahre alt. Marga Swoboda hat federleichte Sätze geschrieben, zum Beispiel den über den lieben Gott, der damit hadert, den Menschen unten diese wunderbare Kugel namens Erde geschenkt zu haben, "von der Sonne gesegnet und vom Mond bewacht, und dann tun diese Menschen da unten derart blöd".

Die Wiener mögen die Idee, dass der Herrgott auf sie herabsieht und sich dieses oder jenes über sie ausdenkt, letztlich aber lässt er seine Wiener machen, was sie wollen. Zum Nachruf auf der Onlineseite vom Standard hat eine Swoboda-Verehrerin den Satz gestellt: "Mögen im Jenseits die Zigaretten gesünder sein als im Diesseits."

Jenseits von Wien, tief im Oberösterreichischen, gibt es noch die alten Dörfer mit den großen Höfen und dunklen Landhäusern, die weit voneinander entfernt stehen, so als wolle man sich dort, wo jeder jeden kennt, auf keinen Fall zu nahe sein. Losenstein ist so ein Ort, südlich von Steyr gelegen. Man kann mit dem Zug hierhin bummeln, wenn man Walter Wippersberg treffen will, der in Österreich ein bekannter Filmemacher ist und die schönen Kinderbücher über den Kater Konstantin geschrieben hat. Aber Wippersberg ist auch ein Raucheraktivist, wenn es so etwas geben sollte. Seine Schrift "Der Krieg gegen die Raucher" ist eine erstaunlich unangestrengte Kulturgeschichte des Rauchens und ein Plädoyer für etwas weniger Aufregung.

Wippersberg sitzt auf der kleinen Bank am Bahnhof. Der Schriftsteller Franz Hohler hat einmal geschrieben, dass man Menschen, die auf dem Bahnhof warten, sofort erkennt, weil sie aussähen wie Fragezeichen. Walter Wippersberg sieht aus wie ein Fragezeichen, das gerne ein Ausrufezeichen sein möchte. Die Gewalt seiner Sprache ist das eine. Aber an dem Mann, der sich mühsam von der Bank erhebt, ist alles grau, das Haar, der Bart und die Gesichtshaut. Wippersberg raucht 60 Zigaretten am Tag, und das seit fünfzig Jahren. Er ist 68 und kann nicht gut gehen, er muss sich am Stock zum Wirtshaus schleppen, in dem um die Mittagsstunde keine Gäste sitzen. Es gibt hier auch einen Nichtraucherraum - nur eine Schiebetür als Trennwand? Wenn das der Erlacher sehen würde! Aber in den Raum gehe eh keiner, sagt Wippersberg. Abends säßen alle Gäste hier im Gastraum, manche rauchen, andere nicht. Das muss die Utopie der Kettenraucher sein: Die einen qualmen und die anderen stört es nicht. Wippersberg macht sich eine Memphis an und bestellt Weißwein. Er sagt: "Nicht mehr rauchen zu dürfen ist einfach verrückt." Und dass die Schädlichkeit des Passivrauchens nicht wissenschaftlich bewiesen sei; dass die Politiker feige seien, weil sie auf den Schmäh der militanten Rauchgegner reinfallen: "Aber wenn du die Gesetze nicht erlässt, bist du schuld, dass kleine Kinder sterben."

Der Streit darum, wessen Freiheit mehr wert ist, die der Raucher oder die der Nichtraucher - in Österreich hat er einen fast alttestamentarischen Grundton. Es geht um Anstand gegen Sünde, um das Obszöne gegen das Gesunde. Am Ende geht es darum, dass das eine mit dem anderen nicht zu vereinbaren ist, also bleibt eh alles, wie es immer war. Und irgendwann kommt ja für alle, ob Raucher oder nicht, die Rechnung:

Wenn i amoil tot sollt sein,/ dann is der Körper, der heit nu frisst/ und sauft und raucht und Bledsinn denkt/ der a amoil paar Weibern gefallen hat,/ dann ist der Fleisch- und Banahaufen/ namens ICH, der/sis oiwei gut gehen lassen hat,/ nix mehr wert.

Das hat der Poet Franzobel geschrieben, der in seinen Gedichten und Stücken das Leben als kreischenden Totentanz aufführt. Vor einem Jahr veröffentlichte er den wuchtigen Roman "Was die Männer so treiben, wenn die Frauen im Badezimmer sind." Es geht darin um einen Irren, der das Stöhnen anderer Leute aufnimmt, beim Sex, beim Gebären und natürlich beim Sterben. Es ist ein sehr wienerisches Buch, ständig wird etwas getrunken, gefressen, und ständig geht irgendetwas kaputt.

Franzobel steht abends am Karmelitermarkt, wo man in kleinen Bistros teure Kleinigkeiten essen kann. Gehen wir hier irgendwo rein? "Sicher nicht", sagt Franzobel, schlendert zur Haidgasse im 2. Bezirk und macht die Tür zur Kneipe "Zum Sieg" auf. Und dann sieht man auch schon, wie sich das entfaltet, was der Wiener Philosoph Robert Pfaller ein "obszönes Arrangement" nennt, es muss eben nur die Raumgröße stimmen. Und das wichtigste Signal der Wiener Tabakfreunde sollte an die Wand gepappt sein, das Symbol einer Zigarette auf grünem Grund: Hier darf man rauchen. An einem Tisch sitzen sieben rauchende Männer, der Wirt raucht, jeder der Gäste, die im Lauf des Abends in den "Sieg" kommen, zündet sich spätestens an der Theke die Zigarette an.

Die Kneipe heißt "Zum Sieg", weil sie vor mehr als zweihundert Jahren eröffnet wurde und die Österreicher gerade in Aspern den Kaiser Napoleon in die Knie gezwungen hatten. Heute siegen hier die Raucher über die Nichtraucher. "Die Österreicher haben ein gestörtes Verhältnis zur Obrigkeit", sagt Franzobel, "und das drückt sich im Missachten des Rauchverbots aus." Der Wirt geht immer wieder zu einer Art versteckter Tränke, wo er das Bier zapft. Ein Gast trägt ein sehr buntes, weit offenes Hemd und erzählt den anderen mit der lockeren Zunge und der lässigen Intonierung des Weltmanns, wie sich das Leben in Neff-Jork und Batzelona anfühlt. Man kennt solche Szenen und Dialoge eigentlich nur noch aus den alten Kottan-Folgen.

Franzobel hat die Gauloises vor sich liegen, er sagt, dass er selbst eigentlich schon aufgehört hätte mit dem Rauchen. Aber dann kam der Sommer, und ein Sommer ohne Zigarette? Können sich manche eben schlecht vorstellen; gut vorstellen kann man sich dagegen, dass plötzlich Dietmar Erlacher mit seinem Sensorgerät hier hereinkommt und feststellt, dass der Sieg größer als fünfzig Quadratmeter ist.

In Österreich wird der Kampf um und gegen das Rauchen auch in den politischen Parteien ausgefochten. Besonders die Grünen, die man ja auch in Deutschland als Wegbereiter eines gesunden und anständigen Lebenswandels kennt, kriegen sich kaum noch ein, wenn von Österreich als dem Aschenbecher Europas die Rede ist. Es muss für die Grünen-Parlamentarier ein extrem vergiftetes Geschenk des Wiener Himmels sein, dass der prominenteste Grünen-Politiker, Alexander Van der Bellen, zugleich der berühmteste Zigarettenanzünder des Landes ist. Als er im Herbst vergangenen Jahres kurzzeitig aufhörte zu rauchen, stand das in der Kronenzeitung. Zwei Monate später fing er wieder an, und der Standard führte sofort ein großes Interview mit ihm. Van der Bellen war sieben Jahre Vorsitzender der Grünen, Bundessprecher sagen sie in Österreich. Und während seine Parteikollegen überlegten, wie man den Menschen am ungeschicktesten vorschreibt, was sie zu essen und wie sie zu atmen haben, setzte sich Van der Bellen ins Kaffeehaus und rauchte. Alexander Van der Bellen schlendert lässig vom Rathaus ins Landtmann, das große Kaffeehaus neben dem Burgtheater. Er hat einen Tisch im Nichtraucherbereich reservieren lassen, einfach so, er hatte gar nicht dran gedacht, dass es ums Rauchen geht. Van der Bellen ist ein ruhiger, sehr lässiger Mann von siebzig Jahren, mit fein geschliffenem grauen Bart und den dezenten Manieren eines Gentleman, der gerne vor sich hin lacht, so wie es ältere Politiker manchmal tun, wenn sie auf ihre Partei blicken: "Die Grünen hier sind typisch österreichisch", sagt er, "die sagen: Die Öffentlichkeit muss geschützt werden, dabei rauchen in meiner Partei gar nicht so wenige."

Übrigens findet Van der Bellen, dass ihm das Rauchen nicht geschadet hat, weder gesundheitlich, noch was seinen Ruf angeht. "Die kleinen Tugendverstöße erhöhen das Standing eines Politikers", sagt er. "Und schon überhaupt bei den Grünen, die im Verdacht stehen, die Tugend gepachtet zu haben, das Gute, Wahre, Schöne."

Alexander Van der Bellen hat sich ein großes Stück Torte bestellt, ein farbstoffreiches Teil, das er schnell aufisst. Eigentlich, sagt er, sei das in Österreich gut geregelt, die Raucher haben Kompromisse gemacht, und ein Volksaufstand der Nichtraucher sei ja wohl auch nicht zu bemerken. Aber dass, auch und besonders bei den Grünen, "ein moralischer Druck besteht, so gesund wie möglich zu leben - mir hängt das zum Hals raus."

Van der Bellen reicht die Hand zum Adieu. Draußen, auf der Straße, zündet er sich eine Zigarette an und federt durch die Oppolzergasse in den frühen Abend.

In Losenstein, im Gasthof, ereignet sich nun etwas für den Kampf gegen die Raucher Menetekelhaftes: Mitten im Rauchen geht Walter Wippersbergs Memphis aus. Wippersberg zeigt die kalte Zigarette her, so als sei sie das Beweisstück für die große Verschwörung gegen die Raucher: "Das ist eine EU-Richtlinie. Die Kippe erlischt, damit der Raucher sich nicht in Flammen setzt, falls er mal einschläft." Wenn man Wippersberg gegenübersitzt, wünscht man sich, es mögen alle Zigaretten in seinen Händen erlöschen. Einmal bekommt er einen Hustenanfall, der so heftig ist, dass er die Memphis in den Aschenbecher legen muss. Ein Husten, der den ganzen Körper schüttelt, so als wollte er seinen Träger zur Vernunft prügeln. Als Wippersberg den Anfall überstanden hat, raucht er die Zigarette fertig, als sei nichts gewesen. Vielleicht ist ja auch nichts gewesen.

Im Zug der Österreichischen Bundesbahn, der durch frische Täler und mittelschwere Gebirge fährt, gibt es kein Raucherabteil. Aber die Wiener Westbahn, viele Jahre ein Nichtraucher-Gefährt, hat dann eigene Waggons zum Qualmen eingerichtet, mit schicken Aschenbechern in der Mitte der Tischchen. Damit auch Raucher wieder mehr Westbahn-Tickets kaufen. Dietmar Erlacher hat natürlich auch die Westbahn verklagt, genauso wie die Kantine des Landgerichts und Arnold Schwarzenegger, der sich mal am Flughafen Salzburg eine Zigarre angezündet hatte.

"Wieso", fragt er, "entdecken wir immer mehr Zigarettenautomaten?" Erlacher hört nicht auf, der rauchenden und raucherduldenden Welt seine bohrenden Fragen zu stellen. "Hier im Donauzentrum gab es zwei Automaten, die sind zwanzigmal angezeigt worden, aber es hat sich nichts getan."

Es ist fast 19 Uhr, Erlachers Tag in Wien geht zu Ende. Im "Cappuccino", wo Erlacher noch schnell vorbeischaut, ob Rauch durch die fast immer offene Glastüre dringt, sitzt nur mehr ein einziger Raucher. Morgen früh fährt Erlacher heim nach Innsbruck. Auch dort gibt es immer noch Menschen, die sich nicht vor Augen halten, dass in einer Zigarette 83 krebsauslösende Schadstoffe enthalten sind, die süchtig machenden Stoffe gar nicht eingerechnet. Und Wirte, die nicht daran denken, die Gesellschaft in Nichtraucher und Raucher zu trennen.

Die zeigt Dietmar Erlacher alle an.


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Beitrag hier: http://www.rauchsheriff.at/rauchfrei/index.php?action=post;msg=5916;topic=1036.0

Vorlage für Meldungen: http://www.rauchsheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=1016.msg5762#msg5762

Emailadresse: info@krebspatienten.at

Homepage Krebspatienten: www.krebsforum.at

Krebs-Hotline: 0650-577-2395

Homepage www.rauchsheriff.at

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Ö s t e r r e i c h Medienberichte 2 / Ausland: Sind die Österreicher verrückt?
« am: April 13, 2014, 21:09:51 Nachmittag »
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Nachdem regelmäßig ausländische Printmedien und Radio-/TV-Sender über den Nicht-Nichtraucherschutz in Österreich berichten ...............




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10.04.2014
   
   
Drogenbeauftragte will Verbot für E-Wasserpfeifen für Jugendliche

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) hat sich für ein Verbot elektrischer Wasserpfeifen und Zigaretten für Jugendliche in Deutschland ausgesprochen.

"Wir müssen die bestehende Gesetzeslücke im Jugendschutz mit Blick auf elektronische Nikotinprodukte schnellstmöglich schließen", sagte sie am Donnerstag in Berlin laut einer Mitteilung. Ein Verkauf von E-Shishas und E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche und deren Konsum könne mit dem derzeitigen Jugendschutzgesetz nicht verhindert werden. Jugendliche inhalierten mit den Produkten etwa atemwegreizendes Propylenglykol und krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom.

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Deutschland / "Keine E-Zigaretten für Jugendliche"
« am: April 11, 2014, 21:11:16 Nachmittag »
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Schau Stöger-Pietsch,

DAS wieder zur Nachhilfe,

aber nützen wird es eh nix, in Österreich, wo Korruption und Wegschauen an der Tagesordnung steht:


"Keine E-Zigaretten für Jugendliche"
--

http://www.tagesspiegel.de/.../drogenbeauftr.../9744172.html

Viele Raucher sehen sie als die etwas gesündere Alternative. Experten warnen vor falschen Hoffnungen. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung kann dem neumodischen Gerät nichts abgewinnen. Sie will dem Verkauf von E-Zigaretten an Jugendliche verbieten.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), will den Verkauf der umstrittenen E-Zigaretten an Jugendliche verbieten. "Wir müssen die bestehende Gesetzeslücke im Jugendschutz mit Blick auf elektronische Nikotinprodukte schnellstmöglich schließen", sagte sie am Donnerstag in Berlin. Ein Verkauf von E-Shishas und E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche und deren Konsum könne mit dem derzeitigen Jugendschutzgesetz nicht verhindert werden. Jugendliche inhalierten mit den Produkten etwa atemwegreizendes Propylenglykol und krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd, Nickel oder Chrom.

Die Drogenbeauftragte erklärte, bislang könnten lediglich Schulen ihr Rauchverbot auf dem Schulhof auf die elektronischen Rauchprodukte erweitern. Heranwachsende müssten aber auch jenseits des Schulhofes geschützt werden.

Die E-Zigarette ist seit dem in vielen Bundesländern verbreiteten Rauchverbot in Mode, weil sie nicht den typischen Tabakqualm entwickelt. Sie enthält aber ebenso das süchtigmachende Nervengift Nikotin. Ihr Nutzen als Rauchentwöhner ist umstritten. (dpa)

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Deutschland / Mainzer Stadtrat gegen Rauchverbot ..........
« am: April 11, 2014, 21:03:15 Nachmittag »




Mainzer Stadtrat gegen Rauchverbot bei Bushaltestellen!

Der Mainzer Stadtrat hat gestern Abend einen Antrag der ÖDP abgelehnt. Die Partei hatte rauchfreie Haltestellen im öffentlichen Nahverkehr gefordert. Umweltdezernentin Eder erklärte, für die Umsetzung eines Rauchverbotes an Bushaltestellen gebe es keine rechtliche Grundlage.

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/mainz/stadtrat-gegen-rauchverbot/-/id=1662/did=13192180/nid=1662/7qq4cv/

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Deutschland / Deutschland News: Siehe hier 1. Beitrag!
« am: April 10, 2014, 22:13:34 Nachmittag »


Deutschland beim Nichtraucherschutz weit hinten

Beim Nichtraucherschutz liegt Deutschland im EU-Vergleich an vorletzter Stelle. In Irland – dem einstigen Vorreiter des Rauchverbots – sind Grabenkämpfe dagegen fast schon Geschichte.

........... http://www.welt.de/gesundheit/article126351122/Deutschland-beim-Nichtraucherschutz-weit-hinten.html


Deutschland News: Siehe hier 1. Beitrag!

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Welt, außerhalb Europa / Schau Stöger - USA: Acht Millionen tote Raucher weniger
« am: April 10, 2014, 22:05:05 Nachmittag »



USA: Acht Millionen tote Raucher weniger

USA: Acht Millionen tote Raucher weniger veröffentlichten Experten einen ersten umfassenden Bericht zu den Auswirkungen des Rauchens
auf die Gesundheit. Als Folge dieses Berichts wurden in den USA in den folgenden Jahren von staatlicher und privater Seite zahlreiche Maßnahmen
initiiert, die die Menschen vom Rauchen abhalten oder zum Aufhören bewegen sollten. Dazu gehörten zum Beispiel die Erhöhung der Tabaksteuern,
der Erlass von Gesetzen zum Nichtraucher-Schutz und die Einführung von Marketing-Beschränkungen.

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Zum Qualmen nach Oberndorf


Wer rauchen will, wandert nach Oberndorf


SN-Lokalaugenschein. In der bayerischen Grenzstadt Laufen klagen Gastwirte über Einbußen wegen des Rauchverbots. Raucherlokale in Oberndorf profitieren hingegen vom Zigarettenqualm.

Berthold Schmid Oberndorf, Laufen (SN). Die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Oberndorf und der bayerischen Schwesterstadt Laufen an der Salzach sind bekannt. Aber in einem Punkt herrscht seit geraumer Zeit ein Ungleichgewicht. Immer mehr Gäste mieden die Gastronomie in Laufen und kehrten lieber in Oberndorf ein, heißt es. Diese Klagen kommen von Wirten und Barbesitzern in Laufen, denen das rigorose Rauchverbot in Lokalen, wie es das bayerische Gesetz seit 2010 vorschreibt, an die Existenz gehe.

Stefanie Büttner ist nach ihrer Darstellung ein solches „Opfer“. „Ich bin seit 16 Jahren in der Gastronomie, aber genau vor einem Jahr habe ich meine Stefis Bar zusperren müssen. Der Umsatz ist seit dem Rauchverbot um die Hälfte eingebrochen.“ Sie wisse auch von anderen Wirten, die seither an der Existenzgrenze schwämmen. „Betroffen ist vor allem das Nachtgeschäft“, sagt sie. Derzeit arbeitet sie als Kellnerin im Stadtcafé Laufen. Das sei ein Tagesgeschäft und die älteren Kundschaften hätten mit dem Verbot kein Problem. Man habe sich daran gewöhnt. Und wenn das Wetter mitspiele, werde ohnehin der Schanigarten eingerichtet.

Ihr Chef Martin Bösenecker ist im Zwiespalt: „Klar ist das Rauchen nicht gesund. Aber Raucher sind auch Menschen“, sagt er und erzählt von Stammgästen, die bei ihm im Sommer gern im Freien sitzen, während der kalten Jahreszeit jedoch die knapp 150 Meter über die Salzachbrücke nach Oberndorf ins Kaffeehaus gehen, weil sie dort eben rauchen könnten.

„Vielleicht wäre es in Bayern doch gescheiter gewesen, für Raucher die Möglichkeit für einen Extraraum, so wie in Österreich, zu schaffen“, betont Bösenecker, der auf ein weiteres Folgeproblem hinweist. „Wenn dann alle Raucher vor einem Lokal zusammenstehen, kommt es in den Abend- und Nachtstunden nicht selten zu Anrainerbeschwerden wegen Lärms. Manchmal auch wegen Geruchsbelästigung, weil der Zigarettenrauch nach oben zu den Fenstern aufsteigt.“

Szenenwechsel über die Salzachbrücke in das Café Cappuccino in Oberndorf: Dort serviert Marina Maiburger Kaffee und Kuchen. Im Hauptraum sitzen drei Gäste. Im zweiten Raum, einem Wintergarten mit Schiebetür, ist es voll. Eine Damenrunde trinkt Bier und Aperol gespritzt. Der Aschenbecher ist voll. Einen Tisch weiter zwei junge Frauen bei einem Imbiss, auch sie rauchen. Dahinter liest ein Gast die Zeitung, auch er raucht.

„Ja, es stimmt schon, dass vermehrt Gäste aus Laufen nach Oberndorf kommen, wenn es ums Rauchen geht“, sagt die Kellnerin. „Die Jugend tut das schon lang, weil es in Oberndorf zudem die besseren Discos und Bars für sie gibt. Aber manche Menschen suchen halt die Geselligkeit und da scheint das Rauchen irgendwie dazuzugehören.“

Wieder zurück nach Laufen: Im alteingesessenen Gasthaus Greimel trinkt eine Männerrunde am Stammtisch bayerisches Bier. Stefan Groitl, der 48-jährige Wirt, der das Haus in der vierten Generation führt, klingt zum Thema Nichtraucherschutz wie ein Zerrissener. „Auf der einen Seite sehe ich nicht ein, dass bei diesem Thema so viel Intoleranz im Spiel ist. Wenn bei einem Wirt die Lüftung gut funktioniert, muss Rauchen doch möglich sein. Natürlich nicht während der Essenszeiten, aber davor und danach“, sagt er.

In seiner Gaststube habe er einen 30-prozentigen Umsatzrückgang zu verzeichnen, in seiner Bar ein Minus von 50 Prozent. Auch er klagt über das Verschwinden der angeblich früher vorhandenen Gemütlichkeit. „Die Raucher gehen nach draußen und unterhalten sich auf der Straße, die anderen bleiben drinnen. Das hat schon bei so manchen Hochzeiten fürchterlich gestört.“

Stefan Groitl kann trotz seines Unmutes dem totalen Rauchverbot in Bayern auch etwas Gutes abgewinnen. In seinem Bekanntenkreis hätten schon zahlreiche Leute mit dem Rauchen vollständig aufgehört. Auch er selbst. „Ich habe mir damals die Frage stellt, ob ich als Wirt aufhöre mit dem Rauchen. Jetzt rauche ich nicht mehr.“

Seine Aushilfskellnerin Karin steht hingegen nach wie vor zur Zigarette. Bei einem Nebeneingang des Gasthauses stehen Aschenbecher, die sie regelmäßig frequentiert. „Ich arbeite auch in einem Lokal in Oberndorf. Dort ist das Rauchen kein Problem“, sagt sie. Auch sie plädiert für eine Wahlfreiheit des jeweiligen Gastwirts, ob bei diesem geraucht werden darf oder nicht. „Aber wahrscheinlich beruhigen sich diese Diskussionen erst dann, wenn auch in Österreich ein totales Rauchverbot in der Gastronomie wie in Bayern eingeführt wird.“
 

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Alles nur Schall und Rauch?

 Nichtraucherschutz. Soll man das Rauchen in Gaststätten komplett verbieten? Diese Debatte entflammt seit Jahren die heimische Politik und die Stammtische im Tennengau. Trotz vermehrter Argumente dafür bleibt aber alles wie gehabt.

Jakob Hilzensauer Tennengau. „Endlich Nichtraucher. Der einfache Weg mit dem Rauchen Schluss zu machen“ – so lautet der Titel des Bestsellers von Allen Carr, der angeblich die Abhängigkeit von Glimmstängel und Co. zur Gänze in Rauch aufgehen lässt – zumindest für die Raucher selbst. In der Gesetzgebung ist das freilich nicht so einfach.

In Österreichs Gastwirtlandschaft ist dieser Titel wortwörtlich vorerst weiterhin nur heiße Luft. Vergangene Woche entflammte nach Initialzündungen von Grünen und Neos im Nationalrat erneut eine hitzige Diskussion, ob denn die Gaststätten Österreichs zur Gänze rauchfrei werden sollten. Dieser Antrag ist wieder vom Tisch. Der Status Quo wird beibehalten: Raucher und Nichtraucher werden weiterhin je nach Größe des Lokals getrennt oder müssen sich einen Bereich teilen. Führt der Weg zu sanitären Einrichtungen durch den Raucherbereich heißt es somit für Nichtraucher weiterhin „Luft anhalten“.

Durchatmen hingegen heißt dies vorerst für jene Betriebe, die im Zuge der Gesetzesänderung aus dem Jahr 2009, teils hohe Summen investieren mussten, um die Raucher von von den Nichtrauchern räumlich zu separieren.

Doch viele heimische Betriebe wären von einer einheitlichen Nichtraucherregelung nicht sonderlich betroffen. Traditionelle Wirtshäuser im Tennengau haben meist mehrere Gastzimmer – eine Vielzahl derer ist jetzt schon rauchfrei. So auch etwa beim Gasthof Langwies in Bad Vigaun. Lediglich im Barbereich darf nach Lust und Laune gequalmt werden. Für Inhaber Josef Brunnauer ist hier klar: „Unsere Gäste schätzen diesen Bereich. Vor allem deutsche Touristen wundern sich vorerst, dass sie zum Rauchen nicht rausgehen müssen – und freuen sich danach.“

Und wenn alles rauchfrei sein müsste? „Uns würde das nicht so stark treffen, wir haben eine optimale Aufteilung unserer Gasträume. Schlimm wäre das für jene, die viel Geld in die Hand nehmen mussten, um die Bereiche zu trennen. Hierbei fehlte der Regierung der Bezug zur Basis der Bevölkerung. Eine erneute Änderung des Gesetzes kann ja wirtschaftlich verheerende Ausmaße annehmen für einzelne Gastwirte.“ Effektiv betroffen wären aber nur wenige Betriebe. Diesen würde die Regierung auch Subventionen anbieten, sollten neuerliche Kosten für Umbauarbeiten entstehen. Ausländische Beispiele zeigen: Es funktioniert Ängste, dass die Gäste ohne Raucherbereiche gänzlich ausbleiben, widerlegen die Beispiele Bayern, Italien, England oder Irland. Dort gilt absolutes Rauchverbot in Bars und Lokalen – die Pubs und Wirtshäuser werden trotzdem weiterhin frequentiert. Wer qualmen will, geht eben raus.

Im Tennengau haben einige Gaststätten bereits freiwillig auf „Nichtraucher“ umgestellt. Ein Umstand, der auch von rauchenden Gästen sowie Angestellten dankend angenommen wird. Argumente wie „Kleidung stinkt nicht mehr“, „gesünder“, „bessere Luft“ hört man in Gesprächen mit Wirten und Gästen ständig.

http://search.salzburg.com/display/tn061800_06.02.2014_41-50892532

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Nichtraucherschutz: Österreich auf letztem Platz

Florian Bayer 10. April 2014, 16:21


 
    "Für unseren Nichtraucherschutz müssen uns wirklich schämen", sagt Präventivmediziner Manfred Neuberger von der Med-Uni Wien.


    Aktuelle Studien, die Österreich ein schlechtes Zeugnis ausstellen:


http://derstandard.at/1395364865773/Nichtraucherschutz-Oesterreich-auf-letztem-Platz

    "Failure of Tobacco Control in Central Europe"
    Download

    "Exposure to ultrafine particles in hospitality venues with partial smoking bans"
    Download

    "Tobacco control in Europe"
    Download

    "No Borders for Tobacco Smoke in Hospitality Venues in Vienna"
    Download

    "Raucherentwöhnung und Tabakprävention in Österreich" (Artikel in Jatros Pulmologie)
    Download


Ein unzureichendes Rauchverbot, niedrige Steuern und enormer Einfluss der Tabakindustrie auf die Politik sind die Ursachen, sagt Präventivmediziner Manfred Neuberger

Österreich liegt auf dem letzten Platz im Ranking der Europäischen Krebsliga zum Nichtraucherschutz, das kürzlich veröffentlicht wurde. "Wir haben von 34 Ländern die schlechteste Tabakkontrolle. Im internationalen Vergleich müssen wir uns wirklich schämen", sagt Manfred Neuberger, Leiter der Abteilung für Allgemeine Präventivmedizin an der Med-Uni Wien, im Gespräch mit derStandard.at. Er war einer der lediglich drei österreichischen Teilnehmer an der 6. Europäischen Konferenz zum Einfluss von Tabakkonsum auf die Gesundheit, die in Istanbul stattfand.

Andere holen auf, Österreich nicht

Während etwa Ungarn ... http://derstandard.at/1395364865773/Nichtraucherschutz-Oesterreich-auf-letztem-Platz

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http://www.salzburg.com/nachrichten/gesundheit/sn/artikel/oesterreich-schlusslicht-bei-nichtraucherschutz-100461/

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http://search.salzburg.com/display/ks120400_12.02.2014_41-51118023

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Europa / Luxemburg: Rauchverbot? Kein Problem!
« am: April 10, 2014, 20:13:45 Nachmittag »

Lucemburg

Veröffentlicht am 08.04.14 11:06

Rauchverbot? Kein Problem!

Es weht ein frischer Wind in Luxemburg – genauer gesagt in Bars, Cafés und Diskotheken im ganzen Land. Knapp drei Monate nach der Einführung eines generellen Rauchverbots scheinen sich die Kunden, zumindest in der Hauptstadt, mit dem neuen Gesetz abgefunden zu haben.

Wort.lu hat an einem Freitagabend nachgefragt: Sowohl Raucher als auch Nichtraucher sprachen sich für das Rauchverbot aus. Ein Hauptargument fiel dabei immer wieder – man stinkt nicht mehr nach Zigarettenrauch, wenn man nach einem Abend mit Freunden nach Hause kommt.

Das milde Wetter der vergangenen Wochen  ... http://www.wort.lu/de/view/rauchverbot-kein-problem-5343bc1ae4b0c1061742092f