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Nachrichten - admin

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Sonstiges / Ab 15.1.2010: 21.1.10, Pressekonferenz in Wien, Feinstaub-Passivrauch
« am: Januar 21, 2010, 22:33:10 Nachmittag »
FEINSTAUB UND PASSIVRAUCH
Unsere Lungen haben eine innere Oberfläche von etwa der Größe eines Tennisplatzes und
sind so ein ganz bedeutendes Umweltorgan. Zudem atmen wir täglich, abhängig von den Aktivitäten,
ungefähr 10.000 Liter Luft und die darin enthaltenen Schadstoffe ein und aus. Die Größe der
Partikel bestimmt die Eindringtiefe. Größere Partikel über 10 μ werden bereits im Nasen-Rachen-
Raum abgefangen und kommen kaum in die große Luftröhre. Partikel von der Größe unter 3-4 μ,
das ist zirka die Hälfte eines roten Blutkörperchens, kommen bis in die Lungenbläschen, den Alveolen.
Dies ist der Ort des Gasaustauschs. Aber auch bis in diesen Bereich gelangende Partikel
können direkt in die Blutbahn übertreten oder von sogenannten Freßzellen aufgenommen werden
und über die Lymphbahnen letztlich im Körper verteilt werden. Diese Partikel können nun mit geeigneten
Meßgeräten gemessen und bestimmt werden. Dabei werden üblicherweise die Größenordnungen
von 10 μ, 2,5 μ und 1 μ gemessen, aber auch die Partikel unterhalb dieser Größenordnung,
die Nanopartikel, rücken immer mehr in das Interesse der Wissenschaft. Diese Partikel werden in
der Literatur mit PM (= Particulate Matter) 10, PM 2,5 und PM 1,0 angegeben. Die gesundheitlichen
Störungen durch diese Partikel betreffen in erster Linie Veränderungen der Bluteigenschaften
und dadurch Störungen im Herz-Kreislaufsystem. Des weiteren sind alle Wirkungen der über 4000
chemischen Substanzen im Zigarettenrauch, darunter auch 90 krebserregende oder krebsverursachende
Substanzen, im Einzelnen noch gar nicht im letzten Detail erfaßt. Wir wissen nur, daß die
Hälfte der Zigarettenrauch inhalierenden Personen davon einen Schaden erleidet und auch frühzeitiger
stirbt.
Wir halten uns in etwa 90 % unserer Zeit in Innenräumen auf. Die Belastung mit Feinstaub
durch Zigarettenrauch ist vielfältig dokumentiert. Invernizzi aus Italien konnte eindrucksvoll zeigen,
daß drei qualmende Zigaretten in einem Garagenraum fünfzehnfach höhere Feinstaubkonzentrationen
verursachen als ein laufender Ökodieseltraktor. In Gaststätten konnte z.B. Neuberger massiv
erhöhte Feinstaubwerte finden, die bei nicht strikter räumlicher Trennung im Nichtraucherbereich
nur unwesentlich vermindert sind. Daß eine Lüftung nicht ausreichend ist, ist schon lange
bekannt. Dazu wären unangenehme hohe Luftwechselzahlen erforderlich. Auch in einem Raucherraum
mußten wir vierzehnfach höhere Werte als der gesetzlich zulässige Grenzwert bei PM 10 von
50 μg/m³ feststellen. Selbst in der Nähe dieses Raumes waren Spitzenwerte je nach 'Türöffnung' zu
finden. Dieser Raum wurde bereits auch aufgrund dieser Messungen geschlossen. Es gibt nur mehr
'Freiluftplätze'. Repace aus den USA konnte eindrucksvoll die Veränderungen durch Rauchfreiheit
in den Lokalen dokumentieren. Da eindeutig die Gesundheitsgefährdung durch Aktiv- wie Passivrauch
belegt und dokumentiert ist, ist es nur logisch diese Noxe in Innenräumen zu vermeiden. Dies
gilt ebenso für Arbeitsplätze, z.B. in der Gastronomie als auch für alle Räumlichkeiten in denen wir
uns und ganz besonders die Kinder aufhalten. Dies wäre durch ein striktes Tabakgesetz ohne Ausnahmen
zu erreichen. Wir haben diesbezüglich einen dringendsten Nachholbedarf. Im Bereich der
Tabakkontrolle sind wir das europäische Schlußlicht. Ein diesbezügliches Handeln der Politik ist
dabei unbedingt und raschest zu fordern.
Prim. MR. Dr. Kurt AIGNER
Vorsitzender der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden
KH Elisabethinen, Pneumologie, 4010 Linz, Fadingerstr. 1
Tel.: 0732 76 76 4205, Fax: 0732 76 76 664205
kurt.aigner@elisabethinen.or.at www.aerzteinitiative.at
http://www3.interscience.wiley.com/journal/122595746/abstract?CRETRY=1&SRETRY=0
http://www.aerzteinitiative.at/LueftgDKFZ07.pdf
http://www.aerzteinitiative.at/IntJHyg2004.207.4.337-343.PDF
http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltmedizin/tabakrauchbelastung.htm
http://www.aerzteinitiative.at/ASchG30final.pdf

4862
Sonstiges / Re: Ab 15.1.2010: 21.1.10, Pressekonferenz in Wien - Prof. Neuberger
« am: Januar 21, 2010, 22:31:36 Nachmittag »
Prof. Dr. Manfred Neuberger, Ordinarius für Umwelthygiene, Leiter der Abt. für Präventivmedizin,
Medizinische Universität Wien. 1090 Kinderspitalgasse 15. <manfred.neuberger@meduniwien.ac.at>

Wann wird die Tabakpolitik medizinische Fakten zur Kenntnis nehmen?

Die Schweiz hebt 63,7% des Zigarettenpreises als Tabaksteuer ein und verpflichtet (Artikel
28 Absatz 2 c des Bundesgesetzes über die Tabakbesteuerung) Hersteller und Importeure von
Zigaretten zu einer Abgabe von 0,13 Rappen je Zigarette in einen Tabakpräventionsfonds. Es
stehen so pro Einwohner 1,56 € pro Jahr für die Tabakprävention zur Verfügung. Damit
gelang es, in nur 4 Jahren die Raucherprävalenz bei Teenagern (14-19a) von 31% (2001) auf
25% zu senken. Davon rauchen nur 13% täglich.
In Österreich gelang es der Tabakindustrie, jeden vierten 15-Jährigen zum täglichen Raucher
zu machen. Seit 2001/2 sind wir in Europa beim Raucheranteil der Teenager unangefochten
auf Platz 1: Jede(r) dritte 15-Jährige raucht wöchentlich und nur die Hälfte hat im letzten
Monat nicht geraucht. Das Einstiegsalter ist auf 11 Jahre gesunken.
Der Finanzminister scheint Tabaksteuern noch immer als Geschenk der Tabakindustrie zu
betrachten, um den Staatshaushalt zu sanieren und den Tabakhandel zu fördern. Tatsächlich
erwirtschaftet er damit ein jährliches Defizit von mindestens 511 Millionen Euro (noch ohne
Berücksichtigung aller Schäden durch Passivrauchen und Produktivitätsverlusten bei
Rauchern). Von über 60 Millionen € Tabaksteuern, die er allein von Minderjährigen jedes Jahr
einnimmt, hat er bisher keinen Cent der Tabakprävention gewidmet.1
Der Gesundheitsminister evaluiert noch immer ein Tabakgesetz, das von der Medizinischen
Universität Wien als “medizinisch und moralisch hoch problematisch” bezeichnet und dem
ein Scheitern vorausgesagt wurde, nachdem die Kritik der Akademie der Wissenschaften und
der Fachgesellschaften für Kinderheilkunde, Pneumologie, Kardiologie, Arbeitsmedizin,
Hygiene und des Krebsforschungsinstitutes vernichtend ausfiel.2
Der in Österreich für den Jugendschutz zuständige Wirtschaftsminister und die
verantwortliche Staatssekretärin scheinen noch zu überlegen, ob man den Jugendschutz auf
dem Altar des Tabakkartells opfern oder dem Beispiel Westeuropas3 und Nordamerikas folgen
soll. Längst sind die Tabakkonzerne Global Players geworden, die sogar die EU-Politik
beeinflussen4, deren langer Arm aber vor allem in Österreich kräftig mitmischt.5 Darüber
vergessen sogar die für den Fremdenverkehr zuständigen Stellen, dass unsere
gesundheitsbewussten Gäste über kurz oder lang in rauchfreie Quartiere in Südtirol,
Slowenien, Malta, etc. ausweichen werden. Im Facebook hat aber jetzt eine Initiative zu
einem Volksbegehren aufgerufen und in 4 Wochen schon über 77.000 wahlberechtigte
Unterstützer gefunden.
Für 2010 wünscht die Ärzteinitiative allen Menschen eine friedliche, soziale und saubere
Umwelt, den Kranken Genesung, den Rauchern Befreiung von ihrer Abhängigkeit,den
Nichtrauchern eine rauchfreie Atemluft und den Politikern ein Ohr für medizinisch –
wissenschaftlich gesicherte Fakten und den Mut, sich gegen Lobbies durchzusetzen.
1 Pock et al. 2009: Volkswirtschaftliche Effekte des Rauchens in Österreich und Einnahmen des
Staates aus dem Zigarettenkonsum Minderjähriger. Atemwegs- und Lungenkrankheiten 35.
2 http://www.aerzteinitiative.at/TabGes08.html
3 http://www.aerzteinitiative.at/BanEUwtschDKFZ10.pdf
4 http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1000202
5 http://www.aerzteinitiative.at/_Archiv_1.htm
Österrauch – Aschenbecher Europas Rückfragen: Tel. 01 4277 64710 Wien, 2010-01-21

4863
Sonstiges / Ab 15.1.2010: Pressekonferenz Wien 20.1.2010
« am: Januar 21, 2010, 20:59:06 Nachmittag »
Raucherschutz muss beendet werden!

Utl: Tabakgesetz muss leicht administrierbar sein

Umständliche und langwierige Verwaltungsstrafverfahren haben das Tabakgesetz in seiner Wirkung fast lahm gelegt, klagt Bundesleiter Robert Rockenbauer von der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher. Österreich dürfe nicht länger der Aschenbecher Europas sein, mahnt der 59-jährige "Nichtraucherschutzanwalt" aus Innsbruck. Der Kampf der Raucher gegen das Tabakgesetz gehe in die Verlängerung. Denn seit Inkrafttreten des Tabakgesetzes 2009 habe sich nichts Wesentliches zum Schutze der Nichtraucher verändert. Ein Beweis für die Untauglichkeit des Gesetzes, das dringend in Richtung eines generellen Rauchverbotes geändert werden müsse. Nach Aussagen Rockenbauers verstoßen in öffentlichen Orten wie Einkaufszentren, Supermärkten, Möbelhäusern, Einraum-Tankstellen usw. die Verantwortlichen zu 90 Prozent gegen das Tabakgesetz. Auch in den übrigen Lokalen außerhalb von öffentlichen Orten halten sich mindestens 60 Prozent der Wirte nicht an die gesetzlichen Vorschriften. Dass es dort zu weniger Meldungen bzw. Anzeigen komme, habe damit zu tun, dass der Bürger Verstöße durch die wettbewerbsverzerrende Übergangslösung für Ein-Gastraum-Lokale nicht so leicht erkennen könne. Gebe es eine Aushangspflicht für angesuchte Raumtrennungen, dann wäre es leichter und auch den Behörden würde man viel Arbeit ersparen. Die Handschrift der Wirtschaftskammer, ein Gesetz ohne staatliche Kontrollen zu schaffen, fördere die Untätigkeit der Wirte. Laut Gesetz können nur die Bürger Verstöße an die Behörden melden. Ohne Meldung keine Kontrolle. Ohne Kontrolle kein funktionierendes Gesetz. Wer jedoch kontrolliert und meldet, wird von der Wirtschaftskammer als Denunziant abgestempelt. Eine üble Taktik, die nur den Konflikt weiter anheizt und die Eskalation fördert.

Der Bundesleiter warnt vor Kompromissen im Gesundheitsschutz, denn die gehen immer zu Lasten der Gesundheit, sowohl der Nichtraucher als auch der Raucher. Ausnahmeregelungen gehen immer zu Lasten derer, die sie nicht haben. "Gerechtigkeit für alle" könne es nur mit einem einheitlichen Rauchverbot in der Gastronomie geben. Vor 35 Jahren hat Robert Rockenbauer angefangen, die ersten Nichtraucher-Ecken in den Innsbrucker SB-Restaurants zu schaffen. Nun sei die Politik gefordert, durch staatliche Kontrollen, sei es durch die Polizei und alle anderen Verwaltungsorgane (z.B. Erhebungsbeamte, Parksheriffs, mobile Überwachungsgruppe der Stadt usw.), mit sofortiger Abstrafung für die Einhaltung des Tabakgesetzes zu sorgen. Wer in Rauchverbotszonen raucht, solle nach Vorstellung Rockenbauers 50 Euro Bußgeld bezahlen und der Wirt, der ihn nicht daran hindert, das Zehnfache. Nach fünfmaligen Verstößen dann die Höchststrafe von 10.000 Euro. Vorsatz verlange Höchststrafen, sonst folge Chaos und Anarchie. Erst mit der sofortigen Abstrafung bekomme das Tabakgesetz seine Wirksamkeit und entlaste die Verwaltungsbehörden. Wer im Kanton Zürich ab 1.5.2010 in einem Café, einer Bar oder Kneipe beim Rauchen erwischt wird, wird von der Polizei mit 80 Franken bestraft. Im Wiederholungsfall sogar bis 1000 Franken. Was in anderen Ländern möglich ist, muss auch in Österreich möglich sein. Rockenbauer: "Ein leicht administrierbares Tabakgesetz ohne Ausnahmen fördert die Akzeptanz und die Einhaltung."

Erfreulich sei für Rockenbauer, dass der Gesundheitsminister klar zu erkennen gegeben habe, dass auch er mit dem derzeitigen Zustand der Missachtung des Tabakgesetzes durch die Wirte verärgert sei und eine Verschärfung des Tabakgesetzes angekündigt habe. Auch die Volksanwaltschaft ist tätig geworden und überprüft nun einige Fälle, wo es zu einem Amtsmissbrauch gekommen sein könnte. Behörden haben unverzüglich einer Anzeige oder Meldung nachzugehen, was aber nicht immer geschehe. Die Unterschiedlichkeit im Vollzug stößt Rockenbauer sauer auf. Bei den einen geht es schnell, bei den anderen sehr langsam. Die einen sehen einen Verstoß richtigerweise als Einzeldelikt (jede Meldung, soweit sie berechtigt ist, führt zu einer Strafverfügung mit ansteigender Höhe), die anderen sehen ein Fortsetzungsdelikt (zwischen Erhebung und Strafzustellung, die meist 3 - 4 Monate dauert, längstens 6 Monate, werden alle bis dahin einlangenden Beschwerden als ein Delikt gesehen). Die einen behandeln auch anonyme Meldungen, die anderen weigern sich, solchen Informationen nachzugehen, obwohl sie dazu verpflichtet sind.

Bundesleiter Robert Rockenbauer fordert, dass es für jene, die eine Meldung oder Anzeige tätigen, eine Auskunftspflicht geben müsse, damit man kontrollieren könne, ob und was die Behörde im einzelnen Fall unternommen habe. Umgekehrt müsse es einen Datenschutz für den Anzeiger gegenüber dem Angezeigten geben. Rockenbauer sind Fälle bekannt, wo der Wirt plakativ im Lokal verkündet, wer ihn angezeigt hat. Solche Personen können sich dann gerade in kleineren Gemeinden nicht mehr im Lokal blicken lassen. Sie werden mit üblen Beschimpfungen und Bedrohungen von Wirten und Gästen überhäuft. Der Gesetzgeber hätte wissen müssen, dass eine nicht staatliche Kontrolle den Konflikt zwischen Raucher und Nichtraucher verschärft.

Der Widerstand in der Bevölkerung gegenüber einer halbherzigen Lösung wächst. "Wenn uneinsichtige Wirte uns herausfordern", so Rockenbauer, "können wir mit mehr Kontrolle antworten. Wir sind keine Feinde der Wirte und wollen dem angeschlagenen Gastgewerbe, das seit den 90er Jahren mit Umsatzeinbußen zu kämpfen hat, nicht weiter durch Strafen schaden, sondern mit einem 'Tabakgesetz ohne Ausnahmen' helfen. 96 Prozent der Wirte wollen eine einheitliche Regelung (ausgenommen Wirte bis 50 qm)." Der Nichtraucherschutz habe absoluten Vorrang vor allen anderen Interessen. Das Grundrecht auf rauchfreie Atemluft gelte auch in der Gastronomie. Es sei traurig, so Rockenbauer weiter, dass es der "Nikotin-Drogenindustrie" immer wieder gelänge, durch geschickte Lobbyarbeit Emotionen und Kontroversen zu erzeugen und mit Horrorszenarien von Umsatzrückgängen die Regierungen von einem generellen Rauchverbot abzuhalten. Man müsse sich immer wieder fragen: "Wem nützt es". Rauchfreiheit nütze nur der Tabakindustrie, sehr zum Schaden der Wirte, der Nichtraucher und der Raucher. Die Tabakindustrie beeinflusse die nationale und europäische Gesetzgebung. British-American Tobacco (BAT) sei es gelungen, zusammen mit einer Gruppe anderer Hersteller gesundheitsschädlicher Produkte, in die Ausgestaltung des “impact assessment” (Einschätzungseffekt) einzugreifen. Für die Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher eine bereits 35-jährige schmerzvolle Erfahrung: "Nichtraucherschutz ist Gesundheitsschutz, doch dieser wird meistens den Wirtschaftsinteressen einzelner geopfert. Beweis: Von der Sachlichkeit her müssten heute Tabakwaren verboten werden. Von der Vernunft her müsste es schon längst ein Rauchverbot überall im geschlossenen Raum geben. Von den Emotionen her ist es bis heute nicht gelungen, Politiker zu diesem längst überfälligen Schritt zu bewegen." Das Volk brauche Politiker, die sich von einer Industrie distanziere, deren Produkte jährlich in Österreich allein über 11.000 ihrer Konsumenten umbringe und als "Nebeneffekt" auch noch über 1.000 Passivraucher in den Tod schicke!

Alles taktieren, hinauszögern und schüren von Kontroversen müsse nun ein Ende haben. Die wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit eines konsequenten Nichtraucherschutzes könne nicht mehr geleugnet werden. Daher fordert die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher von der Bundesregierung einen "umfassenden und ausnahmslosen Schutz aller Menschen vor Tabakrauch in geschlossenen Räumen." Das bedeute auf jeden Fall auch, dass Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr keine Raucherräume betreten dürfen und auch zu Hause geschützt werden müssten. Rockenbauer: "Rauchen muss sich auf jene Personen beschränken, die sich in ihrem gesundheitsschädigenden Tun einig sind und dabei nicht andere Personen mit Tabakrauch belästigen und gefährden. Da kann es keine Toleranz geben, denn Gesundheitsschädigung ist nicht toleranzfähig." Wirte seien gut beraten, sich für ein einheitliches, einfach exekutierbares Tabakgesetz mit einem generellen Rauchverbot einzusetzen, weil nur dann - nach einer ca. dreimonatigen Durststrecke - auch die Nichtraucher, die bisher Jahrzehnte von der Gastronomie ausgesperrt waren, wieder in die Lokale kommen würden. "Wirte sehen nur die Gäste, die schon bisher gekommen sind. Die größere Gruppe sind die Fernbleibenden, die sich nicht mit Tabakrauchgiften schädigen, gefährden, nötigen, vollstinken, krankmachen und umbringen lassen wollen", so Bundesleiter Robert Rockenbauer von der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher (www.alpha2000.at/nichtraucher).

Auch Dietmar Erlacher, Bundesobmann des Vereins "Krebspatienten für Krebspatienten", fordert von der Politik ein generelles Rauchverbot in allen Lokalen, weil nur so ein wirksamer Nichtraucherschutz erreicht werden könne. "Warum zeigen die tausenden Anzeigen bisher keine Wirkung? Ein Beweis dafür, dass das Tabakgesetz vollständig versagt hat." Auf www.sis.info können Bürger Verstöße gegen das Tabakgesetz melden.


4864
Sonstiges / Ab 15.1.2010: Pressekonferenzen
« am: Januar 21, 2010, 20:58:15 Nachmittag »
Krebspatienten für Krebspatienten
Initiative Rauchfreie Gaststätten                                                 
1220 Wien, Steigenteschg. 13/1/46, Tel. 0650-577-2395
www.krebsforum.at und www.rauchersheriff.at                 


                                                           
Sehr geehrte Damen und Herren!                        20.1.2010
Sehr geehrte Vertreter der Medien!

Seit einem Jahr gibt es ein neues Tabakgesetz. Die Hoffnung, dass es in Österreich nun endlich auch einen funktionierenden Nichtraucherschutz geben wird, war groß. Doch bereits nach wenigen Wochen wurde diese Hoffnung wieder einmal bitter zerstört: In den Lokalen wurde gequalmt wie eh und je.

Als Leiter des Vereins der bundesweiten Selbsthilfegruppen „Krebspatienten für Krebspatienten“ wurde ich deshalb immer wieder darauf angesprochen dieses Thema aufzugreifen, schließlich war bei einer überwie-genden Zahl unserer Mitglieder der Tabakrauch mit 68 kanzerogenen Stoffe die auslösende Ursache.

Im März 2009 fanden sich Krebspatienten, Ärzte, Studenten, Lungenkranke und zahlreiche Sympathisanten zusammen, um den fehlenden Nichtraucherschutz nachzuweisen. Das Ergebnis war katastrophal. Im Wiener Innenstadtbereich fehlte in mehr als 90% der Lokale der Nichtraucherschutz. Es folgten dann 11 Presse-konferenzen bundesweit. Die Verstöße wurden gesammelt und zur Anzeige gebracht. Das Ergebnis war in allen Landeshauptstädten gleich schlecht. In den Landgemeinden war dies noch unbefriedigender.

Mitte des Jahres mehrten sich die Hinweise, dass trotz dieser Anzeigenflut weiter geraucht wurde. Unsere Nachkontrollen ergaben ein nahezu unverändertes Bild. Die Vertreter der Sparte Gastronomie in der WKO machten dafür die aufschiebende Wirkung der Ansuchen um einen Umbau verantwortlich, also konzen-trierten wir uns nun auf die öffentlichen Bereiche, da hier das Rauchverbot bereits seit 2005 ohne Ausnahmeregelung gültig ist. Auch hier nahezu identisches Ergebnis: Mehr als 80% der Lokale in Einkaufszentren erlauben weiterhin das Rauchen.

Schließlich blieb nur mehr die Frage offen: Warum zeigten die tausenden Anzeigen bisher keinen Erfolg? Gespräche mit Vertretern der Behörden, dem Ministerium und der Volksanwaltschaft brachte die Wahrheit ans Licht: Anzeigen werden meist nicht als Einzeldelikt behandelt, sondern „gesammelt“; das Gesetz ist hier nicht ausreichend klar. Die Höhe der Strafe beträgt oft nur 100 Euro, oder knapp darüber, auch bei wiederholten Strafen. Die Anzeigen bleiben auf manchen Ämtern lange liegen, rund 6 Monate; Anzeigen die wir bei einer Pressekonferenz übergeben haben, verschwanden sogar.

Für uns ist klar, dass das Gesetz vollständig versagt hat. Auch im vergangenen Jahr starben in Österreich wieder mehr als 11.000 Raucher und mehr als 1.000 Passivraucher vorzeitig an den Folgen des tödlichen Tabakrauches. Es ist beschämend, dass die Politik einfach nur zusieht und zuwartet.

Wir freuen uns über das wachsende öffentliche Interesse. Weiterhin rufen wir auf zur Beteiligung an der von Gesundheitsminister Stöger initiierten anonymen Volksbefragung, auf www.sis.info 
Und im Internet formiert sich eine breite Masse, die ein Volksbegehren einleiten möchte. Wir empfehlen der Politik, die Zeichen der Zeit zu sehen. Wir denken, dass lediglich ein generelles Rauchverbot in allen Lokalen zu einem wirksamen Nichtraucherschutz führen wird, und der Zeitpunkt diese Notwendigkeit endlich durchzusetzen ist JETZT!

Dietmar Erlacher, Krebspatient, KfK Bundesobmann,
Leiter der „Initiative Rauchfreie Gaststätten“

4865
Sonstiges / Ab 15.1.2010: 21.1.10, Pressekonferenz in Wien
« am: Januar 21, 2010, 20:52:29 Nachmittag »
Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher (Aktiv seit 1975!)
Bundesleiter Robert Rockenbauer                     
Thomas-Riss-Weg 10, 6020 Innsbruck                       
p e r s ö n l i c h   e r r e i c h b a r:                                           
Beratungszentrum für Nichtraucher und Raucher
Haller Straße 3, 6020 Innsbruck
Telefon und Fax 0512 / 268025
Neu: 0664/9302958
Mo - Fr 9.30 - 12.30, 15 - 18.30 Uhr
Kto.Nr. 0000-075960 Tiroler Sparkasse (20503)
www.alpha2000.at/nichtraucher
nichtraucherschutz@aon.at


Sehr geehrte Nichtraucherin!
Sehr geehrter Nichtraucher!

Erinnerung
Informationsabend zum Nichtraucherschutz in Innsbruck und Wien

Innsbruck am 13.1.2010 um 19 Uhr im Austrotel,
Bernhard-Höfel-Straße 16 (gegenüber Media-Markt; Autobahnausfahrt Innsbruck-Ost). Eine Voranmeldung wäre hilfreich zwecks Saaleinteilung (Telefon, Mail, Fax). Um Konsumation (Getränke, nach Möglichkeit auch Abendessen) wird gebeten, damit sich die Saalmiete reduziert. Die erste halbe Stunde ist einem lockeren Kennenlernen gewidmet.
Das Austrotel ist komplett rauchfrei!
Parkplätze vor und hinter dem Hotel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus C (Richtung Baggersee-Rossau), bleibt direkt beim Hotel stehen.

Die nichtrauchende Bevölkerung muss besser über das Tabakgesetz aufgeklärt werden. Was kann/muss jeder einzelne dazu beitragen, dass nach einem Jahr der Missachtung des Nichtraucherschutzes mehr Effizienz und Nachhaltigkeit erreicht werden kann?
Mehr erfahren Sie von mir beim Info-Abend.

Ihre Teilnahme ist sehr wichtig!

Die gleiche Veranstaltung findet auch in Wien statt:
Wien (7. Bezirk) am 20.1.2010 um 19 Uhr im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche, Lindengasse 44a. Links neben dem Kircheneingang ist ein Tor und dann die Stiege hinunter zum Gemeindesaal.


Der Fortbestand der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher ist durch Subventionskürzungen und Rückgänge bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen in eine arge Schieflage geraten. Auch darüber müssen wir reden, wie alles weitergehen soll.

Die Teilnehmer beim  Informationsabend haben die Möglichkeit, Nichtraucher-Materialien (Plakate, Aufkleber usw.) im Werte von 5,- Euro mitzunehmen. Darüber hinaus gibt es einen großzügigen Mengenrabatt! Außerdem wollen wir eine Resolution an die Bundesregierung verfassen bzw. einen Text für die Pressekonferenz am 21.1.2010 in Wien vorbereiten.

Bitte kommen Sie zahlreich! Achtung: es sind nur Nichtraucher eingeladen!

Bitte nach Möglichkeit dieses Mail auch in Ihrem Verteiler weiterleiten.


Sie wohnen in einem anderen Bundesland und würden gerne auch in Ihrer Landeshauptstadt einen solchen Info-Abend besuchen?
Dann schreiben Sie mir. Welches Lokal wäre geeignet? Es muss ein Nichtraucherlokal sein.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Rockenbauer

4866
Sonstiges / 1.12.09 bis 31.1.2010: NR.-Schutz - 6.000 Anzeigen2009 - Facebook
« am: Januar 21, 2010, 20:11:54 Nachmittag »
Nichtraucher wollen Volksbegehren

Im Internet formieren sich die Nichtraucher. Sie fordern ein Rauchverbot in Lokalen. Minister Alois Stöger reagiert noch zaghaft.


Raucher- und Nichtraucherzonenlogos auf dem Display eines Laptops Facebook-Plattform: An die 18.000 Nichtraucher formierten sich bis Montagabend im Internet und fordern ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie. Die Politik reagiert zaghaft. DruckenSendenLeserbrief
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Auf der Internetplattform Facebook (www.facebook.com) wird massiv für ein generelles Rauchverbot in der heimischen Gastronomie mobil gemacht. 19.097 Sympathisanten haben sich in der Gruppe "Rauchverbot in Lokalen" bis gestern, Montag, eingetragen.

Organisator Hubert Doppelhofer definiert das Ziel: "Wir streben ein Volksbegehren an. In allen Lokalen und bei öffentlichen Veranstaltungen wollen wir ein generelles Rauchverbot erwirken." Der Haken dabei: Unterstützungserklärungen im Internet sind bestenfalls als Stimmungsbarometer zu verstehen. Um einen Antrag für ein Volksbegehren einzureichen, sind 8032 Unterschriften notwendig. Die Zahl ergibt sich aus der letzten Volkszählung. Doppelhofer gibt sich kämpferisch: "Die Stimmung in der Bevölkerung geht in Richtung generelles Rauchverbot. Unsere Initiative hat aber keinen politischen Hintergrund."
Ankündigungspolitik

Stöger A. Stöger: "Keine Ausreden mehr"Die Politik, allen voran Gesundheitsminister Alois Stöger, tut sich mit der Verschärfung des seit heuer gültigen Tabakgesetzes sehr schwer. Vorerst regiert Ankündigungspolitik. Stöger lässt die noch von Amtsvorgängerin Andrea
Kdolsky entworfene Tabakgesetz-Novelle jetzt evaluieren. Der Minister, mittlerweile Nichtraucher, kündigte jedoch ein strengeres Vorgehen gegen säumige Wirte an: "Wer dieses Kompromiss-Gesetz nicht einhält und angezeigt wird, muss in Zukunft sofort bestraft werden. Abmahnungen wird es nicht mehr geben. Ichakzeptiere keine Ausreden." Im Wiederholungsfall können Gastronomen und Wirte mit bis zu 10.000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Ein erstes Signal in Richtung Gastronomie setzte Stöger am Montag: "Die Übergangsfrist für bauliche Maßnahmen in den Gaststätten endet mit 1. Juli 2010. Ich denke nicht daran, diese Frist zu verlängern." Im internationalen Vergleich sieht er Österreichs Nichtraucherschutz in der Gastronomie "leider im unteren Drittel".

Minister fordert Strafen

Hinterleitner H. Hinterleitner: "Heiße Phase"Auch weil ein Großteil der Bezirksbehörden (Bezirkshauptmannschaften, Magistrate) ihrer Kontrolltätigkeit nicht nachkommt. Die Landeshauptleute, so Stöger weiter, haben in den vergangenen Tagen diesbezüglich ein Schreiben erhalten: "Wir haben eine Latte an Anzeigen. Die sind zu behandeln und es muss gestraft werden." Inoffiziell liegen mehr als 6000 Anzeigen vor.

Ines Ziegler, Kaffeehausbesucherin in Wr. Neustadt, glaubt, dass die Wirtschaft der Verlierer des Verbots ist: "Für sie wäre das Rauchverbot sicher ein großer Verlust, weil Raucher dann nicht mehr in die Lokale gehen." Für den Gastro-Sprecher der Bundeswirtschaftskammer, Helmut Hinterleitner, geht das Thema Tabakgesetz-Novelle jedenfalls jetzt in die heiße Phase: "Bis Juli 2010 müssen bundesweit noch etwa 10.000 Wirte bauliche Maßnahmen setzen. Wir legen unseren Mitgliedern nahe, dieser Aufforderung auch nachzukommen."

Ernst Riedl, Gastwirt in der UCI-Kinowelt wäre für eine solide technische Lösung - ob Rauchverbot oder nicht: "Gute Entlüftungsanlagen sind für Raucher und Nichtraucher wichtig." Im Parlament dürfte eine Verschärfung des Tabakgesetzes nicht die notwendige (einfache) Mehrheit finden. Obwohl sich die Grünen kürzlich für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie stark gemacht haben. Aus dem Büro des Gesundheitsministers kommt die Erklärung: "SP- und Grün-Stimmen sind da zu wenig." Bleiben die guten Vorsätze: Laut einer Umfrage des Fonds Gesundes Österreich wollen 16 Prozent der drei Millionen Raucher nach Silvester die Zigarette für immer ausdämpfen.
Link

    * www.facebook.com

4867
Stöger unterzeichnete Gesundheitsabkommen mit China
Treffen mit Gesundheitsminister Chen, Krankenhausbesichtigungen und Staatsbankett im Rahmen der Chinareise mit Bundespräsident Fischer

   Wien (OTS) - Gesundheitsminister Alois Stöger, der Bundespräsident
Heinz Fischer auf seinem Staatsbesuch in China begleitet, hat gestern
Mittwoch einen Arbeitsplan für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des
Gesundheitswesens zwischen der Republik Österreich und der
Volksrepublik China unterzeichnet. Die Unterzeichnung des Abkommens
fand in Anwesenheit der beiden Staatsoberhäupter Heinz Fischer und Hu
Jintao sowie mehrerer chinesischer und österreichischer
Regierungsmitglieder in der Großen Halle des Volkes in Peking statt.

Die Vereinbarung bekräftigt und regelt die enge Zusammenarbeit der
beiden Staaten, vor allem im Bereich der Traditionellen Chinesischen
Medizin (TCM). "Diese Verträge haben konkrete positive Auswirkungen
auf die österreichischen Patientinnen und Patienten", zeigte sich
Stöger erfreut.

"Durch das Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit China, dem Kernland der
TCM, können wir in Österreich eine noch bessere Qualitätssicherung
von derartigen Gesundheitsleistungen gewährleisten", erläuterte
Stöger die Wichtigkeit und Sinnhaftigkeit des "voneinander Lernens im
Gesundheitswesen". Stöger und seine Delegation besuchten auch ein
TCM- sowie ein traditionelles Krankenhaus. "Äußerst positiv
überrascht" war Stöger dabei von der "Vielfältigkeit der angebotenen
Gesundheitsleistungen dieser Spitäler".

Ein zweites Abkommen, welches Stöger mit Wang Yong, dem Direktor der
chinesischen Lebensmittelaufsichtsbehörde geschlossen hat, regelt die
Anforderungen für genetisches Material von Rindern für den Export von
Österreich in die Volksrepublik. Stöger verwies in diesem
Zusammenhang auf die ökonomische Bedeutung des Vertrages. "Das
verhältnismäßig kleine Österreich kann dem ökonomischen Riesen China
ein interessantes, weil qualitativ hochwertiges Produkt anbieten und
so großen wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen", so der
Gesundheitsminister, der nach Unterzeichnung der beiden Abkommen auch
am feierlichen Bankett von Staatspräsident Hu Jinato teilnahm.

Als weiteres Highlight im Rahmen des viertägigen Staatsbesuches stand
heute, Donnerstag, ein Arbeitsgespräch mit dem chinesischen
Gesundheitsminister Chen Zhu auf dem Programm. "Insgesamt herrschte
eine sehr gute Gesprächsbasis. Wir haben über die bisherige
Zusammenarbeit beider Länder im Gesundheitsbereich gesprochen und die
Weiterführung dieser Zusammenarbeit auch in Zukunft bekräftigt. Vor
allem zeigte mein Kollege Minister Chen großes Interesse am
solidarisch finanzierten österreichischen Gesundheitssystem",
schilderte Stöger das Treffen.

Im Anschluss reiste die Delegation weiter nach Shanghai, wo der
verbleibende letzte Tag des Staatsbesuches im Zeichen der EXPO 2010
stehen wird.

Rückfragehinweis:
   Bundesministerium für Gesundheit
   Sigrid Rosenberger, Pressesprecherin
   Tel.: +43/1/71100-4506
   sigrid.rosenberger@bmg.gv.at
   http://www.bmg.gv.at

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OTS0073    2010-01-21/10:45

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Manfred Neuberger schrieb:
Sehr geehrte Frau Staatssekretärin!
Umweltministerin Flemming berichtete nach unserem EU-Beitritt stolz, dass wir die damals in Österreich höheren Umweltstandards beibehalten und weiter ausbauen dürfen. Heute aber geben wir beim Klimaschutz ein schlechtes Beispiel und wirtschaften auf Kosten der nächsten Generationen. Von einem Umweltmusterland haben wir uns zum Aschenbecher Europas entwickelt, wie eine U.S. Zeitschrift schreibt. Der erste Kinderbericht der OECD zeigt, dass  unser früherer Stolz heute nur mehr ein Lippenbekenntnis bei Sonntagsreden ist. Wir geben pro Kind zwar noch immer relativ viel Geld aus, haben es aber trotzdem nicht geschafft, Kindern Chancengleichheit zu bieten und opfern die Gesundheit, vor allem der Kinder niedriger Bildungsschichten, den Geschäften der
Tabakkonzerne: Sie werden besonders früh zum Rauchen verführt, kommen später nicht mehr davon los und geben für eine Sucht ohne Genuss nicht nur einen größeren Teil ihres Einkommens aus, sondern bezahlen sie auch häufiger als andere mit ihrer Gesundheit und letztlich mit ihrem Leben.
Unter den 15-Jährigen ist der Anteil regelmäßiger Raucher in Österreich mit 27% bereits um mehr als ein Drittel über dem OECD-Schnitt. Die gesundheitlichen Folgen, besonders bei Frauen, stehen uns erst bevor.
Unsere Kinder und Enkel werden einmal fragen, welche Politiker die unkontrollierte Ausbreitung dieser Tabakepidemie zugelassen haben.
Am 20.9. habe ich die OECD-Studie und die beiliegende österreichische Studie an Bundes- und Vizekanzler geschickt, bisher ohne Reaktion. Dem Außenminister schrieb ich, dass ich um unsere Glaubwürdigkeit und unseren Ruf besorgt bin, wenn Luftreinhaltung und Kindergesundheit nur mehr Lippenbekenntnisse sind und wir uns nicht an das Rahmenübereinkommen der WHO halten, das Österreich ratifiziert hat (siehe unten). Sind die schmutzigen Geschäfte mit Japan Tobacco, BAT und Altria denn wichtiger als unsere Kinder? Wenn man die letzten Entscheidungen von Molterer für die Trafikanten, von Kdolsky für die Wirte und die  Weigerung von Pröll, einen Aufschlag auf die Tabaksteuer für einen unabhängigen Tabakpräventionsfonds einzuheben (wie in der
Schweiz) zusammenzählt, könnte man meinen, die ÖVP hätte sich von der
Familien- und Jugendschutz-Politik verabschiedet. Vielleicht können die ÖVP-Frauen daran etwas ändern und die männlichen Kollegen von der Notwendigkeit überzeugen, sich von der Tabakpolitik der FPÖ abzugrenzen.
Die Wähler werden es Ihnen danken.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Neuberger
(Ordinarius für Umwelthygiene an der MUW)

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Fritthum, Karl schrieb:
Sehr geehrter Herr Prof. Neuberger!
 
Im Auftrag von Frau Staatssekretärin Christine Marek möchte ich Ihnen für Ihre E-Mail ganz herzlich danken. Der Frau Staatssekretärin ist der Schutz unserer Kinder ein wichtiges Anliegen, wie das vor kurzem als Initiativantrag im Parlament eingebrachte Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder zeigt.
 
Frau Staatsekretärin Marek hat auf das Ziel, die Kinderrechte in der Verfassung zu verankern, lange hingearbeitet und dieses Vorhaben auch bewusst ins Regierungsprogramm aufgenommen. Im neuen Bundesverfassungsgesetz über die Rechte der Kinder sind der Schutz und die Fürsorge zum Wohle eines jeden Kindes festge¬schrieben und auch das Recht auf Partizipation hat einen zentralen Platz. Der Textvorschlag trifft also den Kern der UN-Kinderrechtekonvention, denn das Kindeswohl ist der zentrale Maßstab für alles Handeln.
 
Allerdings braucht es auch gute, einfache Gesetze für faire und gesunde Lebens-bedingungen aller unserer Kinder. Um diese aber zu bekommen, ist die Verankerung in der Verfassung eine wichtige Stütze. Ein in der Verfassung verbrieftes Grundrecht prägt das allge¬meine Rechtsbewusstsein positiv und stärkt die Verantwortlichkeit für den Schutz unserer Kinder. Dadurch stärken wir die Stellung des Kindes als Subjekt und anerkennen seinen Anspruch auf Achtung seiner Persönlichkeit.
 
Oftmals setzen sich jene mit den stärksten Lobbys am besten durch - Frau Staatssekretärin Christine Marek hat jedoch klar auf Seite der Kinder Position bezogen, da die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft zusätzliche Schubkraft gut gebrauchen können. Dies gilt auch für den von Ihnen angesprochenen Schutz der Kinder vor Tabakkonsum und -missbrauch. Im Rahmen der Möglichkeiten und Zuständigkeit des BMWFJ werden hier zahlreiche Maßnahmen gesetzt: Etwa im Bereich der Elternbildung wird intensiv an der Bewusstseinsbildung zum Thema Tabakmissbrauch gearbeitet. In der Kinder- und Jugendarbeit ist vor allem die Primärprävention in enger Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendorganisationen zu nennen. Zusätzlich gibt es in Österreich zahlreiche Suchtpräventionsstellen des Gesundheitsressorts.
Das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend wird sich im Bezug auf Förderungen in Zukunft verstärkt Projekten zum Thema Suchtprävention widmen.
 
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Weihnachtsfest und erholsame Feiertage!
 
Mit freundlichen Grüßen,
 
Karl Fritthum
 
Mag. Karl Fritthum
Kabinett der Staatssekretärin Christine Marek
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Federal Ministry of Economy, Family and Youth
1011 Wien, Stubenring 1
Tel.: +43 (0)1 711 00-5886
Fax: +43 (0)1 711 00-5542
mailto:karl.fritthum@bmwfj.gv.at
www.bmwfj.gv.at

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Betreff:    OECD: Rückständiger Kinder- und Jugendschutz in Österreich
Datum:    Mon, 04 Jan 2010 16:34:10 +0100
Von:    Neuberger <neuberger14@googlemail.com>

Antwort an:    manfred.neuberger@meduniwien.ac.at

An:    christine.marek@bmwfj.gv.at

CC:    Fritthum, Karl <Karl.Fritthum@bmwfj.gv.at>, Barbara.Leitner@bmwfj.gv.at, erasi@aon.at, Aigner Kurt Prim Dr <kurt.aigner@elisabethinen.or.at>, "Dorner Präs.MR.Dr.Walter" <dorner@aekwien.or.at>, Heinrich Klech Univ.Prof.Dr. <heinrich.klech@vscr.at>, Irmgard Homeier OA Dr. <irmgard.homeier@gmx.at>, Michael Studnicka UnivProfDr <m.studnicka@salk.at>, Rainald Martys <hor@kes.magwien.gv.at>, Sozialmedizin <michael.kunze@meduniwien.ac.at>

Referenzen:    <F3E0350543CD034280B775D3E8FDEC0B0122D5477B@BWAVIEVS20.bmwa.lcl>

Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Mag. Fritthum!
Wir freuen uns, dass Sie der Primärprävention einen hohen Stellenwert geben, selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendorganisationen, doch ist die dzt. Tabakepidemie unter Österreichs Kindern und Jugendlichen mit den vorhandenen Instrumenten allein (wie Suchtpräventionsstellen) nicht mehr zu bewältigen. Nikotin ist zwar meist die Einstiegsdroge, aber es wird von Suchtexperten, die sich hauptberuflich mit illegalen Drogen befassen müssen, oft bagatellisiert. Auch unterscheidet sich die Nikotinsucht grundlegend von der Alkoholsucht, wenngleich Kombinationen dieser Süchte häufig sind. Der von der Industrie geprägte Begriff "Tabakmissbrauch" verschleiert, dass es - im Gegensatz zu Alkohol - keinen unschädlichen Gebrauch von Zigaretten gibt: bereits 3 Zigaretten pro Tag verdreifachen das Risiko für Herzinfarkt und Lungenkrebs. Passivrauchen kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verdoppeln.
Studien in nord- und westeuropäischen Ländern zeigten, dass die "Elternbildung" zum Passivrauchen nach Einführung von Rauchverboten an Arbeitsplätzen und in öffentlich zugänglichen Räumen (ohne Ausnahmen für die Gastronomie) verbessert wurde. Das Bewusstmachen des Tabakrauches als Luftverschmutzung reduzierte seine soziale Akzeptanz und damit auch das Passivrauchen der Kinder zu Hause und die Verführung Jugendlicher zum Tabakkonsum. Auch eine Jugendkonferenz der EC kam zu dem Schluss, dass sich die Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor aktivem und passivem Rauchen auch an Erwachsene richten müssen, um erfolgreich zu sein.
Gerne steht Ihnen die Ärzteinitiative mit ihrem Wissenschaftlichen Beirat zu allen Fachfragen in diesem Zusammenhang zur Verfügung, damit Sie nicht auf verzerrte Sachverhaltsdarstellungen von Interessensgruppen und medizinischen Laien aus der Wirtschaftskammer angewiesen sind. Unsere Expertise ist evidenzbasiert und die Ergebnisse decken sich mit Aussagen von WHO und IARC und übrigens auch mit denen von Kollegen Rasinger.
Mit freundlichen Grüßen
Prim. Dr. Kurt Aigner & Prof. Dr. Manfred Neuberger 


4869

Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher (Aktiv seit 1975!)
Bundesleiter Robert Rockenbauer                     
Thomas-Riss-Weg 10, 6020 Innsbruck                       
p e r s ö n l i c h   e r r e i c h b a r:                                           
Beratungszentrum für Nichtraucher und Raucher
Haller Straße 3, 6020 Innsbruck
Telefon und Fax 0512 / 268025
Neu: 0664/9302958
Mo - Fr 9.30 - 12.30, 15 - 18.30 Uhr
Kto.Nr. 0000-075960 Tiroler Sparkasse (20503)
www.alpha2000.at/nichtraucher
nichtraucherschutz@aon.at


Sehr geehrte Nichtraucherin!
Sehr geehrter Nichtraucher!

Erinnerung
Informationsabend zum Nichtraucherschutz in Innsbruck und Wien

Innsbruck am 13.1.2010 um 19 Uhr im Austrotel,
Bernhard-Höfel-Straße 16 (gegenüber Media-Markt; Autobahnausfahrt Innsbruck-Ost). Eine Voranmeldung wäre hilfreich zwecks Saaleinteilung (Telefon, Mail, Fax). Um Konsumation (Getränke, nach Möglichkeit auch Abendessen) wird gebeten, damit sich die Saalmiete reduziert. Die erste halbe Stunde ist einem lockeren Kennenlernen gewidmet.
Das Austrotel ist komplett rauchfrei!
Parkplätze vor und hinter dem Hotel. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bus C (Richtung Baggersee-Rossau), bleibt direkt beim Hotel stehen.

Die nichtrauchende Bevölkerung muss besser über das Tabakgesetz aufgeklärt werden. Was kann/muss jeder einzelne dazu beitragen, dass nach einem Jahr der Missachtung des Nichtraucherschutzes mehr Effizienz und Nachhaltigkeit erreicht werden kann?
Mehr erfahren Sie von mir beim Info-Abend.

Ihre Teilnahme ist sehr wichtig!

Die gleiche Veranstaltung findet auch in Wien statt:
Wien (7. Bezirk) am 20.1.2010 um 19 Uhr
im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche, Lindengasse 44a. Links neben dem Kircheneingang ist ein Tor und dann die Stiege hinunter zum Gemeindesaal.


Der Fortbestand der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher ist durch Subventionskürzungen und Rückgänge bei Spenden und Mitgliedsbeiträgen in eine arge Schieflage geraten. Auch darüber müssen wir reden, wie alles weitergehen soll.

Die Teilnehmer beim  Informationsabend haben die Möglichkeit, Nichtraucher-Materialien (Plakate, Aufkleber usw.) im Werte von 5,- Euro mitzunehmen. Darüber hinaus gibt es einen großzügigen Mengenrabatt! Außerdem wollen wir eine Resolution an die Bundesregierung verfassen bzw. einen Text für die Pressekonferenz am 21.1.2010 in Wien vorbereiten.

Bitte kommen Sie zahlreich! Achtung: es sind nur Nichtraucher eingeladen!

Bitte nach Möglichkeit dieses Mail auch in Ihrem Verteiler weiterleiten.


Sie wohnen in einem anderen Bundesland und würden gerne auch in Ihrer Landeshauptstadt einen solchen Info-Abend besuchen?
Dann schreiben Sie mir. Welches Lokal wäre geeignet? Es muss ein Nichtraucherlokal sein.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Rockenbauer

4870
Österreichische Schutzgemeinschaft für Nichtraucher (Aktiv seit 1975!)
Bundesleiter Robert Rockenbauer                     
Thomas-Riss-Weg 10, 6020 Innsbruck                       
p e r s ö n l i c h   e r r e i c h b a r:                                           
Beratungszentrum für Nichtraucher und Raucher
Haller Straße 3, 6020 Innsbruck
Mo - Fr 9.30 - 12.30, 15 - 18.30 Uhr
Telefon und Fax 0512 / 268025
Neu: 0664/9302958
Kto.Nr. 0000-075960 Tiroler Sparkasse (20503)
www.alpha2000.at/nichtraucher
nichtraucherschutz@aon.at




Einladung zur Pressekonferenz

Sehr geehrte Redaktion!

Wir laden Sie sehr herzlich zur Pressekonferenz ein und bitten um Ihre Teilnahme. Helfen Sie mit Ihrer Berichterstattung, dem "Wischiwaschi-Gesetz" ein rasches Ende zu bereiten. Sie helfen damit der Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher, weitgehendst rauchfrei leben zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Robert Rockenbauer


Pressekonferenz am 21.1.2010
um 10 Uhr im Lokal "Fromme Helene"
Josefstädter Straße 15
1080 WIEN


Anwesend:

Robert Rockenbauer
Bundesleiter der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher

Die katastrophale Administration des Tabakgesetzes macht Österreich zur Lachnummer im Ausland. Ein Jahr Tabakgesetz und nichts Wesentliches hat sich zum Schutze der Nichtraucher verändert.  Österreich darf nicht länger der Aschenbecher Europas sein. Wir zeigen auf, wie sich die Effektivität und Nachhaltigkeit des Tabakgesetzes sofort umsetzen lässt. Weiters zeigen wir auf, wie die Wirtschaftskammer nicht die Interessen der Wirte vertritt, sondern die der Tabakindustrie.

oUniv.-Prof. Dr. Manfred Neuberger
Internist, Arbeits- und Umweltmediziner
Leiter der Abteilung Präventivmedizin, Institut für Umwelthygiene, Medizinische Universität Wien

Prof. Neuberger präsentiert eine neue österreichische Studie, die in Kooperation von Medizin und Wirtschaftswissenschaft entstand, sowie Konsequenzen für einen Kurswechsel in der Tabakpolitik.  Als Arzt möchte Neuberger Rauchern helfen, sich von der  Abhängigkeit zu befreien, bevor es zu spät ist und Nichtraucher vor dem Passivrauchen bewahren, damit sie nicht krank werden. Ein besseres Gesetz würde beides erleichtern.

Prim. MR. Dr. Kurt Aigner
Lungenfacharzt im Krankenhaus Elisabethinen GmbH, Linz
Präsident der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden   
www.aerzteinitiative.at

Prim. Aigner zeigt auf, warum die Luftreinhaltung in Innenräumen so wichtig ist und fordert ein striktes Tabakgesetz ohne Ausnahmen.

Dietmar Erlacher
Krebspatienten für Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen Österreich

Ein Erfahrungsbericht von Krebskranken.

4871
Sonstiges / 1.12.09 bis 31.1.2010: ORF, Hohes Haus, kein Nichtraucherschutz!
« am: Januar 17, 2010, 21:40:12 Nachmittag »
Der Beitrag von heute ist dzt. noch zu sehen unter:

http://tvthek.orf.at/programs/1264-Hohes-Haus/episodes/1178581-Hohes-Haus/1182641-Oesterreich-ist-ein-Land-der-Raucher

Leider war ein wichtiger Punkt inhaltlich wieder falsch! Der ORF berichtet nämlich immer wieder, dass ALLE Lokale in die Übergangsfrist fallen bis 01.07.2010. Wir wissen aber, in Wien haben nur 1500 Lokale für eine Fristverlängerung zum Umbau angesucht. Der große Rest von 90 % müsste bereits seit einem Jahr rauchfrei sein…..

Sei dabei, hilf dir und BM. Stöger,
der zur Volksbefragung über die Wirte aufgerufen hat: http://rauchersheriff.at/anzeigen/anzeigen.html


4872
Sonstiges / 1.12.09 bis 31.1.2010: Ich als Gesundheitsminister meine .........
« am: Januar 14, 2010, 13:07:44 Nachmittag »

http://www.vienna.at/news/politik/artikel/warnung-fuer-wirte/cn/news-20100114-10304297

14.1.2010

Warnung für Wirte

Rauchverbot: Gesundheitsminister Stöger kündigt Kontrollen und Strafen an.

Demnächst wird es ein Volksbegehren für ein „Rauchverbot in Lokalen“ geben; die Bürgerinitiative hat schon mehr als 71.000 Unterstützer(innen). Wir nehmen an, dass Sie als Gesundheitsminister erfreut darüber sind.

Stöger: Ich bin über jede Initiative erfreut, die dazu beiträgt, dass Menschen aufhören zu rauchen.

Die Initiative ist ein Aufstand gegen die geltende Regelung, derzufolge es etwa möglich ist, in Lokalen in abgetrennten Bereichen zu rauchen. Sie selbst haben schon kritisiert, dass viele Wirte diese Regelung nicht einhalten. Sind Sie letztlich also für ein generelles Rauchverbot?

Stöger: Die Wirte haben dem Nationalrat eine Kompromisslösung abgerungen. Und ich erwarte mir, dass sie sich daran halten. Wenn sie das tun, dann sinkt die Zahl der Räume, in denen geraucht wird. Und das unterstützt wiederum Menschen auf ihrem Weg zum Nichtraucher.

Die Kompromisslösung ist unter Ihrer Vorgängerin Kdolsky (ÖVP) zustande gekommen. Sind Sie zufrieden damit?

Stöger: Der Nationalrat hat die Lösung beschlossen. Über den Inhalt kann man immer streiten. Einige meinen, ein generelles Rauchverbot wäre besser. Die Mehrheit der Wirte hat sich dagegen ausgesprochen, aber die Verpflichtung übernommen, die nunmehrige Lösung einzuhalten. Das wollen sie jetzt nicht. Sie glauben, sie könnten sich durchschwindeln. Das kann es nicht geben. Daher werden wir eine Evaluierung vornehmen und dann die Kontrollen massiv verstärken und jedenfalls Strafen aussprechen.

Europaweit geht der Trend zu einem Rauchverbot in Gastronomiebetrieben. Daher noch einmal die Frage, ob Sie auch dafür sind?

Stöger: Ich bin jedenfalls für ein Rauchverbot in den Räumen, in denen ich lebe.

Und in den Gastronomiebetrieben?

Stöger: Das Rauchverbot ist eine rechtliche Frage. Es wird immer Menschen geben, die rauchen. Es geht darum, das Rauchen einzuschränken. Wir haben schon viele Verbesserungen erreicht. Vor 20 Jahren ist wesentlich mehr geraucht worden. In Unternehmen wird kaum noch geraucht; jetzt setzen wir bei den Gastronomiebetrieben entsprechende Schritte.


Anmerkung:
Mir ist ein großes Strafamt in Österreich bekannt, welches (gesetzeskonform?) bereits seit ca. 4 Wochen täglich Lokale auf den Nichtraucherschutz lt. Tabakgesetz kontrolliert, sowie oberste Organe einer Landeshauptstadt, mit "Masterplan für den Nichtrraucherschutz", die seit 2.1.2010 im Einsatz sind, auf Grund unserer zig Anzeigen.



4873
Sonstiges / 13.1.10 bis ....: Therme Loipersdorf, danke! Und ..........!
« am: Januar 14, 2010, 01:01:23 Vormittag »
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Mittwoch, 13. Jänner 2010 23:50
An: 'Mag. Peter Kospach'; 'Manfred Körper'; 'Franz Radl'
Cc: 'franz.voves@stmk.gv.at'; 'bettina.vollath@stmk.gv.at'; 'bhff@stmk.gv.at'; 'post.ai11@arbeitsinspektion.gv.at'
Betreff: Therme Loipersdorf seit 11.1.2010 für Nichtraucherschutz! 2008: 11.000 Tote durch Tabakkonsum und 1.029 Passivrauchtote!
Wichtigkeit: Hoch

     
                         K f K
  Verein Krebspatienten für Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                     Österreich
    Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
Initiative Rauchfreie Gaststätten: www.sis.info
Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
    Tel. 01-577-2395, Mobil 0650-577-2395
kontakt@krebspatient.at  www.krebsforum.at
    Dietmar Erlacher, Bundesobmann



Sehr geehrter Herr Geschäftsführer Mag. Kospach,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Gäste und Beschäftigten, und etliche Organisationen mit zehntausenden Mitgliedern, freuen sich über diesen Schritt zur Rauchfreiheit in der Therme Loipersdorf. Damit halten Sie sich seit 11.1.2010 an das Gesetz seit 1.1.2005(!).

Ihre Entscheidung, dass die Therme Loipersdorf ab sofort rauchfrei ist, haben wir bereits im Internet mehrfach bekannt gegeben, so auch im neuen Facebook für „Generell Rauchfreie Lokale“; Besuche wurden bereits angekündigt! Dort sind nach nicht einmal 4 Wochen bereits 70.000 Mitglieder, die ein Volksbegehren mit 100.000 Stimmen vorbereiten:  http://www.facebook.com/topic.php?topic=12149&post=58256&uid=207474724730#/group.php?gid=207474724730&ref=nf   

Wir sind für die Einhaltung des gesetzlichen Nichtraucherschutzes und gegen Unlauteren Wettbewerb. Wir sind für das Anzeigen von Lokalbesitzer (bisher über 4.000), die sich seit 1.1.2009 bzw. seit 1.1.2005 nicht an das Gesetz für den Nichtraucherschutz halten. Zum Letzteren: Das sind Einkaufszentren (außer z. B. Graz/Seiersberg) und Öffentliche Gebäude, wie im Gesundheitsministerium oder im AKH Wien. In 11 bundesweiten Pressekonferenzen haben wir jedes Mal hunderte Anzeigen übergeben, in Graz, wie auch am 13.8.09 in Klagenfurt. Dass dieses Paket von 225 Anzeigen „verschwunden“ ist, alle Anzeigen aufwändig neu erstellt wurden, nochmals der Behörde übergeben werden mussten, ist betrüblich. Dass nach weiteren 4 Monaten das LKH Klagenfurt, LKH Villach, ÖBB Klagenfurt und Villach, weitere 50 Lokale in Villach, immer noch nicht den Nichtraucherschutz einhalten, ist eine Frechheit. Wir werden darüber detailliert den Volksanwalt Dr. Kostelka, den Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz Landeshauptmann Niessl, etc., informieren.

Damit Ihre Therme nicht der rauchenden Konkurrenz unterliegen muss, laden wir auch Sie ein, uns offizielle oder anonyme Anzeigen zu senden:  http://rauchersheriff.at/anzeigen/anzeigen.html

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Erlacher, Krebspatient

PS: Durch diesen „Erfolg“ angespornt, werden wir in den nächsten Tagen rund 300 Lokale besuchen und fast ebenso viele Anzeigen an die Behörden senden.

ABSCHRIFT:
Alois Stöger diplome, BM. für Gesundheit
Reinhold Mitterlehner, Dr., BM. für Wirtschaft, Familie und Jugend
Rudolf Hundstorfer, BM. für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Herbert Tumpel, Arbeiterkammer Präsident (Arbeitnehmerschutz)
Erich Foglar, Gewerkschafts-Präsident (Arbeitnehmerschutz)
Androula Vassiliou, EU-Gesundheitskommissarin
Vladimir Spidla, EU-Sozialkommissar
Peter Kostelka, Dr., Volksanwalt
Werner Faymann, SPÖ
Josef Pröll, ÖVP
Glawischnig, Grüne
fallw. an SR. Mag. Birbaumer, Öffentlichkeitssprecher aller Wr. Bezirksämter
u. a., wie z. B.
Ihre Gemeinde-, Bezirks- und Landespolitiker und ggf. Medienvertreter, da Sie mit Ihrer Therme im Öffentlichen Interesse stehen.

4874
Sonstiges / Re: 13.1.10 bis ........: Arbeitsinspektorat zum Fall Loipersdorf
« am: Januar 13, 2010, 22:48:31 Nachmittag »
 Re: 13.1.10 bis .................: Arbeitsinspektorat zu Loipersdorf!
« Antworten #3 am: Heute um 09:37:55 pm » Zitat 

--------------------------------------------------------------------------------


Arbeitsinspektorat Graz
Arbei t s ins pek t orat Graz
8 0 4 1 Gr a z , L i e b e n a u e r Ha u p t s t r a ße 2 - 6 , S t i e g e D • T e l . : 0 3 1 6 4 8 2 0 4 0 • F a x : 0 3 1 6 4 8 2 0 4 0 9 9
E-Ma i l : p o s t . a i 1 1@a r b e i t s i n s p e k t i o n . g v . a t • DVR: 0 5 0 1 5 9 0
www. a r b e i t s i n s p ek t i o n . gv . at
Verein für Krebspatienten für
Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer
Selbsthilfegruppen Österreichs
______________________________
Name/Durchwahl:
DI Gerhard Esterl / 10
Geschäftszahl:
080-199/2-11/09
Ihre Zahl/Ihre Nachricht vom:
______________________________
Antwortschreiben bitte unter Anführung der Geschäftszahl
und, falls technisch möglich, an die E-Mail Adresse
post.ai11@arbeitsinspektion.gv.at richten.

Graz, 22. Dezember 2009

Sehr geehrte Damen und Herren!

Ihre Mitteilung betreffend der Therme Loipersdorf betrifft ausschließlich Übertretungen des
Tabakgesetzes.
Für die Überprüfung der Einhaltung des Tabakgesetzes ist die Arbeitsinspektion nicht
zuständig.
Zuständige Behörde für die Vollziehung des Tabakgesetzes ist die
Bezirksverwaltungsbehörde, die von Ihnen ja bereits informiert wurde.
Aus dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt (fehlende Kennzeichnung, Rauchen neben
der Warteschlange) ergeben sich keine Übertretungen von
Arbeitnehmerschutzbestimmungen.
Sollten Ihnen Übertretungen von Arbeitnehmerschutzvorschriften (z.B. § 34
ArbeitnehmerInnenschutzgesetz - ASchG, BGBl. Nr. 450/1994 i.d.g.F.)
bekannt werden, ersuchen wir Sie um Mitteilung.
Die Arbeitsinspektion ist verpflichtet, jedem Verdacht von Übertretungen von
Arbeitnehmerschutzvorschriften nachzugehen.
Mit freundlichen Grüßen!
Der Leiter des Arbeitsinspektorates
ESTERL

Anmerkung:
Robert weist richtigerweise darauf hin, bei der Zusendung von Anzeigen an uns, unter Bemerkungen, Details anführen: Wie viele Raucher, wie viele Aschenbecher, genaue Raumbezeichnung, wie viele weibl./männl. Kellner. Dann ist das Arbeitsinspektorat "im Einsatz".

Anzeigen bitte auf:
http://rauchersheriff.at/anzeigen/anzeigen.html

4875
Sonstiges / Re: 13.1.10 bis .................: Ich bau mir eine super Lüftung ein!
« am: Januar 13, 2010, 22:33:02 Nachmittag »

o.UnivProf.Dr.med. Manfred Neuberger                                                   
Ordinarius für Umwelthygiene
Arbeits u. Betriebsmedizin
Hygiene u. Präventivmedizin,
 A - 1095 Wien, Kinderspitalg. 15                                                                     


Können Luftfilter

<http://www.ashrae.org/content/ASHRAE/ASHRAE/ArticleAltFormat/20058211239_347.pdf>
ein Rauchverbot <http://www.hhs.gov/news/press/2006pres/20060627.html>
ersetzen? - Nein. Diese Geräte beseitigen nur sichtbare Rauchschwaden, reduzieren feine Rauchpartikel aber ungenügend. In der Regel ist schon ihr Luftdurchsatz <http://www.repace.com/pdf/iaqashrae.pdf>
unzureichend. Dazu müssten Filter <http://www.repace.com/factsheet.html>
ständig gewechselt werden. Eine wesentliche Fraktion des gefährlichen Nebenstromrauches wird überhaupt nicht reduziert: die schädlichen <http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/rauchen/425737/index.do>
Gase <http://www.aerzteinitiative.at/images/ventilationNOxCO.jpg>. 
(Auch im Flugzeug <http://www.aerzteinitiative.at/aircraft04.pdf>
konnten Klimaanlagen die verrauchte Luft nicht reinigen: Von den lungengängigen Staubteilchen stammten in der Raucherzone 95% und in der Nichtraucherzone 85% aus der Zigarette). Selbst teure Lüftungsanlagen <http://www.tobaccoscam.ucsf.edu/resource/resource_vent.cfm> schaffen keine rauchfreien Räume, sondern nur Rauchverbote <http://www.tabakkontrolle.de/pdf/AdWfP_lueftungstechnische_Anlagen.pdf>.
Das bewiesen sowohl Feldstudien
<http://www.aerzteinitiative.at/LueftgDKFZ07.pdf> in Gasthäusern <http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/umweltmedizin/tabakrauchbelastung.htm>
wie Experimente <http://www.aerzteinitiative.at/LueftgIspra05.pdf> in einer großen Klimakammer. In Finnland hat der Versuch versagt, Nichtrauchersektionen in Gasthäusern <http://annhyg.oxfordjournals.org/cgi/content/abstract/50/4/331> besser zu belüften. Aus dem österreichischen Arbeitnehmerschutzgesetz wurde im §30 die Belüftung mit der Begründung <http://www.aerzteinitiative.at/ASchG30final.pdf> gestrichen, dass sie die Gesundheitsschäden durch Passivrauchen nicht verhindern kann.