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Nachrichten - admin

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Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

Christine_Oppitz_Plorer: Der Chat beginnt in wenigen Minuten, die Frau Bürgermeister trifft jeden Moment in der TT-Redaktion ein.
Christine_Oppitz_Plorer: Die Frau Bürgermeister trifft gerade ein. Wir beginnen bald mit dem Chat, Sie können Ihre Fragen bereits stellen...
Christine_Oppitz_Plorer: Guten Tag. Wir beginnen mit dem Chat pünktlich um 11.30 Uhr!
Christine_Oppitz_Plorer: Schönen Vormittag. Wir beginnen jetzt mit dem Chat, die Frau bürgermeister ist eingetroffen. Stellen Sie Ihre Fragen!
hau_das_gnu: hallo frau bürgermeisterin - wie haben sie sich im amt eingelebt ?
Christine_Oppitz_Plorer: Habe mich sehr gut eingelebt, weil ich gemeinsam in der Übergangsphase mit Frau Bürgermeisterin in Ruhe, Hilde Zach, schon vieles vorbereitet habe. Es ist ein großes Aufgabengebiet. Sehr interessant. Im Magistrat habe ich hervorragende Mitarbeiter und außerdem 40 sehr aktive Gemeinderäte.
Christine_Oppitz_Plorer: check: was sind die größten herausforderungen für sie in den kommenden zwei jahren...
Christine_Oppitz_Plorer: Wir haben heuer im Herbst ein Doppelbudget zu verabschieden - für die Jahre 2011 und 2012. Wir haben die Rahmenbedingungen für zwei große Projekte sichern können. Da hängen allein in der Bauphase 400 Arbeitsplätze dran. Damit können danach über 600 Arbeitsplätze dauerhaft abgesichert werden. Eine riesige Herausforderung sind auch die Bauarbeiten für die Erweiterung der Fußgängerzone in der südlichen Maria-Theresia-Straße. Dann noch die Verlängerung der Straßenbahn zum fünften Gymnasium mit den Baumaßnahmen Brunecker- Salurnder und MT-Straße.
Christine_Oppitz_Plorer: heldderstadt: Was sagen Sie zu den Querelen in der FPÖ Tirol bzw. in der Stadt? Sehen Sie irgendwelche Konsequenzen für Sie bzw. für die Stadtpolitik?
Christine_Oppitz_Plorer: Da muss man wissen, dass im GR der Bereich Freiheitliche und Liberale sechs Personen und nun wohl bereits vier Fraktionen umfasst. Das ist schade, dass da Streitereien zur vollkommenen Aufsplitterung führen und bald nur noch Einmann-Fraktionen vorhanden sind. Das ist wohl nicht im Sinn von guter Arbeit für den Bürger. Die Diskussionskultur lässt da wohl sehr zu Wünschen übrig.
Christine_Oppitz_Plorer: check: sind sie mit dem kht zufrieden, was ist mit kommenden großprojekten?
Christine_Oppitz_Plorer: Großprojekte haben wir schon erwähnt. Die drei wichtigsten sind die Fertigstellung des 5. Gymnasiums, die beiden Hotelprojekte und ihre Absicherung mit den entsprechenden Arbeitsplätzen. Mit dem KHT sind wir sehr zufrieden und es ist schon ein Magnet für die Stadt und für die Altstadt geworden. Es belebt die Innenstadtwirtschaft.
Margit: ich möcht frua bürgermeisterin fragen,warum das so ist,dass menschen die in innsbruck geboren wurden ihre schule besucht haben und auch ihre lehre gemacht haben dann geheiratet habe...und leider dann geschieden wurden,keinen anspruch auf eine wenigstens 2 zmmerwohnung anspruch haben,d.die kriegen nur ein kleine wohnung sprich gaconiere....bin schon traurig da das so ist....und auch diese anspruch auf eine wohnung haben ...zb mein sohn muss jetzt wieder ausziehen weil der vermiter es sebst brauch und bei einer stadt wohnung könnte er für immer bleiben und nicht ständig umziehen...er wird sich sicher wieder ene fam .gründen leider hat er trotz seiner fleißigkeit nicht so iel geld um sich eine eigetumswohnung zu kaufen...können sie mir bitte einen rat geben danke frau bürgermeisterin..im voraus
Christine_Oppitz_Plorer: Die Stadt Innsbruck hat die Vergabe über 6000 Wohnungen und ist nach der Stadt Wien einer der größten Wohnungsanbieter. Die gesellschaftliche Entwicklung ist für den Wohnungsmarkt nicht erfreulich. Es ist jedes Mal sicher sehr traurig, wenn wir den Wünschen nicht entsprechen können. Primär ist es das Ziel Familien Angebote machen zu können. Ich kann nur raten sich beim Wohnungsamt sich anzumelden mit allen Unterlagen. Dort wird gewissenhaft mit den Anliegen der Bürger umgegangen.
kufstana: wie teuer kamen die neuen mödel für sie im bürgermeisterinnenzimmer - oder haben sie das möbelar ihrer vorgängerin übernommen?
Christine_Oppitz_Plorer: Ich habe die Möbel übernommen, zwar nicht alle, ich hab jetzt weniger Möbel. Der einzige Luxus ist eine EDV-Verkabelung weil ich als Bürgermeisterin per E-Mail erreichbar sein will. Hier hat nachgerüstet werden müssen, weil das bisher noch nicht so war.
ibkler: Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin: Würden Sie nach den Wahlen 2012 auch mit rudi federspiel und/oder der FPÖ koalieren um "Für Innsbruck" den Bürgermeistersessel zu sichern?
Christine_Oppitz_Plorer: Für Innsbruck tritt zu den Wahlen an, um auf Basis guter Arbeit eine große Mehrheit zu bekommen. Wer überhaupt antreten wird, ist in keiner Weise abzuschätzen. Speziell aus dem Bereich FPÖ, Liberale oder Federspiel.
hau_das_gnu: werden sie auch eine "denkmal"bürgermeisterin und großprojekte in angriff nehmen ??
Christine_Oppitz_Plorer: Ich kenne keine Denkmal-Bürgermeisterin weil auch meine Vorgängerin deshalb Projekte in den Angriff genommen hat, um Arbeitsplätze zu schaffen, um eine bessere Lebensqualität zu sichern, um die Stadt für Einheimische und Touristen attraktiv zu machen. Wir leben da wo andere Urlaub machen. Siehe auch das Kaufhaus Tirol, das mit seiner Belebung der gesamten Stadt und der Innenstadt besonders ein wichtiger Beitrag ist.
ibkler: Welches Ergebnis erwarten Sie sich von den Wahlen 2012? Wird Innsbruck bürgerlich bleiben?
Christine_Oppitz_Plorer: Ich erwarte ein gutes Ergebnis und bin überzeugt, dass Innsbruck bürgerlich bleiben wird.
hau_das_gnu: nach ihrer "großen" vorgängerin, wirds ja wohl nicht ganz einfach sein, diese fußstapfen zu füllen.
Christine_Oppitz_Plorer: Ich habe mit Hilde Zach eine hervorragende politische Lehrmeisterin gehabt, die mir ganz speziell auf den WEg mitgegeben hat, dass man nicht in Fußstapfen zu treten hat, sondern selbstständig etwas für die Stadt bewegt. Deswegen werden es andere Fußstapfen sein.
hau_das_gnu: in den letzten jahren wurde viel vom öffentlichen leben ins stadtzentrum hineingeplant um dieses zu stärken - haben sie nicht das gefühl, dass die stadtteile nun darunter leiden und oft ein wenig tot wirken ??
Christine_Oppitz_Plorer: Das ist eine sehr gute Frage, weil genau diese Stärkung der anderen Stadteile Teil meiner Antrittsrede war. Die Füllung der großen Baulücke war ein großes Anliegen. Aber gerade am Wiltener Platzl wir umgestaltet für eine größere Aufenthaltsqualität. Ich mache regelmäßig Begehungen aller Stadteile. Heute ist Pradl dran, um mir ein persönliches Bild vor Ort zu machen. Und die Stadtteile in ihrer individuellen Ausprägung (historisch bis modern) machen letztendlich die Stadt Innsbruck aus.
Margit: aber was die wohnungen betrifft kommt es mir schon oft unerecht vor..mit der verteilun
Christine_Oppitz_Plorer: Für den Bereich Wohnung weiß ich dass die Wohnungsstadträtin und der Wohnungsausschuss sich damit intensiv auseinandersetzen. Es gibt ein Punktesystem, das dem einen oder anderen aufs erste nicht gerecht erscheinen mag. Dieses wurde nach einem langen Diskussionsprozess im GR beschlossen, um auf die gesellschaftlichen Entwicklungen Rücksicht zu nehmen.
ibkler: Die olympischen Jugendspiele 2012 werden die Stadt Innsbruck Millionen Euro kosten. Wäre als Werbung für die "Sportstadt Innsbruck" nicht etwa die Wok-WM von Stefan Raab bei weitem prestigeträchtiger und billiger?
Christine_Oppitz_Plorer: Über die Umwegrentabilität von Sportveranstaltungen gibt es durchaus unterschiedliche Meinungen, Tatsache ist, dass hier die Jugend der Welt erstmals zum dritten mal in einer Stadt zu Gast sein wird und z.B. auch solche Veranstaltungen wie Air & Style, die eine weltbekannte und erstklassige Jugendveranstaltung ist, tragen dazu bei, dass Innsbruck als Sportstadt und Veranstaltungsort über die Grenzen hinaus bekannt und attraktiv bleibt. Eine Veranstaltung kann mit einer anderen nicht ein zu ein aufgewogen werden.
Christine_Oppitz_Plorer: jobsucher: möchte gerne bei der Stadt arbeiten
Christine_Oppitz_Plorer: ... da müsste ich genaueres wissen. Was? Wo? Ihre Qualifikationen...
Rauchersheriff: Bei unserer Pressekonferenz am 11.5.09 erhielten hunderte Anzeigen, nachdem sich fast 90 % der Wirte nicht an den Nichtraucherschutz hielten.
Christine_Oppitz_Plorer: Das Nichtraucherschutzgesetz behandelt die Gastronomie ungleich, das ist nicht erfreulich. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Gastronomie auch ohne Rauchen funktioniert - wie etwa das Kaffee Magistrat im Rathaus. Am ersten Tag war es sehr leer, jetzt ist es wieder hervorragend besucht. Das zeigt, dass die Menschen Gott sei dank umdenken.
Christine_Oppitz_Plorer: Nordkettenraucher: Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin! Wie stehen Sie zu einer erneuten Olympiabewerbung der Stadt Innsbruck?
Christine_Oppitz_Plorer: Ich gehe davon aus, dass sie die Olympischen Spiele und nicht die Jugendspiele meinen. Eine Olympiabewerbung für die "großen" Spiele wir es sicher nicht mehr geben. Wenn man die Vergabepolitik des IOC sieht, weiß mann dass die Spiele in einer Dimension abgewickelt werden, sodass zumindest das ganze Land sich bewerben müsste. Wir hatten bereits zwei, es wäre illusorisch zu glauben, dass dritte Spiele nach Innsbruck vergeben werden. Da solle man sich nichts vormachen.
Rauchersheriff: Ein Lob zur sozialen Betreuung älterer Menschen, wirklich hervorragend. Ist man bei den Betten in Pflegeheimen "im Plan"?
Christine_Oppitz_Plorer: Ja absolut. Wir haben bereits sieben Pflegeheime, die sehr gut angenommen werden mit hoher Zufriedenheit. Das Wohnheim an der Lan ist gerade in der Projektierungsphase und der Um- und Neubau des Heim am Hofgarten steht unmittelbar bevor.
Christine_Oppitz_Plorer: xetron: s.g. frau bürgermeisterin, wie wird es aus ihrer sicht mit dem stadtmarketing weitergehen?
Christine_Oppitz_Plorer: Das Stadtmarketing wird weiterhin eine eigene Gesellschaft bleiben. Einen Aufsichtsrat in dieser Form wird es aber nicht mehr geben. Die wesentlichen Partner sind Wirtschaft, Stadt und Tourismusverband. Aber auch hier ist mir wichtig, dass das Stadtmarketing in seiner weitestgehenden Form gesehen wird, für ein Innsbruck mit allen Stadtteilen. Das bedeutet für mich auch die Bewerbung nach innen. Denn wenn die Innsbrucker und Innsbruckerinnen ihre Stadt nicht lieben würden, wie sollte sie dann für andere attraktiv sein. Das Stadtmarketing wird sich jedenfalls nicht in Richtung Eventagentur entwickeln.
kufstana: werden sie bei der nächsten wahl auch als spitzenkandidatin antreten?
Christine_Oppitz_Plorer: Die Koalition aus FI, VP und SP hat jetzt ein Arbeitsprogramm abzuwickeln. Und jede Fraktion wird auf Basis der geleisteten Arbeit vor die Wähler treten. Für mich ist ganz klar, dass ich FI in die nächsten Wahlen führen möchte.
james: Frau Bgm., wie sieht es bei den Stadtwohnungen bezüglich Richtwertmieten zukünftig aus? Es kann doch auch nicht sein, daß diese entsprechend der Indexanpassung ständig erhöht werden und mit dem Argument das die Mietzinsbeihilfe Härtefälle ja sowieso abfedert als sozial gerecht bezeichnet werden. Muss man durch die Erhöhungen erst soviel seines Einkommens verlieren bis man Anspruch auf Mietzinsbeihilfe sogar in Stadtwohnungen hat? Sollte man die Mieten nicht per se bei Stadtwohnungen gerechter gestalten???
Christine_Oppitz_Plorer: Es war mein Ansatz die Mieten bei Stadtwohnungen gerechter zu gestalten. Derzeit ist es so, dass abhängig vom zeitlichen Eintritt in ein Mietverhältnis zwei Nachbarn unterschiedliche Mieten zahlen. Deswegen wollte FI eine Gleichstellung all jener, wo seit zehn Jahren keine Anpassung durchgeführt wurde. Der Mietzins wird ja nicht von der Stadt festgelegt wird. Ich möchte auch zu bedenken geben, dass Mieter der Stadtwohnungen ohnehin schon einen Vorteil gegenüber Mietern und Mieterinnen am freien Wohnungsmarkt haben. Reduzierungen der Richtwertmietzinse unter das gesetzliche Niveau für städtische Wohnungen müssten aus dem Steuertopf aller Innsbruckerinnen und Innsbrucker getragen werden.
hau_das_gnu: ihre vorgängerin war mit großveranstaltungen oft ein wenig restriktiv bzw. ablehnend - vor allem wenn es um etwas extravagantere events ging - wie ist hier ihre linie - werden wir eine "festwochen der alten musik"-bürgermeisterin oder eine für verschiedenste geschmäcker und events haben ??
Christine_Oppitz_Plorer: Diese Meinung kann ich überhaupt nicht teilen, weil gerade Bgm Hilde Zach dafür bekannt war, auch in der Kultur viel zuzulassen. Innsbruck setzt sich mit seinen Veranstaltungen eben zusammen von den Festwochen der Alten Musik über erstklassige Theaterveranstaltungen bis hin zu Air & Style oder dem Kulturangebot des Treibhauses. Ich denke wir haben ein ausgewogenes Angebot für jede Generation und viele Geschmäcker.
Christine_Oppitz_Plorer: oliver: Wie sehen sie die Wohnungssituation in der Reichenau? Der öffentliche Verkehr scheint mit der stark steigenden Anzahl der Bewohner maßlos überfordert zu sein! Was für Maßnahmen werden dem entgegengesetzt?
Christine_Oppitz_Plorer: Ganz klar die Umsetzung des Straßenbahn und Regionalbahn-Konzeptes. Erste Maßnahme ist die Verlängerung bis zum 5. Gymnasium. Der nächste Schritt wird im Olympischen Dorf gesetzt, weil die Gelenkbusse hier die Fahrgastnachfrage nicht mehr bewältigen können. Deswegen investiert die Stadt Innsbruck jährlich über 20 Millionen Euro in den Betrieb der IVB und ca. 20 Millionen für die Zukunftsinvestitionen in Schienen und Fahrmittel.
ibkler: Die SPÖ fordert ein neues Stadtrecht noch vor den Wahlen. Wie stehen sie dazu und zur Bürgermeister-Direktwahl?
Christine_Oppitz_Plorer: Betreffend Stadtrecht haben wir eine Arbeitsgruppe, die ich von meinem Vorgänger übernommen habe. Die Neufassung des Stadtrechts hat vor und Nachteile mit allen Rechten und Pflichten. Gerade in Hinblick auf die budgetäre Gestion sieht die Tiroler Gemeindeordnung weitreichendere Spielräume für die Bürgermeisterin vor. Ich orte in Hinblick auf die Bürgermeister-Direktwahl noch keine Mehrheit im GR. Wir werden die Diskussion sehr offen führen. Ich entscheide das ja nicht alleine.
Margit: sorry eines möchte ich noch wissen.gibt es noch die mietwohnungskauf...und kann an eine stadtwohnung kaufen wen man schon 37 jahre darinnen wohnt....können sie mir bhillich sein ...ob a möglich ist danke
Christine_Oppitz_Plorer: Prinzipiell ist das nicht vorgesehen, ich würde Sie aber bitten sich direkt an die Innsbrucker Immobiliengesellschaft zu wenden, weil der Einzelfall genauestens zu beurteilen ist.
Rauchersheriff: Auf Grund unserer Anzeigen gedenken Sie eine Minimalstrafe statt bis zu 1.000.-- Euro für die Nichteinhaltung des Nichtraucherschutzes im Rathaus zu bezahlen. Das wäre die Strafe für Sie als "Rathausbesitzerin". Was ist mit den anderen Politikern, die teils fotografiert wurden. Zahlen die nichts, oder auch Minibeträge (Portokasse!)?
Christine_Oppitz_Plorer: Es soll weder eine schlechter- noch besserstellung der Stadt Innsbruck. Dieser Fall wurde behandelt wie ähnlich gelagerte Fälle. Das ist mir im Sinne eine Gleichbehandlung wichtig. Ich habe als Bürgermeisterin dafür Sorge zu leisten, dass in den öffentlichen Gebäuden der Stadt strikt der Nichtraucherschutz eingehalten wird. Das werde ich auch tun und wurde von mir nochmals in Auftrag gegeben.
Rauchersheriff: Ich bin auch Gutachter. Haben Sie sich einmal das Gutachten des "Kollegen" angesehen, zum Fall Zima? Es ist doch lachhaft, dass Küchen, Gänge etc. nicht nur Fläche dazugerechnet werden. Und noch ärger, dass die Stadt 300.000.- Euro aus fadenscheinigen Gründen an Zima zahlen will! Haben Sie keine Angst vor dem Rechnungshof, vor solchen "Gschichterln" für die nächste Wahl?
Christine_Oppitz_Plorer: Offenbar haben Sie den leicht durchschaubaren Ausführungen der grünen Fraktion Glauben geschenkt, die nicht zutreffen. Die Stadt Innsbruck ist Vertragspartner mit der ZIMA. Und im damaligen Kaufvertrag, der vor dem Wettbewerb abgeschlossen wurde, weil noch kein konkretes Projekt ausgewählt wurde, war eine Kaufpreisbesserung vorgesehen. Küchen Lobby und Büros gehören auch in diesem Fall zum Hotel.
hau_das_gnu: frau bürgermeisterin - der sommer kommt ! werden sie uns auch um 10 die straßencafes zusperrn um uns ins bett zu schicken oder stoßen wir mit ihnen auch um mitternacht noch auf die lauen sommernächte an ??
Christine_Oppitz_Plorer: Betreffend Gastgartenregelung habe ich als Bürgermeisterin auch die Interessen der Wohnbürger zu vertreten. Ich denke dass eine Schließzeit 23 Uhr ein gutes Angebot sowohl für die Gastgartenbesucher als auch für die Anwohner ist, für deren Schutz ich ebenfalls verantwortlich bin. Vor 23 Uhr können wir natürlich gerne auf eine laue Sommernacht anstoßen. Hoffentlich beschert uns der Sommer 2010 viele solche Abende.
Margit: esgeht mir hier zu schnell..ich möchte sie bitten,dass ich sie enma in ihrer amtstunden besuchen kann und über meine probleme zu spreche.....oder anliegen....würde das gehen frau bürgermeisterin.....danke im voraus..d jetzt will ich nicht mehr lästig sein...es gibt noch viele andere menschen die sie brauchen ...
Christine_Oppitz_Plorer: Ich werde Bürgersprechstunden abhalten. Dienstag 16.30 bis 18 Uhr ab Mitte Juni. Sie sind mir herzlich willkommen!
Faid: Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, ich versuche nochmals nachzufragen: Wie sieht es in der Zukunft mit der Sicherheit in Innsbruck aus? Sicherheit ist mir - und ich denke auch jedem anderen ordentlichen Mitbürger - ein großes Anliegen! Was wollen Sie unternehmen, um großen kriminellen und vor allem organisierten Banden Einhalt zu bieten?
Christine_Oppitz_Plorer: Auch mir ist die Sicherheit ein großes Anliegen, weil ich das aus den Gesprächen mit der Bevölkerung auch immer mitnehme. Die Polizei vor Ort ist unverzichtbar und ich teile Ihre Meinung, dass diese auch in größerem Umfang vorhanden sein sollte. Große kriminelle und organisierte Bande kann nur durch die Zusammenarbeit der entsprechenden Stellen der Polizei Einhalt geboten werden. Innsbruck verfügt über keine Stadtpolizei und so wie meine Vorgängerin werde ich intensiv den Kontakt mit dem Innenministerium suchen um auf dieses dringende Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung hinzuweisen.
Christine_Oppitz_Plorer: Vielen Dank für die rege Anteilnahme. Bis zum nächsten Mal. Ein schönes Wochenende!

4412
Europa / 1. Mai: Schweiz führt Nichtraucherschutz per Gesetz ein!
« am: April 30, 2010, 10:21:30 Vormittag »
http://www.20min.ch/news/dossier/rauchverbot/story/Ein-Drittel-boykottiert-Nichtraucherlokale-12303814

Dossier

Das Aus für den blauen DunstDas Aus für den blauen Dunst

Harte Zeiten für Raucher: Der blaue Dunst wird immer weniger toleriert; Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden und in der Gastronomie greifen um sich.

und

Raucher-Umfrage

28. April 2010 15:31; Akt: 29.04.2010 17:24 Print

Ein Drittel ist gegen rauchfreie BarsEin Drittel ist gegen rauchfreie Bars

von Runa Reinecke - Nur noch wenige Tage und die Schweizer Gastronomie ist so gut wie rauchfrei.

4413

OLG Köln: “Nichtraucher in 5 Stunden” ist irreführend, wenn die Rückfallquote bis zu 60% beträgt

OLG Köln, Beschluss vom 16.11.2009, Az. 6 W 130/09
§§ 3; 5 UWG

Das OLG Köln hat einem Unternehmen untersagt, im geschäftlichen Verkehr für ein Tabakentwöhnungsseminar mit folgenden Worten zu werben: “Nichtraucher in 5 Stunden -  Möchten Sie ganz einfach zum Nichtraucher werden? Ohne Entzugserscheinungen oder das Gefühl, dass Ihnen etwas fehlt? Keine Sorge, das werden Sie schaffen: Fünf Stunden Seminar reichen dafür aus.” Die Werbung sei irreführend.

Die Aussage enthalte entgegen der in der Antwort auf das Abmahnschreiben ausgeführten Ansicht der Antragsgegnerin eine Tatsachenbehauptung: sie suggeriere - was die Antragsgegnerin für sich ja auch in Anspruch nehme -, dass eine Raucherentwöhnung innerhalb eines Seminars mit der Dauer von fünf Stunden möglich sei. Darüber hinaus verstehe der Verbraucher den Text dahin, dass diese Entwöhnung zu einem dauerhaften Erfolg führe. Denn die Antragstellerin weise zutreffend darauf hin, dass der Verkehr unter einem Nichtraucher nicht eine Person versteht, die lediglich für einen kurzen Zeitraum nicht raucht, sondern jemand, der seine Tabaksucht überwunden hat.

Der Verkehr werde zwar nicht verkennen, dass die Antragsgegnerin mit der beanstandeten Werbung keine unbedingte Erfolgsgarantie abgebe, weil sie eine solche gar nicht abgeben könne; einen seriösen Aussagegehalt habe die Werbung aber nur dann, wenn der Verkehr sie dahin verstehe, dass die von der Antragsgegnerin entwickelte Methode der Raucherentwöhnung im Regelfall, d.h. bei einem durchschnittlichen Teilnehmer des Seminars, erfolgreich sei und in der Vergangenheit bereits gewesen sei. Da die Antragsgegnerin Seriösität für sich in Anspruch nehme und der Verkehr auch keinen Anlass habe, diese in Frage zu stellen, werde er also die beanstandete Werbung dahin verstehen, dass in der Vergangenheit die Teilnehmer eines von der Antragsgegnerin angebotenen Seminars im “Normalfall” jedenfalls in dem ersten Jahr nach der Teilnahme nicht mehr geraucht hätten.

Dabei stelle die Unbestimmtheit des Begriffs “Normalfall” nicht in Frage, dass es sich um eine Tatsachenbehauptung handele. Ausreichend sei insofern, dass die Aussage einen objektivierbaren Kern enthält, der nachprüfbar ist. Dazu ist keine zahlenmäßig genaue Vorstellung des Anteils der erfolgreichen Teilnehmer der Seminare erforderlich. Es genügt, dass der Verkehr aufgrund dieser Aussage davon ausgehen muss, dass die deutlich überwiegende Mehrheit der Teilnehmer des Seminars zu Nichtrauchern wird.

Es handelt sich hierbei auch nicht um eine unverbindliche Anpreisung. Einem solchen Verständnis stehe bereits die von der Antragsgegnerin gewährte “Geld-zurück-Garantie” entgegen. Diese verstehe der Verkehr - entgegen der Ansicht der Antragsgegnerin - nicht als Hinweis auf die Unsicherheit des Erfolgs des Seminars, sondern als Bekräftigung der Wirksamkeit. Denn ein Anbieter, der mit einer “Geld-zurück-Garantie” werbe, macht dadurch deutlich, dass er von seinem Angebot überzeugt sei. Der Verkehr gehe davon aus, dass der Anbieter “im Normalfall” nicht das Geld zurückgeben wolle und daher eine Verpflichtung hierzu nur dann eingehen werde, wenn Garantiefälle Ausnahmefälle seien.

Mit diesem Inhalt sei die Aussage insgesamt irreführend. Die Antragsgegnerin habe selbst in ihrem Antwortschreiben auf die Abmahnung vom 25.9.2009 dargelegt, dass die Rückfallquote nach ein bis zwei Jahren 30 bis 60 % betrage. Selbst wenn man diese Zahlen, von denen nicht ersichtlich sei, wie die Antragsgegnerin sie ermittelt habe, zugrunde lege, könne nicht die Rede davon sein, dass die von der Antragsgegnerin angebotenen Seminare im Normalfall erfolgreich seien. Die Seminare mögen damit im Vergleich zu anderen Mitteln oder Verfahren zur Raucherentwöhnung ungewöhnlich erfolgreich sein. Gleichwohl könne bei einer Misserfolgsquote von mindestens 30 % keine Rede davon sein, dass ein Misserfolg einen Ausnahmefall darstelle; vielmehr sei er auch für einen durchschnittlichen Teilnehmer eine nicht nur fernliegende Möglichkeit.

4414
http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Politik/PolitikTirol/644648-6/innsbrucks-b%C3%BCrgermeisterin-im-tt-live-chat.csp#comments

Heute ab 11.30 Uhr: Innsbrucks Bürgermeisterin im TT-Live-Chat

Erstmals stellt sich die neue Bürgermeisterin der Landeshauptstadt, Christine Oppitz-Plörer, den Fragen der TT-Leser. Im TT.com-Live-Chat, heute Freitag, ab 11.30 Uhr.
      
   
Christine Oppitz-Plörer beantwortet Leserfragen am Freitag ab 11.30 Uhr im TT-Live-Chat. Foto: Böhm
   
      

Innsbruck – Christine Oppitz-Plörer trat erst vor wenigen Wochen in die großen Fußstapfen ihrer Vorgängerin Hilde Zach. Am 8. März wurde die Politikerin der Liste „Für Innsbruck“ mit 29 von 40 Stimmen zur neuen Bürgermeisterin der Stadt Innsbruck gewählt. Sie ist damit die wohl mächtigste Politikerin Tirols.

Auf die Wahl folgten wichtige personelle Weichenstellungen im Gemeinderat und jede Menge Arbeit durch die Amtsübernahme.

Zukunftsfragen

Welche Zukunftsfragen werden die politische Arbeit von Oppitz-Plörer beschäftigen und was will sie bis zu den Innsbruck-Wahlen noch alles umsetzen?

Solchen und ähnlichen Fragen stellt sich die neue Bürgermeisterin im Chat der TT. Erstmals stellt sich Christine Opptiz-Plörer den Fragen der Leser der TT.

Die neue Bürgermeisterin im TT Live-Chat: am heutigen Freitag, ab 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr hier auf www.tt.com. (red)

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http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Politik/PolitikTirol/644648-6/innsbrucks-b%C3%BCrgermeisterin-im-tt-live-chat.csp#comments

rauchersheriffat  29.04.2010 | 21:08

Frau Bürgermeister!

Sie erhielten als Gesundheitsstadträtin anlässlich unserer Pressekonferenz vor einem halben Jahr hunderte Anzeigen wegen Nichteinhaltung des Nichtraucherschutzes. Darunter war fast die ganze Rathauspassage, sowie das Dez und der Sillpark!
Nun erfolgten Nachkontrollen und neue Besuche. Das Ergebnis ist erschreckend: Wieder hielten sich mehr als 80 % der Wirte nicht an den gesetzlichen Nichtraucherschutz, mehr als die Hälfte waren dieselben als letztmals!
Was gedenken Sie somit zu tun?
Werden Sie, wie BM. Stöger, die Bevölkerung zur Kontrolle und Mitteilung über die Wirte ohne Nichtraucherschutz aufrufen?
Werden Sie endlich den Strafrahmen von bis zu 2.000.- Euro beim ersten Mal und 10.000.- im Wiederholungsfall ausnützen?
Werden Sie publizieren und durchgreifen, dass RaucherInnen erstmals 100.- und bei Wiederholung 1.000.- Euro zahlen müssen, bei Nichteinhaltung des NR.-Schutzes?
Welche Gedanken haben Sie zur Prävention, z. B. mit der Lungenheilanstalt Natters und dem Verein von Robert Rockenbauer?
Wissen Sie, dass 4 von 5 Jugemdliche unter 16 Jahren bei Testkäufen die Marlboro, ohne Ausweis, kaufen konnten?
Dietmar Erlacher, Krebspatient
Informationen: www.sis.info

4415
http://www.aerzteinitiative.at/Stoeger1004.pdf

Gespräch mit BM Stöger am 26. 4. 2010 - Prof. Neuberger / Prim. Aigner


BM Stöger sieht keine Möglichkeit das bestehende Tabakgesetz bei einem Stimmenanteil der SPÖ von 29 % zu ändern. Es kann keine Mehrheit gefunden werden.

BM Stöger will am 1. Juli die Änderungen einfordern - es ist ein Gesetz, das mit der Wirtschaft, den Gastwirten ausverhandelt wurde und dies ist einzuhalten. Die Wirte sind für
die Durchführung verantwortlich.

Eine Kontrollpflicht will er von den Bezirksstellensekretären der WK einfordern.

Absehen von einer Strafe bei Gesetzesverletzung muß ihm von der BH gemeldet werden mit einer entsprechenden Begründung.

Neuberger berichtet über die Vorgehensweise am Beispiel Italien und Schottland - Details sind BM Stöger nicht bekannt,
er wünscht entsprechende Unterlagen.
Es wird auch auf den industriefreundlichen Paragraphen 11 Abs.5 Nr. 7 mit der Abgabe von Gratisprodukten nach Einführung einer neuen Marke
hingewiesen. Bei Zigarettenautomaten sieht BM Stöger kein Problem. In einem Fall habe er einem Trafikanten wegen Verkauf an Minderjährige die Konzession entziehen lassen. Weitere
Kontrollen sind nicht angedacht.

BM Stöger erkundigt sich über die Umsetzung des Tabakgesetzes an den Universitäten.
Neuberger berichtet über die Aktionen zum Rauchverbot durch den Rektor und das
Sponsorverbot durch die Tabakindustrie bei wissenschaftlichen Projekten in Wien und auch
in Innsbruck.

Auch die Probleme im AKH und die Bemühungen mit Prof. Krepler werden
diskutiert. Aigner berichtet über die Umsetzung im "Rauchfreien Krankenhaus" am Beispiel
des KH der Elisabethinen in Linz.

Fortlaufende Statistiken über das Rauchverhalten und ebenso fortlaufende Informationen
der Öffentlichkeit über das Rauchen und die Schädlichkeit des Rauches werden eingemahnt.

Auch ein Anteil der Tabaksteuer im Zehntelprozentbereich ("Warum nur im Zehntelprozentbereich?")
für zweckgebundene Aktionen und Aktivitäten wird gefordert. Dies soll in
Bälde geschehen, jedoch für welche Zwecke wurde nicht klar definiert.

Die Information über wissenschaftliche Dokumentation und Beratung in Fragen des Rauchens, des Rauches und
dem Tabakgesetz durch die Initiative werden BM Stöger angeboten. Langfristige legislative
Bemühungen werden von BM Stöger bei offenbar nur befristeter Amtszeit nicht angedacht.
Platzveränderungen der Warnhinweise auf den Oberteil der Zigarettenpackungen, wie
sie Kanada, Australien und Brasilien mit Bildern seit vielen Jahren bereits haben seien nicht
'drinnen'. Ebenso auch kein Hinweis dabei auf www.aerzteinitiative.at.

Aktionen um den 1. Juli sind seitens BM Stöger vorgesehen, werden jedoch nicht
konkretisiert und unser Angebot zur Unterstützung blieb unkommentiert.

4416

Rauchergesetz: "Konsens wird schwierig" 26.03.2010|02:10 min

Anmerkung: Daher gleich generell rauchfreie Lokale!

Soll die Gesetzeslage geändert werden, fragte Kleine.tv Passanten. Die Befragten sprechen sich größtenteils für eine Änderung aus. "Ich glaube wenn es einheitlich ist, bleiben die Raucher nicht weg, sondern die gewöhnen sich daran. Das ist eine Durchgangsphase", sagt Bärbel S.

http://schlank.kleinezeitung.at/allgemein/video/multimedia.do?action=showEntry_VideoDetail&project=462&id=84343


4417
Alle Wirte im ORF-Zentrum und alle Wirte die zugeschaltet wurden,
sind für generell rauchfreie Lokale!

"Kom. R. Hinterleitner kämpft nur mehr um sein Leiberl", so ein aufgebrachter Kärntner am Telefon, "und nicht für die Interessen der Wirte!"
Interessant auch die Aussage eines Wirtes, dass die Tabaklobbyisten mit vielen tausenden Euros den Wirt sponserten!



Wirte wehren sich gegen hohe Investitionen

Mit 1. Juli müssen Wirte Trennwände in Einraumlokalen eingebaut haben- eine teure Investition. Daher wird Ruf nach einem generellen Rauchverbot lauter. Auch Grüne dafür.

Starker Tobak für die Wirte: Am 1. Juli endet die Schonfrist für jene, die ihre Einraum-Gaststätten noch nicht in Raucher- und Nichtraucherräume getrennt haben. Ihnen läuft die Zeit davon, denn Gesundheitsminister Alois Stöger hat weder vor, die Frist zu verlängern, noch will er Säumige, die sich nicht an das Gesetz halten, schonen.

Ignoranz kann teuer werden. "Missachtet ein Wirt die Vorschriften, wird er mit 2000 Euro zur Kasse gebeten, im Wiederholungsfall sind es dann schon 10.000 Euro", informiert Spartengeschäftsführer Wolfgang Dörfler. Gäste zahlen bis zu 1000 Euro. Und ab Sommer sollten die Kontrollen schärfer ausfallen als bisher, wo der Gesetzgeber noch beide Augen zudrückte.

Bei den Kärntner Wirten macht sich zunehmend Verzweiflung breit, denn jetzt geht es ans Eingemachte. Die Informationsstelle der Wirtschaftskammer auf der "Gast" wurde heuer von Gastronomen gestürmt, die noch nicht umgebaut haben. Denn die Gesetzeslage ist klar: Wird ein Einraumlokal mit einer Größe von mehr als 50 Quadratmetern nicht räumlich in Raucher- und Nichtraucherbereich getrennt, muss es ab 1. Juli automatisch ein Nichtraucherlokal werden. Was viele Wirte scheuen, weil sie Umsatzeinbußen fürchten. "So lange Raucher ausweichen können, werden sie es tun", sagt Discobesitzer Horst Gutonik aus Pörtschach.

Die Zigarettensucht eines Teils ihrer Gäste kommt die Gastronomen teuer zu stehen. "Mich kostet die Glaswand im Domgassner 30.000 Euro, das muss erst einmal verdient werden", gibt Szenewirt Peter Haas zu bedenken. Felsenkellerwirt Hannes Kröpfl hat, wie er meint, keine andere Chance als umzubauen: "80 Prozent meiner Gäste sind Raucher. Es stört die Kommunikation, wenn sie zum Rauchen hinausgehen müssen."
Hoffen auf ein Wunder

Der Grund, warum noch so viele Kärntner Wirte zögern, ist die Hoffnung, dass bis 1. Juli noch ein Wunder geschieht. Dass die Frist verlängert wird oder die EU ein Machtwort in Richtung generelles Rauchverbot spricht. "Ich hoffe, dass das Gesetz noch vor dem 1. Juli geändert wird", sagt Wirtin Hildegard Bernold, die in Villach eine Café-Konditorei betreibt. Auch sie muss eine Glaswand einbauen, die sie teuer kommt. "Wir werden zwischen militanten Nichtrauchern und radikalen Rauchern zerrieben und müssen vermitteln, weil das Gesetz so unbrauchbar ist", klagt Bernold.

Unter dem finanziellen Druck ist der zunehmende Wunsch der Gastronomie nach einem "Rauchverbot für alle" verständlich. "Wer garantiert mir, dass in zwei bis drei Jahren nicht doch ein Rauchverbot kommt? Dann kann ich alles wieder rausreißen," fürchtet Haas und spricht damit der Mehrheit seiner Kollegen aus der Seele. Der Wunsch nach Chancengleichheit wird daher immer lauter. "Wenn es alle trifft, dann ist es in Ordnung. So herrscht Wettbewerbsverzerrung", sagt Gutonik. Er hofft, dass der Gesetzgeber bei seinem Gewölbe ein Auge zudrückt. "Unsere Gäste sind Jugendliche, 90 Prozent von ihnen rauchen."

Die Garantie, dass Österreichs Lokale nicht doch in absehbarer Zeit rauchfrei werden, kann niemand geben. Die EU hat zwar eine "dringliche Empfehlung" für säumige Länder ausgegeben, den Nichtraucherschutz einzuhalten, hat aber keine gesetzliche Handhabe. Sehr wohl könnte aber ein generelles Rauchverbot über den Arbeitnehmerschutz kommen. Es ist nicht einzusehen, dass Kellner und Kellnerinnen Arbeitnehmer zweiter Klasse sein sollen. Der Fachverbandsobmann der Gastronomie, Helmut Hinterleitner, der mit seiner starren Haltung längst nicht mehr alle Mitglieder hinter sich hat, hat ein politisches Argument parat, das auf tönernen Füßen steht: Solange die "Raucherpartei ÖVP" an der Macht sei, werde es kein generelles Rauchverbot geben.

ELISABETH TSCHERNITZ-BERGER

4418


"Rauchergesetz bleibt wie es ist"

Bei Verstößen soll es künftig zwar saftigere Strafen geben, ansonsten will Gesundheitsminister Stöger aber an räumlich getrennten Raucherbereichen festhalten.

Zu diesem Ergebnis kommt die Evaluierung des umstrittenen Gesetzes seitens des Gesundheitsministeriums. "Ich sehe derzeit keine Änderung für notwendig. Das Tabakgesetz muss umgesetzt werden und wenn es umgesetzt wird, entspricht es dem Willen der Mehrheit der Bevölkerung", betonte Gesundheitsminister Alois Stöger (S) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Eine dabei inkludierte Umfrage des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) hat ergeben, dass lediglich 19 Prozent der Österreicher ein totales Rauchverbot begrüßen würden. Die Mehrheit (59 Prozent) ist dafür, dass Österreich den bisherigen Weg fortsetzt, 70 Prozent der Österreicher plädierten für räumlich getrennte Raucherbereiche. Insgesamt erhielt der Nichtraucherschutz in der Gastronomie die Durchschnittsnote 2,9.

"Die Österreichische Bevölkerung befürwortet das Tabakgesetz mehrheitlich, unter einer ganz zentralen Voraussetzung: Sie wollen, dass das Gesetz eingehalten wird", beurteilte Stöger dieses Ergebnis. Wichtig sei eine klare Trennung sowie eine funktionierende Umsetzung. Bezüglich letzterem bestehe "Nachholbedarf", da die unterschiedliche Handhabung der Kontrollen in den Bundesländern "ein bisschen kritisch" zu beurteilen sei.
Verstöße stärker sanktionieren

"Die Qualität der Umsetzung ist nicht so, wie ich mir das als Gesundheitsminister erwarte", kritisierte Stöger. Aus diesem Grund will er Verstöße künftig stärker sanktionieren: "Ich habe einen Prüfungsauftrag erteilt, inwieweit ich einen Weisungsauftrag habe, wie die Höhe der Strafe auszusehen hat." Die Geldbußen sollen die Wirte je nach wirtschaftlicher Ertragslage empfindlicher treffen, angedacht wird eine individuelle Strafbemessung. "Und es wird im Wiederholungsfall schwierig für den Wirt und sehr, sehr teuer", ergänzte Stöger. Die Verantwortung, wie kontrolliert wird, bleibt weiter den Bezirksverwaltungsbehörden vorbehalten.

Kryptisch drückte sich der Minister bezüglich eines möglichen Außerkraftsetzens der österreichischen Regelung durch die EU aus: Angesichts der Wünsche der Bevölkerung könne er aus österreichischer Sicht ein Beibehalten des Gesetztes zumindest für diese Funktionsperiode des Nationalrats garantierten, erklärte er. "Ich kann nicht ausschließen, dass die Arbeitnehmerschutz-Bedingungen steigen werden, auch auf Druck der EU." Trotzdem gehe er davon aus, dass die Thematik grundsätzlich eine nationale Angelegenheit bleiben werde.

"Ich will, dass das Tabakgesetz tatsächlich umgesetzt wird. Es kann sich keiner mehr ausreden", so Stögers Botschaft an die Wirte. "Ab 1. Juli darf es kein Herumlavieren mehr geben. Wer sich nicht an die Spielregeln hält, wird bestraft." Das Ende der Übergangsfrist mit 30. Juni wird nicht verlängert. Verbessern will Stöger die derzeit noch mangelhafte Umsetzung mit einer bewusstseinsbildenden Kampagne, einer Arbeitsgruppe zum Thema Kinder- bzw. Jugendgesundheit und Rauchen sowie durch Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer. Diesbezüglich fand am Mittwoch bereits ein längeres Gespräch mit WK-Präsident Christoph Leitl statt.

4419

Viel Kritik nach Evaluierung des Nichtraucherschutzes

Scharfe Kritik kommt vom Verein "Krebspatienten für Krebspatienten": "Wir empfinden es als unzumutbar, dass man die Opfer des Tabakrauchs weiterhin zwingt, durch Anzeigen selbst für saubere Luft zu sorgen".

Stöger für die Grünen "hilflos"

Unter Befürwortern der jetzigen Regelung und Kämpfern für ein totales Rauchverbot hat das Ergebnis der Evaluierung des Nichtraucherschutzes in Lokalen am Donnerstag zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Kritik äußerten die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) sowie die Grünen. Zufriedenheit dominierte bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). FPÖ und BZÖ riefen gegen Regulierungswahn auf.

"Es ist traurig"

"Es ist traurig, dass die Gastronomie trotz der langen Übergangsphase mehrheitlich nicht in der Lage war, die Vorgaben des Gesetzes umzusetzen", kritisierte ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer Aussendung. Das Urteil der Ärzte über die Evaluierung laute "nicht zufriedenstellend". Im Sinne der Gesundheitsvorsorge wäre ein generelles Rauchverbot konsequent.

Die gleiche Forderung brachte der stellvertretende Klubobmann der Grünen, Werner Kogler, vor: "Wir brauchen möglichst rasch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie - wie es in halb Europa gang und gäbe ist", kritisierte er das Handeln von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) in seiner Aussendung: "Politische Hilflosigkeit hat damit einen Namen: Stöger!"

Erfreut zeigte sich über das Fazit der Evaluierung die Gastronomiesparte der WKÖ: "Diese Ergebnisse sind für die heimische Gastronomie sehr erfreulich und bestärken uns auf unserem bisherigen Weg", so Obmann Helmut Hinterleitner. Vorwürfe äußerte in Hinblick auf die Grünen, die "zu dem von ihnen im Nationalrat mit beschlossenen Tabakgesetz stehen" müssten. Auch Jurist Manfred Ainedter, Gründer der Plattform "Rauchfrei(heit)" war positiv gestimmt: "Mit einem generellen Rauchverbot würde das Rauchen in die Privatsphäre verdrängt, worunter vor allem Kinder leiden (...)".

ÖGB-Präsident Erich Foglar gab zu bedenken, dass sich der Tabakkonsum in jenen Ländern, wo es ein generelles Rauchverbot gibt, in "keinster Weise" reduziert habe. Er würde es hingegen begrüßen, wenn mehr für die Prävention getan und jene unterstützt würden, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

"Ein Regulierungswahn"

Der Staat solle sich beim Rauchen aus dem Gastronomiebereich völlig heraushalten, rief FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky gegen "Regulierungswahn" auf. Im Kampf gegen Tabakkonsum sollte die Regierung aus Tabaksteuer-Einnahmen Gesundheitsfonds dotieren. BZÖ-Gesundheitssprecher Wolfgang Spadiut sprach sich ebenfalls gegen Bevormundung aus: "Wenn sich fast drei Viertel der Österreicher einen Raucherbereich in den Lokalen wünschen, dann ist das zu berücksichtigen und auch gegenüber der EU zu vertreten".

Scharfe Kritik übte der Verein "Krebspatienten für Krebspatienten", der für ein absolutes Rauchverbot eintritt: "Wir empfinden es als unzumutbar, dass man die Opfer des Tabakrauchs weiterhin zwingt, durch Anzeigen selbst für saubere Luft zu sorgen", so Obmann Dietmar Erlacher. Die vom Ministerium veröffentliche Zahl an gemeldeten Verstößen sei falsch.

Anmerkung:
Auf Wortspenden dieses BM. Hundstorfer können wir verzichten! Er lässt seine Unzuständigkeit mitteilen,
und raucht im Nichtraucherbereich beim Ball "Tanz und Krebs" in der Wiener Hofburg stolz seine Zigarette! Frechheit!



Kommentare:
Mediocrity am 09.04.2010, 10:59Kommentar melden
Seit Monaten sind bei Umfragen immer zwischen 50 und 60% für ein absolutes Rauchverbot

Und in der Umfrage vom Herrn Minister sollen's plötzlich nur mehr 19% sein - das merkt doch jedes Kind, dass da was nicht stimmt.
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Tabakrauch am 09.04.2010, 01:02Kommentar melden
Die Kleine Zeitung brachte es auf den Punkt!

Streng genug - aber keine Kontrollen! Das Gesetz lässt DAS nicht zu!
Beamte dürfen und können erst nach Anzeigen aus der Bevölkerung dem Gesetz nachkommen, strafen dann mit 100.- statt mit bis 2.000.- beim 1. Mal, und mit 200.- statt bis 10.000.- bei Wiederholung!
"Wenn wir keine tausenden Anzeigen mehr bringen, schießt die Zahl der Krebspatienten, Schlaganfälle, Herzinfarkte etc. in die Höhe, da dann die Wirte nur mehr tun was sie wollen!"
Daher: Es gibt nur eines: Generell rauchfreie Lokale und Öffentliche Gebäude! Zwischenzeitlich Infos und Meldungen auf www.sis.info und Zustimmungserklärung unterschreiben auf www.nichtraucheninlokalen.at
Irreführend auch die Übergangsfrist: "weniger als 10 % der Wirte haben vor dem 31.12.08 dafür angesucht. Niemand in Einkaufszentren bekam diese, auch kein neueröffnetes Lokal. Andernfalls liegt Amtsmissbrauch vor und möge der Staatsanwaltschaft gemeldet werden.
Dietmar Erlacher, Krebspatient

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http://schlank.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2334813/stoeger-falsche-mann-falschen-amt.story

Stöger ist der falsche Mann im falschen Amt

Fast jeder Gesundheitsminister ist gescheitert.

Alois Stögers größte Leistung als Gesundheitsminister ist, dass er immer noch amtiert. Seit dem Tag seiner Angelobung werden Gerüchte lanciert, der Kanzler wolle ihn auswechseln. Zu hölzern, zu schüchtern, zu leise sei er, meinen seine Kritiker. Vor allem aber könne er sich nicht durchsetzen. Dass er es nicht einmal schafft, Nichtraucher zu schützen, ist wirklich traurig. Wäre dies doch eines der wenigen Themen, bei denen er etwas zu reden hat.

Stöger mag von seinem Wesen her als Spitzenpolitiker fehlbesetzt sein. Das Hauptproblem ist aber, dass sein Amt eine Fehlkonstruktion ist. Da könnte auch Gabriele Heinisch-Hosek, die für seine Nachfolge gehandelt wird, wenig ausrichten. Ist ihr politischer Instinkt so gut, wie man meint, wird sie sich hüten, den öffentlichen Dienst für die Gesundheit einzutauschen.

Die Krankenkassen verfügen über das Geld. Die Länder haben die Kompetenzen und verschwenden das Geld. Die internationale Pharmaindustrie hat noch mehr Geld und investiert es hemmungslos in Lobbying. Die Ärztekammer hat ein unwiderlegbares Argument: Es geht um Leben und Tod. Dazwischen, nein, am Rande steht der Minister und darf zuschauen. Geht aber etwas schief, macht man ihn dafür verantwortlich. Solange nicht zumindest die Spitäler zentral finanziert werden, wird sich an dem Schlamassel nichts ändern.

Die letzte Gesundheitsministerin, die in positiver Erinnerung blieb, war Ingrid Leodolter. Sie führte zum Beispiel den Mutter-Kind-Pass ein. Die Sozialdemokratin hatte aber auch das Glück, dass ihr Kanzler Bruno Kreisky den Rücken stärkte, was auch heute dringend notwendig wäre.

Und seit den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, wer durfte sich da abstrudeln? Die Ärzte Kurt Steyrer und Michael Ausserwinkler etwa, sie kämpften gegen Windmühlen. Der Journalist Franz Kreuzer scheiterte binnen zwei Jahren. Harald Ettl war ein fleißiger, braver Gewerkschafter, also ein etwas flotterer Stöger. Oder Franz Löschnak - war der nicht Innenminister? Andrea Kdolsky versuchte ihre mangelnden Kompetenzen mit Hyperaktivität zu kompensieren und ist allen noch in schlechter Erinnerung. Treffender war der Titel, den Reinhart Waneck trug: Gesundheitsstaatssekretär - mehr ist das Ressort nicht wert.

Alois Stöger braucht sich angesichts der Kritik also nicht zu kränken. Werden die Gesundheitskompetenzen nicht in dessen Hand gebündelt, wird auch sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin spektakulär - oder leise - scheitern.

Sie erreichen die Autorin unter

eva.weissenberger@kleinezeitung.at
EVA WEISSENBERGER

Telesklav am 16.04.2010, 06:35Kommentar melden
Eine Watschn für uns alle!

Kein Rückgrat! Keine Entscheidungsgewalt! Dilletantisch! Fehl am Platz! Wo bleiben die Konsequenzen für diese(n) Politiker? Wo bleibt der Nichtraucherschutz? Ein Statement zur neuen Situation abzugeben ist wohl sinnlos. Ganz besonders schlimm finde ich, dass so viele Kinder rauchen, ohne das hier eingeschritten wird. Quo Vadis Österreich? Mit diesen Politikern!
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isogs am 15.04.2010, 22:55Kommentar melden
studie

traue keiner studie, die du nicht selbst gefälscht hast....
(leitsatz unserer politiker)
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Sonette am 15.04.2010, 22:42Kommentar melden
Bestellt

Bin überzeugt das das Ergebnis dieser Studie bestellt wurde. Bezahlt von den unbekannten Parteispendern.
Ich habe schon lange Angst um unsere Demokratie. Wenn ich das Stillhalteabkommen der Medien, vor allem dem ORF, bezüglich des Skandales im ÖOC denke, so wird mir übel.
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4421

Der Trick mit den Tschick

Gesundheitsminister Alois Stögers (SPÖ) Raucherstudie gerät unter Beschuss. Hat er das gewünschte Ergebnis bestellt? Stöger dementiert.

Lokalbesucher fühlten sich vom Qualm doch nicht so belästigt, ergo müsse man die Regelung zum Nichtraucherschutz in Lokalen nicht verschärfen. Zu diesem Schluss kam Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) vor einer Woche. Ende gut, alles gut? Nein. "Vivid", die Fachstelle für Suchtprävention in der Steiermark, zweifelt die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Ifes", auf der Stögers Entscheidung basiert, an. Denn eine ebenfalls von "Ifes" für "Vivid" durchgeführte Befragung von steirischen Erwachsenen hat erst im November 2009 ganz andere Werte erbracht als die von Stöger in Auftrag gegebene "Evaluation des Rauchergesetzes" im Jänner 2010.

Laut der ersten Umfrage unterstützen 73 Prozent ein generelles Rauchverbot in Restaurants, 50 Prozent wollen auch eines in Diskotheken. In der zweiten Umfrage findet "Ifes" plötzlich nur mehr 19 Prozent, die für ein "völliges Rauchverbot" in Lokalen sind, 70 Prozent bevorzugen "räumlich getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche".

Waltraud Posch, Leiterin von "Vivid", vermutet: "Offensichtlich hängt so ein Ergebnis vom Auftraggeber und der Fragestellung ab." Sie wünschen, wir spielen? Imma Palme, "Ifes"-Chefin und Studienautorin, verneint: "Unsere Aufgabe war es, festzustellen, wie das Gesetz von den verschiedenen Gruppen gesehen wird. Ergebnis: 70 Prozent wollen getrennte Bereiche. In der Steiermark ging es aber um die Tabakprävention."

Allerdings, sagt Nichtraucherin Palme auf Nachfrage der Kleinen Zeitung, war die Frage, ob ein generelles Rauchverbot befürwortet werde, bei der Evaluierung gar nicht "Thema". Ob das nicht die Studie entwerte? "Nein", antwortet Palme, "es ging um das aktuelle Tabakgesetz."

Waltraud Posch ärgert jetzt, dass die politische Entscheidung zum Tabakgesetz auf eine Studie aufbaue, die der "einzige Ausreißer im europäischen Umfeld ist. Alle anderen weisen auf eine Verschärfung des Nichtraucherschutzes hin und plädieren für ein generelles Rauchverbot".

Alois Stöger aber lässt ausrichten, dass die Evaluierung kein "schwindliges Ergebnis" erbracht habe, sondern eine "österreichische Lösung", die eben die räumliche Trennung in Lokalen gutheiße.

HELMUT BAST

http://schlank.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2334812/trick-den-tschick.story

tom9thomas9 am 20.04.2010, 13:13Kommentar melden
Kein Miteinander durch Trennung

http://www.youtube.com/watch?v=1rWhzNHMYTc
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dohautsdienieder am 17.04.2010, 06:23Kommentar melden
WAS HAT DER RAUCH FUER EINE KRAFT ?DAS ER AUS VERNUEFTIGEN MENSCHEN IDIOTEN MACHT?

wie ist sowas moeglich ?
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nightflight2010 am 16.04.2010, 17:12Kommentar melden
Die Gesundheit der MitarbeiterInnen im Gastgewerbe ist dem Gesundheitsminister nichts Wert!

Der Gesundheitsminister nimmt absolut keine Rücksicht auf die MitarbeiterInnen im Gastgewerbe,
die tagtäglich dem hochgiftigen Rauch ausgesetzt sind.
Wer übernimmt die Verantwortung???, wenn diese MitarbeiterInnen an COPD ("Raucherlunge") oder an Lungenkrebs erkranken und daran Elend zugrunde gehen.
Wo bleibt hier der ArbeitnehmerInnen-Schutz?
Hier wird Sucht voll unterstützt, obwohl nachweislich schon sehr viele Menschen daran gestorben sind,
mehr als bei Verkehrsunfällen.

4422
4 - Steiermark, Kärnten / Kärnten, wie schaut`s aus?
« am: April 29, 2010, 21:18:57 Nachmittag »


http://cms.klz.apa.net:8180/kaernten/villach/villach/2329370/wirte-warten-faire-rauch-loesung.story

Wirte warten auf faire Rauch-Lösung

Nichtraucherschutz ist wieder in aller Munde. Auch für die Villacher Raucher-Lokale wird es langsam eng. Bis Sommer ist noch Frist, Baumaßnahmen umzusetzen. Einige wollen noch zuwarten.

Die Uhren ticken und die Zeit läuft unerbittlich. Nur noch gute zwei Monate haben Villachs Gastronomen Zeit, ihre angekündigten Baumaßnahmen zum Nichtraucherschutz umzusetzen. "Meine Pläne liegen fix und fertig in der Lade, so wie wohl bei fast allen Kollegen in meiner Branche", sagt Elisabeth Krakolinig, Chefin im Espresso Rossiello am Hauptplatz. Den tatsächlichen Umbautermin will sie - wie die meisten anderen Wirte auch - jetzt noch nicht fixieren. "Ich warte zu, es könnte ja bald danach vonseiten der EU eine einheitliche Nichtraucher-Verordnung kommen." Diese Variante wäre für Krakolinig die einzig faire Lösung. "Sonst gibt es wieder und wieder Diskussionen."

Im Stern im Atrio sind gerade die Glasfronten eingebaut worden. "Wir haben jetzt rund 10.000 Euro investiert", erklärt Chef Martin Pohl, der trotz ausgezeichneter Lüftung ständig mit Anzeigen und Strafen konfrontiert wurde. Im Stern-Lokal in der Altstadt wartet Pohl aber auch noch zu. "Bis Ende Juni haben wir Zeit, ich glaube grundsätzlich jedoch, dass man den Gästen nicht alles vorschreiben soll." Seine Lösung: "Warum erhöht man nicht die Preise für Zigaretten? Dann wären die Kosten für die Gesundheitsschäden abgedeckt und man würde die Problematik nicht auf die Wirte schieben."

Ganz klar sehen alle Villacher Kaffeehaus-Gastronomen die Symbiose zwischen dem Koffeingetränk und der Zigarette. Krakolinig: "Ich denke, dass es bei uns so 85 Prozent sind", so Krakolinig, die selbst nie geraucht hat. Für Lokale unter 50 Quadratmetern gilt die Entscheidungsfrist und auch hier gibt es einen Trend. "Zu unserem Genusskonzept passt eher der Raucher, wir werden aber noch diskutieren", meint Christoph Weitschacher, Chef im Herr Vincent. Und in der Caffe-Latte-Bar wird künftig auf den 26 Quadratmetern geraucht. "Das ist für uns ganz klar", sagt Wirt Christian Pasterk. Für die 100 Einraum-Lokale in Villach läuft die Uhr. "Ob das Gesetz danach eingehalten wird, können wir erst nach Ende der Frist kontrollieren", sagt Alfred Winkler, Magistrats-Jurist.

DANJA SANTNER

4423

http://www.sommergipfel.at/steiermark/bruckandermur/2283519/rauchergesetz-nicht-einmal-ignoriert.story

Rauchergesetz wird ignoriert


Schonfrist für 1000 Lokale in der Steiermark läuft mit Juli 2010 aus. Mit den Nichtraucherschutzmaßnahmen warten die Wirte aber zu und hoffen auf Gesetzesänderung. Schwangere als Verlierer des Tabakgesetzes.
Schonfrist endet im Juni

Gäste sind verärgert, die Wirte kämpfen mit Gästeschwund, die kontrollierenden Beamten sind überfordert. Das ist das kurze Fazit des seit mehr als einem Jahr geltenden Tabakgesetzes, das nicht nur am Stammtisch für hitzige Debatten sorgt. "Die Leute, ob Raucher oder Nichtrauchen zeigen nur Unverständnis darüber, wie das gehandhabt wird" weiß auch Wirtin Bettina Fink vom Gasthaus Fink & Haberl im oststeirischen Ottendorf. Beim unglücklichen Gesetz, das Raucher- und Nichtraucherlokale zulässt, bleibt letztlich der Nichtraucherschutz im Wirrwarr um Lokalgröße und Errichtung von Trennwänden auf der Strecke.
Umbaumaßnahmen

Weil in vielen Gaststätten der Nichtraucherschutz schlicht noch immer nicht eingehalten werde, lässt Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) jetzt bundesweit das Gesetz prüfen. Auch aus diesem Grund schieben Wirte die längst fälligen Umbaumaßnahmen hinaus, obwohl mit 1. Juli 2010 die Schon- sprich gesetzliche Übergangsfrist endet. 1000 Lokale müssten Umbaumaßnahmen umsetzen. Karl Wratschko, steirischer Obmann der Gastronomen ist überzeugt, dass die Wirte das auch tun werden. Die mit der Umsetzung betrauten Behörden stöhnen derweil unter dem "typisch österreichischen Wischi-Waschi-Gesetz". In Graz etwa, wo bei der zuständigen Bau- und Anlagenbehörde bis dato mehr als 400 Anzeigen eingingen und 253 Strafen gegen Wirte, die sich nicht an das Nichtrauchergesetz gehalten haben, verhängt wurden.
Keine Hilfe für Schwangere

Einem Beamten, er will nicht genannt werden, stößt vor allem eine Tatsache auf: "Die ärgsten Verlierer dieses Gesetztes sind die schwangeren Kellnerinnen, die in Raucherlokalen arbeiten. Die können nicht mal in Frühkarenz gehen, weil es das Gesetz nicht zulässt." Von zwei Betroffenen weiß der Beamte, die, um den Job nicht zu verlieren, nur durchhalten können. Und passiv mitrauchen müssen. "Dieses Gesetz ist nur schwer exekutierbar. Jede Anzeige benötigt umfängliche Erhebungen in den Lokalen. Ist es größer als 50 Quadratmeter oder nicht?" klagt Thomas Rajakovics vom politisch zuständigen Grazer Bürgermeisterbüro. Man sollte Schweden, Italien, Irland, Slowenien und Mazedonien folgen, wo das Rauchen in Lokalen gänzlich verboten ist. Wirte ignorieren das Gesetz und wollen sogar Strafen in Kauf zu nehmen wie Heinz Kammerer von Wein & Co. Er müsste in seinem Grazer Filiale ab Juli zwischen Rauchern und Nichtrau chern eine Trennwand einziehen. Für ihn ein "Eingriff in den freien Wettbewerb", weil in kleinen Einraumlokalen auch nach dem Juli weiter geraucht werden darf. Er fürchtet andernfalls Umsatzeinbrüche bis 50 Prozent.

Wein & Co in Graz ist zudem ein gebranntes Kind: Man probierte ein halbes Jahr eine Nichtraucherlösung aus, viele Gäste blieben aus. Jetzt darf an der Bar geraucht werden, ab Juli müsste eine Trennwand Raucher und Nichtraucher scheiden. Kammerer: "Das Gesetz ist so ohnehin nicht zu halten." Anders die Brucker Cafe-Konditorei Macher, die eine Trennwand einziehen will. Nicht umbauen und auf Nichtraucherlokal umstellen werden das Operncafe in Graz und das Lewandofsky in Bad Aussee, die zu Charly Temmels Kette gehören. "Das ist ein Chaos, viele Gäste sind beleidigt. Man nötigt Wirte zum Umbau, und dann verbietet in ein, zwei Jahren die EU ohnehin die Raucherlokale", ärgert sich Wilfried Temmel vom Lewandofsky.

Abwartend sind die Grazer Gastronomen Michael Schunko vom Lokal Eckstein und Harald Sükar, Chef von Hubert Auer. Beide müssten Umbaumaßnahmen vornehmen. Aber Schunko hofft, dass sein 78 Quadratmeter großes Einraumlokal in die Ausnahmeregelung für Lokale bis 80 Quadratmeter fällt. Angesucht um die Ausnahmeregelung hat er aber noch nicht. Und auch Sükar traut der österreichischen Gesetzeslage nicht und hofft überhaupt auf eine europäische Nichtraucher-Lösung. Dann würde sich eine Trennwand ohnehin erübrigen.

HELMUT BAST


4424
Diese Anzeige ist nicht unsere erste gegen "hohe" Politiker. Schon vor einem halben Jahr wurde dies aufgezeigt, jetzt wiederholt. Und in der Rathauspassage und rund 150 Lokalen ("Nachbesuche") wird - trotz Anzeigen - fleißig weiter gegen den NR.-Schutz verstoßen!

http://www.tt.com/csp/cms/sites/tt/%C3%9Cberblick/Politik/PolitikTirol/645031-6/innsbrucker-politiker-pfiffen-auf-rauchverbot-anzeige.csp

Warum? Da die Tiroler Behörden nicht tätig werden wollen, bevor nicht eine Anzeige am Schreibtisch liegt! Mehr dazu unter http://sis.info , mit Erläuterungen zum Gesetz und - ganz unten - neuesten Beiträgen.
Zurück zu den hohen Politikern: BM. Hundstorfer wurde erst jetzt beim Ball Tanz und Krebs (ärger geht es nicht!!!) in der Wiener Hofburg mit einer Tschick im Nichtraucherbereich entdeckt. Und Wiens "Bildungsminister" und Wiens "Promibezirksvorsteherin" haben sich bei der Eröffnung des Bades in Hütteldorf rauchend der Presse gestellt, flankiert von zwei rauchenden Badaufsehern.  Ist allen nicht bekannt, dass in Öffentlichen Gebäuden und Einkaufszentren seit 1.1.2005 nicht geraucht werden darf? Ebenso der Nichtraucherschutz seit 1.1.2009 bei Straßenlokalen zu gelten hat?

Warum sollen da 10 jährige, 12 jährige, 14 jährige nachdenken, wenn auf der Zigarettenschachtel steht: Rauchen schädigt Sie und die Menschen in Ihrer Umgebung! Guinness Buch der Rekorde: Österreich hat die meisten Raucher und liegt an zweiter Stelle beim Umsatzwachstum von Zigaretten, hinter China, weltweit. Österreich hat die meisten Raucher unter 12 Jahren!

Mehr als 50 % aller Krebsarten entstehen durch den tödlichen Tabakrauch, aktiv und passiv rauchend. Das aktive und passive Rauchen schädigt das Ungeborene, ebenso verursacht es chronisch Kranke mit Asthma, Allergien, Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfälle, Diabetes etc.! 11.000 Rauchertote und 1000 Passivrauchtote, Frau Bürgermeisterin, ist das nichts zum Handeln? Vor einem halben Jahr habe ich Ihnen hunderte Anzeigen bei der Pressekonferenz überreicht; da waren Sie noch Gesundheitsstadträtin. Was hat sich geändert? Was haben Sie getan? Nichts! Sie haben nicht einmal Beamte beauftragt, nach Aussendung des Strafbescheides nachzusehen, ob sich beim Lokal etwas verändert hat.

Hinweisen will ich auf das Volksbegehren unter http://nichtraucheninlokalen.at , welches beim Wohnsitzgemeindeamt unterschrieben werden kann. BM. Stöger hat auch die Bevölkerung mehrfach aufgerufen: „Bewerten Sie die Wirte, teilen Sie das mit.“ Möglich auf www.sis.info .

Dietmar Erlacher, Krebspatient
Bundesobman von "Krebspatienten für Krebspatienten"
Leiter der Initiative für generell rauchfreie Lokale und öffentl. Gebäude

4425

http://winter.kleinezeitung.at/steiermark/judenburg/2333467/italien-rauchfrei-ganz-revolte.story

Home » Stmk » Bezirk Judenburg

Italien rauchfrei, ganz ohne Revolte

Vom Unterschied der Gasthauskulturen, dem Stress der Österreicher, grauslichen Aschenbechern und einem Berlusconi im Topf.

Bei Franco Galati in Judenburg läuft es bestens - ohne Qualm.


Vier Plätze, 19 Uhr, und bitte einen Tisch mit Bank. Ein Anruf. Diese Österreicher, brauchen immer eine Couch zum Essen. Womöglich, um danach ewig bei Getränk und Zigarette abzuhängen? Nicht bei Franco in Judenburg. Der Mann aus Otranto, diesem östlichen Dorf Apuliens, führt, obwohl selbst Raucher, sein beliebtes Ristorante in der Kaserngasse als Nichtraucherlokal. Bei einem Gespräch dort bleibt einem also höchstens aus ungleich angenehmeren Gründen die Luft weg.

Signor Galati, was bedeutet für Sie Dolce Vita?

FRANCO GALATI: Hhmm, übersetzt süßes Leben... Das Leben genießen - also gut essen, mondän leben, immer unterwegs sein, Theater, Casino, kurz: wenig Arbeit und viel Brot.

Sind die Italiener im Genießen Weltmeister oder können das auch die Österreicher?

GALATI: Schon auch, aber das ist generell eine andere Kultur. Ihr habt immer Stress. Wenn ein Österreicher was braucht oder haben will, muss das sofort sein, am schlimmsten ist das bei den Frauen. Die werden gleich grantig. So kann man das Leben nicht wirklich genießen!

Wie geht es Ihnen damit?

GALATI: Ich bin ein spontaner Mensch und ganz anders aufgewachsen. Schon Nord- und Süditalien sind so unterschiedlich.

Fast ganz Europa schafft es, den Rauch aus seinen Gaststätten zu verblasen. Allen voran Italien, wie man erst ungläubig staunte...

GALATI: Bis jetzt hat keiner rebelliert. Alle haben das in Kauf genommen, das Gesetz für richtig empfunden. Und laut Statistik sind seitdem Herzinfarkte, Lungenkrebs und all die tödlichen Geschichten deutlich zurückgegangen. Neu ist jetzt, dass auch in Autos, in denen hinten Kinder sitzen, nicht geraucht werden darf. Absolut richtig!

Warum schafft das Österreich nicht?

GALATI: Ihr habt hier eine andere Kultur mit Gasthäusern. Das Wirtshaus ist ein Teil der Familie, wie ein Bruder. In Italien haben wir etwa das mit den Sparvereinen nicht. Bei uns gehen die Leute zum Essen in ein Restaurant, da ist auch Respekt da. Man bestellt Essen, Kaffee und Grappa und geht dann.

Eure Gastronomie ist deshalb nicht im Tiber untergegangen...

GALATI: Zugesperrt hat noch niemand. Und weil oft mit dem anderen Klima argumentiert wird, bei dem man vor die Tür gehen kann: Bei uns ist auch Winter.

Warum haben Sie sich für ein Nichtraucherlokal entschieden?

GALATI: Ein halbes Jahr lang wurde geraucht. Für eine Trennung sind wir zu klein. Dann hat mir die BH geholfen und meinte, dass es so einfacher wäre, weil ohnehin das Verbot von der EU kommt. 70, 80 Prozent unserer Gäste sind Nichtraucher. Aber wir haben draußen Heizstrahler mit Aschenbecher, damit man merkt, wir hassen die Raucher nicht. Aber es war ja auch wirklich grauslich, die vollen Aschenbecher wegzuräumen. Und wie kommt ein Nichtraucher dazu, den Qualm einzuatmen - wobei Nichtraucher sowieso toleranter sind als Raucher.

Wie reagierten die Gäste?

GALATI: Ein paar Stammgäste habe ich verloren. Wir haben aber auch mehr Lebensqualität, weil wir wegen der Raucher an der Bar nicht ewig im Lokal bleiben müssen. Auch wenn viele "nur" Genussraucher sind - die, die noch essen, werden trotzdem eingeraucht. Das geht einfach nicht, das kannst du daheim machen. Und mit einer Lüftung zieht es wieder. Die meisten akzeptieren es, "stimmt eh", meinen sie. Und ein paar Raucher haben inzwischen sogar aufgehört!

Was würde Sie sich für Österreich wünschen?

GALATI: Dass alles in der Gastronomie rauchfrei wird, außer Nachtlokale. In einem Lebensmittelgeschäft wird ja auch nicht geraucht, und ich rauche ja auch nicht in der Küche!

Carciofi alla romana, Calamari ripiene, Cassata alla siciliana - vertragen sich die italienischen Köstlichkeiten überhaupt mit stinkendem Qualm?

GALATI: Nein, das passt nicht...

Und zum Schweinsbraten?

GALATI: Zu Laugenbrezen passt es vielleicht, die liegen lang genug am Tisch. Nein, bei uns zu Hause wurde nirgendwo geraucht, nicht beim Friseur oder auf der Bank oder in der Schule - die Kinder durften das einfach nicht sehen.

Kochen und Rauch, verträgt sich das?

GALATI: Wenn einem Selchfleisch schmeckt oder geräucherte Forelle oder Lachs - ich weiß aber nicht, ob das gesund ist, und das hat jetzt nicht unbedingt etwas mit Tabakrauch zu tun.

Wo würden Sie am liebsten kochen, in welcher Stadt etwa?

GALATI: In meinem Heimatdorf, da könnte ich den anderen zeigen, was ich gelernt habe. Aber es ist schwer zu sagen, ob ich dort wieder einmal lande. In Österreich ist es auch schön, hier habe ich Schifahren gelernt - und ich komme auch immer hinunter!

Wen würden Sie am liebsten ein- und wen am liebsten bekochen?

GALATI: Einkochen den Berlusconi - in den Topf mit ihm. Und bekochen die Mama.

Ihr perfektes Menü?

GALATI: Ich mag ja alles... gerne Fisch, aber Fleisch auch... (überlegt) Nun: Zuppa di pesce, Bavette vongole, Frittura di pesce, und Tartufo affogato. (Also Fischsuppe, Pasta mit Muscheln, frittierte Fische, Meeresfrüchte, und eine "ertränkte" Eisspezialität.)

INTERVIEW:

BETTINA OBERRAINER