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Nachrichten - admin

3991
Ich starb/sterbe an Krebs - durch Tabakrauch / Das Rauchverhalten in ...........
« am: September 01, 2010, 17:55:29 Nachmittag »

"Kurier" vom 01.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 17
Ausgabe: Wi,Abend,Länder,Wi,Morgen

Sucht: Österreicher qualmen am meisten

Weltweit werden pro Tag über 15 Milliarden Zigaretten geraucht. Zwar nimmt die Zahl der männlichen Raucher ab, Frauen aber holen beim Zigarettenkonsum deutlich auf.

Weltmeister Österreich liegt im globalen Vergleich mit 36,3 Prozent Rauchern in der

Bevölkerung an der Spitze.

Gefolgt von Griechenland (35 Prozent) und Ungarn mit 33,8.

3992
"Kurier" vom 01.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 17
Ausgabe: Wi,Abend

Interview

"Sehe Tabakkonsum als Symbol der Freiheit"

Der KURIER fragte bei dem Bayern Manuel Güll, Unternehmenssprecher von Imperial Tobacco, nach. Das Unternehmen ist weltweit der viertgrößte Zigarettenanbieter. In Österreich setzt der Konzern pro Jahr 13 Milliarden Zigaretten ab. Jährlicher Umsatz: 50 Millionen Euro nach Steuern.

KURIER: Geht der Zigarettenabsatz bei absoluten Rauchverboten wie etwa in Irland oder der Türkei zurück?

Manuel Güll:Im ersten Jahr reduziert sich das Geschäft um zwei Prozent. Dann pendeln sich die Umsatzzahlen wieder ein. Raucher rauchen wegen Verboten nicht weniger.

Wie stehen Sie zu der österreichischen Lösung mit getrennten Bereichen?

Das Gesetz liegt im europäischen Trend. Raucher, Nichtraucher, Gastronomie und Wirtschaft können miteinander existieren.

Die EU hat bei einem europaweiten Rauchverbot zurückgerudert. Dafür gibt es jetzt den Vorschlag der Einheitspackerln ...

Damit will man Zigaretten unattraktiv machen und Raucher an den Pranger stellen. Und es ist ein Angriff auf bestehende Markenrechte. Anfang September gibt es dazu in Brüssel eine Anhörung.

Experten sehen darin eine Erleichterung für Fälscherbanden. Sie auch?

Ein Camel-Packerl ist schwieriger zu kopieren als eine Einheitsbox. Die Fälscher werden sich freuen.

Österreich ist bei Jugendlichen Rauch-Weltmeister. Gibt es eine Erklärung?

Nein, aber wir wollen nicht, dass Kinder- und Jugendliche rauchen. Verkaufen Trafikanten Rauchwaren an Jugendliche, muss dagegen vorgegangen werden.

Sollten Zigarettenpreise steigen oder sind gesetzliche Mindestpreise sinnvoller?

Der Mindestpreis ist rechtswidrig und daher gefallen. Steigerungen von 15 bis 20 Cent pro Box sind möglich. Es gibt aber eine finanzielle Schmerzgrenze.

Akzeptiert die Tabakbranche den angerichteten Schaden an der Volksgesundheit?Oder zählt nur die Eigenverantwortung?

Der Konsum birgt gesundheitliche Risiken. Aber diese Debatte ist zynisch ...

Warum?

Ich sehe den Tabakkonsum als Symbol der Freiheit. In Zukunft wird über das Schnitzel oder Alkohol diskutiert. Auch Ski fahren birgt Risiken. Regierungen können nicht alles regulieren.

Seit einem Monat besteht in Bayern generelles Rauchverbot in Lokalen. Wie nehmen Ihre Landsleute das auf?

Das hängt von den Promille ab. Aber Spaß beiseite. Der Bayer lässt sich ungern etwas vorschreiben. Ich erwarte aber keine Rebellion.

http://www.rauchersheriff.at

http://www.rauchfreiheit.at

3993
Ö s t e r r e i c h Medienberichte 1 / Tabakpolitik in Österreich
« am: September 01, 2010, 17:44:07 Nachmittag »
"Kurier" vom 01.09.2010

Ressort: Innenpolitik

Seite: 4

Ausgabe: Wi,Abend,Länder,Morgen

   
Runder Tisch: Was läuft falsch im Gesundheitssystem? Die Sprecher von SPÖ und ÖVP sowie Ex-Kassenchef Bittner im Streitgespräch
Tabaksteuer in die Spitalskasse?

Am Rande des Europäischen Forums Alpbach diskutierten die Gesundheitssprecher von SPÖ und ÖVP, Sabine Oberhauser und Erwin Rasinger, mit dem Gesundheitsexperten und Ex-Chef der Wiener Gebietskrankenkasse Franz Bittner ("Peri Human Relations") über die Anhebung der Tabaksteuer, fehlende Transparenz im Gesundheitssystem - und die richtige Butterstärke am Brot:

KURIER: Die Ärztekammer hat eine höhere Besteuerung des Rauchens zugunsten der Gesundheitspolitik eingefordert. Ein kluger Vorstoß?

Erwin Rasinger: Die Verdoppelung erscheint mir überzogen, aber 30 Millionen Euro sollten aus der Tabaksteuer für Prävention zweckgewidmet werden. In anderen Bereichen geht das: Österreichs Sportler bekommen aus den Lotto-Toto-Erträgen 80 Millionen Euro im Jahr, Anfang 2000 waren es 30 Millionen. Im Fonds Gesundes Österreich, der sich um Vorsorge kümmern soll, haben wir demgegenüber seit 1996 unverändert sieben Millionen. Das ist für nachhaltige und sinnvolle Prävention zu wenig. Was wir beim Sport können, müssen wir auch bei der Gesundheit schaffen.

Franz Bittner: Als Kassenchef habe ich die Zweckwidmung der Tabaksteuer immer wieder gefordert, nur hat sich kein Finanzminister je getraut, das umzusetzen. Das Problem ist: Alle Beteiligten halten die Maßnahme für klug - nur passiert nichts.

Sabine Oberhauser: Was vielleicht auch daran liegt, dass die Anhebung der Tabaksteuer für mich nur die zweitbeste Lösung ist. Steigt die Steuer, nehmen Schmuggel und Schwarzhandel zu, entsprechend geringer sind die zusätzlichen Einnahmen. Hinzu kommt: Sobald die Menschen gesünder leben, sprich weniger oder gar nicht rauchen, fehlen wieder Millionen für das Gesundheitssystem. Die beste Lösung wäre, mehr Geld aus dem allgemeinen Steuertopf in das System zu geben.

Herr Rasinger, gäb's das Geld, was sollte mit zweckgebundenen Mitteln passieren?

Rasinger: Da mangelt es nicht an Ideen. Wir könnten die Sportförderung für übergewichtige Kinder ausbauen. Derzeit werden Projekte nach wenigen Jahren wieder eingestellt, weil die Finanzierung fehlt.

Oberhauser: Ein Vorbild sind die Finnen. Sie haben etwa evaluiert, wie dick die Butter am Brot ist. Am Ende stand die Ansage: Wir wollen runter von drei auf einen Millimeter! Und bei Schweinen wurde die Fettschicht am Rücken gemessen. Weniger fettes Fleisch im Regal bedeutet weniger Versuchungen beim Einkaufen - und gesündere Konsumenten.

Bittner: Ich würde eine finanzielle Stützung hochwertiger Nahrungsmitteln dringend befürworten.

Die Menschen kaufen falsch ein - ist das unser Hauptproblem im Gesundheitswesen?

Rasinger: Nicht das Hauptproblem, aber Prävention wird zu wenig beachtet. 80 Prozent der Typ-2-Diabetiker wären durch adäquate Bekämpfung von Übergewicht zu vermeiden. Wir müssen weg von der Spitals-, hin zur Präventionspolitik. Denken Sie an psychische Erkrankungen. Die nehmen dramatisch zu und sind bereits die häufigste Ursache für Invaliditätspensionen.

Bittner: Bleiben wir bei Diabetikern: Hier zeigt sich, wie wenig vorhandene Potenziale genutzt werden. Wir haben in Österreich 420.000 Diabetiker in Behandlung, 180.000 sind krank aber nicht diagnostiziert, weitere 10.000 erkranken jährlich neu. Von den 420.000 werden aber nur 10.000 in Disease-Management-Programmen betreut.

Warum ist das wichtig?

Weil diese Programme Leid und Kosten sparen. Diabetes ist eine Krankheit mit schwersten Folgen - Erblindungen, Dialyse, etc. In den Disease-Management-Programmen werden Patienten effektiver behandelt, die Kosten pro Jahr und Patient sind um bis zu 700 Euro niedriger. Trotzdem passiert in die Richtung wenig, weil wir neun verschiedene Gesundheitssysteme haben und einfach die zentrale Steuerung fehlt.

Eine Forderung der Ärzte lautet: Der Hausarzt muss gestärkt werden. Warum?

Rasinger: Weil Hausärzte oft nicht sind, was sie sein sollten, nämlich zentraler Ansprechpartner der Patienten. Wir müssen nachdenken, wofür wir Ärzte entlohnen. Derzeit bekommen sie fürs Blutabnehmen oder für Injektionen bezahlt, Zuwendung zählt nicht im selben Maß.

Oberhauser: Volle Zustimmung. Wir müssen beim Honorarsystem etwas tun, das kleinteilige Sammeln von Leistungen ist von gestern.

Mit Pauschalzahlungen?

Rasinger: So lange der Hausbesuch beim Pudel mehr Geld bringt als der beim Frauerl, darf man sich nicht wundern, wenn uns in Großstädten bald Ärzte fehlen.

Apropos Fehlen: Herr Bittner, Sie attestieren dem Gesundheitssystem einen Mangel an Transparenz.

Bittner: Und zwar insbesondere bei den Spitälern. In Dänemark kann ich sehen, wie viele OPs ein Spital macht und welche Erfolgsquote es hat - eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Wissen Patienten, dass irgendwo nur 100 Geburten im Jahr stattfinden, werden sie dort nicht entbinden. Das Spital schließt die Abteilung und spezialisiert sich auf andere Bereiche. Transparenz schafft Qualität.

Aber wie soll diese Transparenz konkret aussehen?

Bittner: Die Leistungsbilanz eines Krankenhauses sollte online abrufbar sein.

Rasinger: Da bin ich skeptisch.

Warum?

Rasinger: Der 80-Jährige schaut nicht ins Internet.

Oberhauser: Dann erledigt das eben der Hausarzt.

Rasinger:Ein guter Arzt weiß, wo er Patienten unterbringt, und Qualitätsberichte werden oft überbewertet. In den USA werden Komplikationszahlen bei Bypass-OPs veröffentlicht. Was passiert? Manche Spitäler nehmen schwierige Patienten nicht, weil diese die Statistik drücken.

Bittner: Warum so pessimistisch? Probieren wir Reformen doch aus. Verwerfen können wir sie immer noch.

Copyrighthinweis: © Kurier - Wien, 2010

3994

LHStv. und Ref. für Gesundheit Dr. Kaiser
, sehen Sie das Zigarettenrauchen auch als Sucht, oder als .....?
Ist die Nichteinhaltung des NR.-Schutzes ein Kavaliersdelikt, oder wird endlich in entsprechender Höhe gestraft?

PS: Die KGKK ist bei Raucherentwöhnung schon ziemlich weit, aber noch nicht außerhalb von Klagenfurt/Villach.

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100901_OTS0072/a-v-i-s-o-morgen-donnerstag-1300-uhr-pk-lhstv-kaiser-zu-pilotprojekt-suchtpraevention


A V I S O - Morgen, Donnerstag, 13.00 Uhr, PK LHStv. Kaiser zu Pilotprojekt Suchtprävention =

   Klagenfurt (OTS/LPD) - Gesundheitsreferent LHStv. Peter Kaiser
gibt morgen, Donnerstag, 13.00 Uhr, eine Pressekonferenz zum Thema
"Suchtprävention - Pilotprojekt des Gesundheitsreferates mit dem
Militärkommando Kärnten". Sie findet im Stellungsgebäude des
Militärkommandos Kärnten, Seminarraum, Windisch-Kaserne, Welzenegger
Zeile 28, Klagenfurt, statt. Weitere Gesprächspartner sind
Militärkommandant Brigadier Gunther Spath und Cornelia Moschitz von
der Landesstelle Suchtprävention.
    (Schluss Aviso)

Rückfragehinweis:
   Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
   Tel.: 05- 0536-22 852
   http://www.ktn.gv.at

3995


Laut Kurier vom: 1.9.10

……. Einer der wehrhaften Gastronomen ist Werner Staud aus Bad Vöslau. Der "Raucher-Rebell" suchte für seinen Bierhof um eine Trafik-Lizenz an und erhielt sie: "Laut Gesetz darf in Trafiken geraucht werden. Also sind im Bierhof Raucher willkommen." Die BH Baden kontrollierte das Lokal. Staud: "Ich warte auf die Anzeige."

Helmut Hinterleitner, Gastronomie-Sprecher der Wirtschaftskammer, verwehrt Staud jede Unterstützung: "Dieses Vorgehen ist nicht im Sinn der Kammer."
Auch im Gesundheitsministerium befasst man sich mit dem "Grenzfall Staud".

Alle Nachahmer zogen aus Furcht vor Konsequenzen ihr Trafik-Ansuchen zurück.

3996
Niederösterreich, Eigenartigkeiten

August 07, 2010, 08:50:32 »

http://kurier.at/nachrichten/niederoesterreich/2021984.php

Geplante Razzia beim Raucher-Rebellen

    * Hauptartikel
    * Interview
    * Hintergrund

Wirt nützt Lücke im Tabakgesetz

Rauchen erlaubt: Ein Wirt aus Niederösterreich hat eine Gesetzeslücke entdeckt und umgeht in seinem Lokal den Nichtraucherschutz.

Mit der Trafik-Lizenz will Wirt Werner Staud in seinem Restaurant Bierhof (Bad Vöslau) die Nichtraucher-Regelung aus den Angeln heben.

http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=456.msg1521#msg1521

3997

"Rauchverbot": Anzeigenflut nach Kontrollen in Grazer Discos


In Discos und Bars setzte es am Wochenende nach 26 Kontrollen 26 Anzeigen. Strafen von 300 bis 1000 Euro.

KLZ/ScheriauSujetbild

Es war die Ruhe vor dem Sturm. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl hatte mit 1. Juli zur Aktion scharf geblasen, um den Nichtraucherschutz in Lokalen zu überprüfen. Die erste Bilanz sah positiv aus: Nach 144 Kontrollen in Restaurants und Cafés (auch in Shoppingzentren) gab es nur 28 Anzeigen wegen Verstöße.
Dicke Luft in Discos und Bars

Doch eine Schwerpunktkontrolle am Wochenende ergab bei Discos und Partylokalen in Graz ein ganz anderes Bild. Dort herrscht dicke Luft: Nach 26 Kontrollen setzte es 26 Anzeigen. Die meisten Betreiber zeichneten sich durch Ignoranz aus, ärgert sich Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics: "Grundtenor war, wir sind ja nicht die Eltern, dass wir den Jugendlichen das Rauchen verbieten." Noch dazu waren das großteils U-20-Lokale. Nun setzt es Strafen ab 300 bis 1000 Euro und die Aktion scharf wird verlängert.

3998
AB 1. JULI 2010: PLANQUADRAT ÖSTERREICH / Oberösterreich: Ist Wels anders?
« am: September 01, 2010, 11:02:31 Vormittag »
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Mittwoch, 01. September 2010 08:30
An: 'franz.pietsch@bmg.gv.at'
Cc:
Betreff: Ist Wels anders?

Guten Morgen!
Wegen unten: Bitte Kontaktaufnahme mit f.h.doppelhofer@gmail.com und Antwort dann abschriftlich an krebspatient-krebsforum@utanet.at
Danke!
MfG.
Dietmar Erlacher

PS: Weiters zur Info http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=427.msg1588;topicseen#msg1588


Hubert Doppelhofer Anfrage aus Wels wo wir leider auch keine Antwort wissen:
in wels (OÖ) findet gerade das volksfest (agraria) statt. in sämtlichen
bierzeltern und weinhallen wird geraucht. nach anfrage bei der zuständigen
behörde, magistrat wels, wurde mir mitgeteilt, dass es hierfür eine
sonderregelung gibt.

...
leider ist für mich keine sonderregelung im gesetzblatt ersichtlich und ich
stelle mir die frage, ob gewisse städte wieder ausnahmen bei ihren eigenen
veranstaltungen machen dürfen?
   
   
In einem Informationsblatt des Gesundheitsministeriums wird behauptet, dass Zeltfeste ausgenommen sind: http://www.bmg.gv.at/cms/site/attachments/9/9/8/CH0756/CMS1157723700705/informationsblatt__nichtraucherschutz_in_der_gastronomie__gz_221...8...0_0086-iii_b_6_2008.pdf
Ausjudiziert ist das aber nicht, und im Gesetz steht nicht taxativ aufgezählt, dass Zeltfeste ausgenommen sind: http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10010907
Aber das wissen wir eh, dass das derzeitige Gesetz viel Interpretationsspielraum zulässt.
   

Die Kärntner Zeltfeste mussten schließlich auch rauchfrei sein, nachdem sich BMfG + BH. eingeschaltet haben.
Ist Wels anders
?

3999
AB 1. JULI 2010: PLANQUADRAT ÖSTERREICH / Graz
« am: September 01, 2010, 10:59:27 Vormittag »
In der Tschickeria

Not macht erfinderisch. Aktuelles Beispiel: Rauchergesetz. Wie Wirte damit umgehen? Ein ungefilterter Rundgang.

http://www.kleinezeitung.at/g7/2438641/tschickeria.story

Die Lösung in der Eschenlaube ist blitzblank, hat 9000 Euro gekostet und öffnet sich mit zerdehntem Surren. Und das viel langsamer, als so manchem Kellner lieb ist: die neue elektrische Glastür, die von nun an die Raucher von den Nichtrauchern trennt. "Da muss man sich schon erst einmal daran gewöhnen. Es ist ein bisserl wie am Flughafen", sagt Kellnerin Claudia Haslinger mit skeptischem Blick auf die Glasfront.
Hier klicken!

Das Rauchergesetz ist in Graz angekommen. Seit 1. Juli hat sich in den Lokalen so einiges verändert. Quadratmeter wurden hin-, her- und ausdiskutiert und eigenartige Clubs gegründet. 56 Gaststätten wurden bis dato in Graz kontrolliert, 34 Strafverfahren laufen bereits. Dabei droht Lokalen und Wirtshäusern bei Erstvergehen eine Strafe von 100 Euro, Einkaufszentren von 300 Euro. Die Wut gibt's gratis dazu.
Zweiklassengesesellschaft

Der Wirte letzter Schluss nach einem Monat Rauchergesetz: "Hätte man das Rauchen gleich in allen Lokalen verboten, hätten wir uns viel Geld gespart." Denn die eine oder andere Nichtraucherlösung entwickelt sich zur wahren Gespenstergesellschaft. So wie im Cafe Generals in der Belgiergasse. Hier wurde die Bar durch eine Kombination aus Glas- und Steinwand in Nichtraucher- und Raucher geteilt. Betreiber Günter Moitz: "Ich habe 20.000 Euro investiert, damit jetzt niemand drinnen sitzt." Auch Hans Gregoritsch von Flann O'Brien hat das Thema satt: "Alles furchtbar, es wird nicht auf die Art des Lokals geachtet. Unser Leitbild ist Sport und Musik, jetzt habe ich eine Zweiklassengesellschaft. Einer ist immer benachteiligt, ob Raucher oder Nichtraucher."

Im Cafe Centraal löst man das Problem auf kubanische Art, mit den "Amigos de Cuba". Das Lokal wurde mit einer Wand geteilt. Vorne liegt der Raucherbereich, hinten das Vereinslokal. Auch für Raucher. Mitgliedsbeitrag ist fünf Euro, dazu gibt's Getränkegutscheine. Das Geld geht übrigens an ein kubanisches Waisenhaus. Bei l'angelo geht man das Problem auf provokante Weise an. Ein Plakat in der Optik eines Warnhinweises sagt dem Gast: "Der Besuch kann tödlich sein. Raucherlokal. Nichtraucher wegen guter Lüftung willkommen." Wir danken für den Hinweis.



Dazu:
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Mittwoch, 01. September 2010 09:51
An: 'franz.pietsch@bmg.gv.at'
Cc:
Betreff: Graz, Cafe Centraal
Wir dachten, Vereinslokale müssen ebenfalls den NR.-Schutz einhalten.
Doch nicht?
Warum handeln BHs/MAs nicht, wenn bundesweit Missverhalten der Wirte öffentlich kundgetan wird, mit Fotos? Amtsmissbrauch?
http://www.kleinezeitung.at/g7/2438641/tschickeria.story
Im Cafe Centraal löst man das Problem auf kubanische Art, mit den "Amigos de Cuba". Das Lokal wurde mit einer Wand geteilt. Vorne liegt der Raucherbereich, hinten das Vereinslokal. Auch für Raucher. Mitgliedsbeitrag ist fünf Euro, dazu gibt's Getränkegutscheine. Das Geld geht übrigens an ein kubanisches Waisenhaus.



4000
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2464112/rauchergesetz-erste-wirte-werfen-handtuch.story

1.09.2010

Rauchergesetz: Erste Wirte werfen Handtuch

Das Rauchergesetz ist seit zwei Monaten in Kraft und es hagelt weiter Anzeigen und Strafen. Erste Wirte sperren bereits wegen Gästemangels zu.

Seit 1. Juli ist Schluss mit den Übergangsregelungen beim Nichtraucherschutz in Lokalen. Seit Wochen klagen daher auch die Grazer Wirte über Umsatzeinbußen und kritisieren die "wettbewerbsverzerrenden" Regelungen. Noch dazu hagelte es vor allem in den ersten Wochen Anzeigen und Strafen vonseiten der zuständigen Bau- und Anlagenbehörde, weil viele Wirte Nichtrauchschutzmaßnahmen nicht umgesetzt haben. Vor allem Jugendlokale und Discos würden noch immer auf das Gesetz pfeifen (siehe links).

Nun gibt der erste Wirt auf: Wolfgang Pöltl, Betreiber der Obama-Bar in der Grazer Innenstadt, hat diese wegen des Nichtraucherschutzgesetzes zugesperrt. "Das Gesetz hat mir meine Gäste vertrieben, weil ich mich anders als andere Wirte an das Gesetz halte. Vor Kurzem musste ich zusperren und sechs Leute entlassen. Die hat Gesundheitsminister Alois Stöger auf dem Gewissen", hadert Pöltl.
Gesetz prüfen lassen

Und Pöltl droht mit Konsequenzen: "Ich fordere von der Politik meinen Verlust von 200.000 Euro zurück." Dazu will er den Verfassungsgerichtshof einschalten, damit dieser mittels Normprüfungsverfahren prüfe, ob das Gesetz überhaupt ordnungsgemäß umsetzbar sei. Vor allem die Tatsache, dass es von der Größe eines Lokals abhängt, ob es ein Raucher- oder Nichtraucherlokal sein darf, kritisiert Pöltl. "Das ist so, wie wenn man mit einem großen BMW 370 fahren darf, mit einem Golf aber nur 130."

Als schlicht "wettbewerbsverzerrend und katastrophal" bezeichnet Gerhard Sudy, Inhaber des Cafés Gino am Tummelplatz und des Cafés Muhr in der Herrengasse das Nichtrauchergesetz. Auch er stößt sich daran, dass Gedeih und Verderb eines Lokals davon abhänge, ob es 49 oder 51 Quadratmeter groß sei. "Es muss eine Volksabstimmung her, die ein klares Nein oder Ja für Rauchen oder Nichtrauchen in Lokalen festlegt", so Sudy.

Besonders ärgert Sudy, dass das Gesetz auf die Arbeitnehmer kaum Rücksicht nimmt. Denn die Kellnerin im Raucherlokal könne sich höchstens einen neuen Job suchen. Auch die Abtrennung von Raucher- und Nichtraucherbereich sei problematisch: "Es gibt zwar eine trennende Glastür, bloß bleibt sie bei vielen offen."

Diese Kritik lässt Karl Wratschko, Gastronomie-Obmann in der Wirtschaftskammer, nicht gelten. "94 Prozent sind mit dem Gesetz zufrieden. Nur eine kleine Minderheit betreibt eine Hatz gegen die Raucher", so Wratschko. Auch die vorgeschriebene räumliche Trennung hätten die Wirte umgesetzt. Und: Der Arbeitnehmerschutz sei mit der Gewerkschaft ausverhandelt worden - und dass Wirte das Gesetz ignorieren, stimme einfach nicht.

HELMUT BAST


4001
Gesundheit / Jugend - Zigarettenrauchen - Depressionen
« am: August 31, 2010, 15:39:12 Nachmittag »
Montreal/Iserlohn (pte/30.08.2010/12:17) - Teenies, die auf dem Schulhof ihre Zigaretten paffen, wollen damit manchmal den täglichen Frust abbauen. Doch nun haben Forscher der Universitäten von Montreal und Toronto festgestellt, dass Zigaretten bei einigen Jugendlichen genau das Gegenteil bewirken.

Rauchende Teens zeigten in Langzeituntersuchungen vermehrt Depressionen. Für die Untersuchung im Fachmagazin Addictive Behaviors wurden mehr als 670 Schüler befragt.

"Mit dieser Studie wollten wir die emotionalen Vorteile des Tabakkonsums erforschen", erklärt Studienleiter Michael Chaiton von der Ontario Tobacco Research Unit http://www.otru.org an der University of Toronto. "Obwohl Zigaretten zunächst die Stimmung aufheitern können, zeigt sich als Langzeiteffekt eine Zunahme von depressiven Symptomen bei den Heranwachsenden." In der Untersuchung wurden Schüler verschiedener sozialer Schichten in verschiedenen kanadischen Gemeinden befragt.

Vermeintlicher Stimmungsaufheller verursacht Depression

Die Studienprobanden wurden in drei Gruppen eingeteilt, die sich aus Nichtrauchern, Gelegenheitsrauchern, die Zigaretten nicht als Stimmungsaufheller sahen und jenen, die zur Frustbewältigung zum Glimmstängel griffen, zusammengesetzt. Die depressiven Symptome wurden anhand von gezielten Fragen nach Lust zu Aktivitäten, Schlafstörungen, Frustgefühlen, Traurigkeit, Nervosität, Zukunftsängsten und Sorgen definiert. Jene Schüler, die Zigaretten als Stimmungsaufheller konsumierten, entwickelten am ehesten Depressionen.

Warum Jugendliche eigentlich rauchen

"Wir rauchen, um das Bevormundungsgefühl loszuwerden", meint der Psychocoach Andreas Winter http://www.powerscout.net im pressetext-Interview. "Rauchen ist verboten und daher machen es die Jugendlichen heimlich. Sie beweisen sich damit, dass sie frei sind", erklärt der Experte, der sich intensiv mit Raucherentwöhnung beschäftigt.

"Der Auslöser zum Rauchen ist die Überlastung einer bestimmten Gehirnregion, die den Erwartungsdruck registriert." Auch jeder Nichtraucher will eine solche Entlastung, lässt sich dafür etwas anderes einfallen. Der Erwartungsdruck spiele jedenfalls eine entscheidende Rolle, betont Winter, der auch davon ausgeht, dass es leicht sei mit dem Rauchen aufzuhören.

"Rauchen macht zwar krank, aber nicht süchtig, und man kann mühelos damit aufhören, denn ein angelerntes Verhalten sorgt für den Zwang zum Rauchen, aber keine körperliche Sucht", so der Experte. Dabei gehe es nicht um zwanghaftes "nie-mehr-rauchen-dürfen", sondern um die Freiheit zu entscheiden, ob man rauchen will oder nicht.

4002
Deutschland / Tabak-/Wirte-/Raucherorganisationen
« am: August 31, 2010, 12:29:08 Nachmittag »
Das Aktionsbündnis für Freiheit und Toleranz verbreitet schamlos Lügen und Desinformationen über tödlichen Passivrauch

Veröffentlicht am August 30, 2010 von sackstarkinfo


Hier steht der Artikel mit zig Links!!!
http://sackstarkinfo.wordpress.com/2010/08/30/das-aktionsbundnis-fur-freiheit-und-toleranz-verbreitet-schamlos-lugen-und-desinformationen-uber-todlichen-passivrauch/


 Das selbsternannte „Aktionsbündnis für Freiheit und Toleranz“ verbreitet  über seinen Facebookauftritt die auf unbedarfte Raucher zugeschnittene  Volksverdummung der angeblichen “Prohibition” und der angeblichen “Passivrauchlüge” .  Mit der Verlinkung eines Artikels einer Raucherlobbyistin der TAZ    über den am 27./28. Januar 2009 in Brüssel von der sogenannten „TICAP“  initiierten und durchgeführtenVolksverdummungskongreß mit dem irreführenden Thema «Prohibition und Passivrauchlüge» verbreiten diese skrupellosen Tabaklobbyisten die dreisten Lügen und krassen Desinformationen der TICAP.
Am 27./28. Januar 2009 veranstaltete diese “TICAP” in Brüssel einen Volksverdummungskongreß mit dem irreführenden Thema «Prohibition und Passivrauchlüge», bei dem auch die Creme de la Creme der von der Tabakindustrie geschmierten Wissenschaftler vertreten war.

TICAP ist eine Ansammlung von schleimigen Tabaklobbyisten, deren Ziel es ist, Rauchen und Passivrauchen zu verharmlosen und so dem Nikotinkonsum Vorschub zu leisten. Auf den Punkt gebracht geht es darum, dass bei der Tabakmafia der Rubel rollt.

Unter der handvoll an verwirrten, eingeladnenen Wissenschaftlern befand sich auch Christopher Snowdon, der eine äußerst absurde und mit gezielten Desinformationen gespickte Rede über die Entwicklung und den derzeitigen Stand der Anti-Rauch-Bewegung hielt, die unter dem Patronat des allseits bekannten Tabaklobbyisten und neoliberalen rechtsnationalen britischen EU-Abgeordneten Godfrey Bloom MEP in einem Hotelkeller abgehalten wurde, nachdem das EU-Parlament es diesen militanten Handlangern der Tabakmafia untersagt hatte, ihre menschenfeindlichen und antidemokratischen Parolen im EU-Parlament zu verbreiten.

Pikant ist, daß ausgerechnet die Raucher-Sekten, welche diesen Kongreß der absurdesten Wissenschaftler mit dem Argument abhielten, sie wären von der Tabakindustrie unabhängig, aber dabei mit einem “Kronzeugen” aufwarteten, der es in sich hat: Gio Batta Gori, Toxikologe und langjähriger Berater der Tabakindustrie, kassierte Millionenbeträge von dieser Tabakverbrecherbande. Aber auch die anderen “Wissenschaftler” dieser Voklsverdummungskonferenz waren bezahlte Schergen der Tabakmafia. Zwei Beispiele folgen:
Dr. Jan Snel arbeitete unter anderem auch für ARISE, siehe:
http://legacy.library.ucsf.edu/tid/opo43…7118BDFDA092400
Associates for Research in the Science of Enjoyment (ARISE) war eine von der Tabakmafia gegründete und finanzierte pseudowissenschaftliche Bude, mit dem Ziel, den Nikotinkonsum als “stressmindernd” darzustellen.
Dr. Jan Snel arbeitet mit John Luik zusammen. John Luik ist durch und durch Tabakmafia”wissenschaftler” und hat auf der Brüssler “Konferenz” die Desinformationen, die er im Auftrag der Tabakmafia erarbeitet hat, heruntergebetet, was die militante Qualmfraktion offensichtlich in orgasmusähnliche Zustände versetzte. Für denkfähige Menschen jedoch wirkt dieses widerliche pro-Qualm Geschwafel einfach nur abstoßend . Interessantes zu Luik findet man hier:
http://www.sourcewatch.org/index.php?title=John_Luik

Was für ein widerliches Pack.
Eine sehr schöne Zusammenfassung der Tabakmafiastrategie, zu der u.a. obige “Wissenschaftler” beigetragen haben, findet man hier:
http://eurpub.oxfordjournals.org/cgi/content/full/17/2/162
Nebenbei bemerkt: Der Vorsitzende von “TICAP”, Gian Turci, ist kurz nach der Konferenz im Alter von 58 Jahren an den Folgen seiner Raucherkarriere verstorben. Wem das keine Warnung vor diesem Verein ist, dem ist nicht mehr zu helfen.

4003
J u g e n d , die Zielgruppe der Tabakmafia / Rauchen macht Teenager depressiv
« am: August 30, 2010, 15:45:54 Nachmittag »

Rauchen macht Teenager depressiv

Montreal/Iserlohn (pte/30.08.2010/12:17) - Teenies, die auf dem Schulhof ihre Zigaretten paffen, wollen damit manchmal den täglichen Frust abbauen. Doch nun haben Forscher der Universitäten von Montreal und Toronto festgestellt, dass Zigaretten bei einigen Jugendlichen genau das Gegenteil bewirken. Rauchende Teens zeigten in Langzeituntersuchungen vermehrt Depressionen. Für die Untersuchung im Fachmagazin Addictive Behaviors wurden mehr als 670 Schüler befragt.

"Mit dieser Studie wollten wir die emotionalen Vorteile des Tabakkonsums erforschen", erklärt Studienleiter Michael Chaiton von der Ontario Tobacco Research Unit http://www.otru.org an der University of Toronto. "Obwohl Zigaretten zunächst die Stimmung aufheitern können, zeigt sich als Langzeiteffekt eine Zunahme von depressiven Symptomen bei den Heranwachsenden." In der Untersuchung wurden Schüler verschiedener sozialer Schichten in verschiedenen kanadischen Gemeinden befragt.

Vermeintlicher Stimmungsaufheller verursacht Depression

Die Studienprobanden wurden in drei Gruppen eingeteilt, die sich aus Nichtrauchern, Gelegenheitsrauchern, die Zigaretten nicht als Stimmungsaufheller sahen und jenen, die zur Frustbewältigung zum Glimmstängel griffen, zusammengesetzt. Die depressiven Symptome wurden anhand von gezielten Fragen nach Lust zu Aktivitäten, Schlafstörungen, Frustgefühlen, Traurigkeit, Nervosität, Zukunftsängsten und Sorgen definiert. Jene Schüler, die Zigaretten als Stimmungsaufheller konsumierten, entwickelten am ehesten Depressionen.

Warum Jugendliche eigentlich rauchen

"Wir rauchen, um das Bevormundungsgefühl loszuwerden", meint der Psychocoach Andreas Winter http://www.powerscout.net im pressetext-Interview. "Rauchen ist verboten und daher machen es die Jugendlichen heimlich. Sie beweisen sich damit, dass sie frei sind", erklärt der Experte, der sich intensiv mit Raucherentwöhnung beschäftigt.

"Der Auslöser zum Rauchen ist die Überlastung einer bestimmten Gehirnregion, die den Erwartungsdruck registriert." Auch jeder Nichtraucher will eine solche Entlastung, lässt sich dafür etwas anderes einfallen. Der Erwartungsdruck spiele jedenfalls eine entscheidende Rolle, betont Winter, der auch davon ausgeht, dass es leicht sei mit dem Rauchen aufzuhören.

"Rauchen macht zwar krank, aber nicht süchtig, und man kann mühelos damit aufhören, denn ein angelerntes Verhalten sorgt für den Zwang zum Rauchen, aber keine körperliche Sucht", so der Experte. Dabei gehe es nicht um zwanghaftes "nie-mehr-rauchen-dürfen", sondern um die Freiheit zu entscheiden, ob man rauchen will oder nicht.

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Thomas Geiblinger wird Chef des SPÖ-Pressediensts

17.08.2010 | 17:48 |   (DiePresse.com)

Thomas Geiblinger ist als Sprecher im SP-Parlamentsklub, von Justizministerin Maria Berger und Gesundheitsminister Alois Stöger, tätig.

Nedeljko Bilalic bleibt Kommunikationschef.


PS: Angeblich wird Rosenberger als Nachfolgerin von Mag. Hörhan, Gesundes Österreich ff., gehandelt.

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http://kurier.at/nachrichten/2025519.php

Das Kaffeehaus überlebt

Eine erste Bilanz: Die alte Wiener Kaffeehaustradition ist trotz der neuen Rauchverbote nicht gefährdet.


Julius Raab verstünde die Welt nicht mehr. Der Staatsvertrags-Kanzler nahm täglich im Wiener Café Landtmann sein Frühstück ein, um sich danach genüsslich die geliebte "Virginier" anzuzünden. Erst wenn dieser geheiligte Vorgang beendet war, konnte er seinen Staatsgeschäften nachgehen. Damit wär's jetzt allerdings vorbei, denn genau dort, wo der Politiker seinen Stammplatz hatte, darf man heute nicht mehr rauchen, der kleine Kaffeehaustisch liegt in der Nichtraucherzone des Landtmann.

Die Wiener Kaffeehauskultur ist mehr als 300 Jahre alt. Und sie wird die neuen Zeiten überstehen. "Das Tabakgesetz wird einmal eine Fußnote in der Chronik des Wiener Kaffeehauses sein", meint Landtmann-Chef Berndt Querfeld, der jetzt schon eine Trendwende zu erkennen glaubt: "Wir haben manchmal sogar zu wenige Tische im Nichtraucherbereich."

Rauchen im Café
Kaffeehaus und Rauchen, das war immer eins. Wenn sich Generationen geeichter Besucher durch dichte Rauchschwaden kämpften, dann gehörte das zum Bild des Kaffeehauses, das dem Rauchsalon einen Gutteil seines Erfolgs verdankt. Denn zu Hause durften die Gäste - "wegen der Kinder und der Vorhänge" - meist nicht rauchen. Also ab ins Kaffeehaus!

Die legendären Kaffeehausliteraten mussten auf solch bürgerliche Vorschriften keine Rücksicht nehmen - schon weil sie weder Kinder noch Vorhänge hatten. Aber starke Raucher waren sie alle, ob Peter Altenberg, Karl Kraus, Alfred Polgar oder Friedrich Torberg, der 1978 erklärte: "Ich übe den Beruf des Schriftstellers seit 50 Jahren aus und habe ihn von Anfang an rauchend ausgeübt. Ich bin auf diese Weise 70 Jahre alt geworden. Vielleicht wäre ich bei gesünderer Lebensweise heute schon 75 oder 80, aber das lässt sich schwer feststellen."

Ordentlich gepafft haben auch die jungen Künstler, die nach 1945 das durch Zigarettendunst heute noch an seinen Wänden vergilbte Hawelka bevölkerten, von H. C. Artmann über Hundertwasser bis Qualtinger und Oskar Werner. Sie würden sich allesamt im Grab umdrehen, wüssten sie, dass seit 1. Juli im Hawelka ein Schild mit der Aufschrift "Rauchverbot" hängt. Noch mehr würden sie sich wundern, dass die Gäste nicht einmal protestieren. "Es haben sich bisher alle daran gehalten", erklärt Günther Hawelka, der Sohn des mittlerweile 99-jährigen Gründers Leopold Hawelka, der immer noch fast täglich ins Kaffeehaus kommt. "Die Anzahl der Besucher ist auch nicht zurückgegangen. Wie das im Winter sein wird, wissen wir aber noch nicht, weil derzeit viele in den Schanigarten ausweichen".

Im Schanigarten darf weiterhin geraucht werden, allerdings meint Berndt Querfeld - er ist auch Clubobmann der Kaffeesieder - dass sich das ändern könnte. "Viele glauben, dass die neuen Bestimmungen ein erster Schritt zum völligen Rauchverbot sind, davon wären dann wohl auch die Schanigärten betroffen."

Wiens erste Schanigärten entstanden zur Mitte des 19. Jahrhunderts und werden so genannt, weil viele Piccolos Johann - kurz: Schani - hießen und mit Beginn der warmen Jahreszeit vom Ober aufgefordert wurden: "Schani, stell den Garten auße!" Womit Alfred Polgars berühmter Satz, dass man sich "im Kaffeehaus zwar nicht zu Hause und doch nicht an der frischen Luft" befände, nur noch bedingt der Wahrheit entsprach.

"Gesundes Rauchen"
Als der Armenier Johannes Diodato 1685 Wiens erstes Kaffeehaus gründete, hatte das Rauchen den exakt gegenteiligen Ruf, den es heute hat. Der Arzt Nicolo Monardes behauptete, dass Nikotin "ein Wundermittel gegen Husten, Asthma, Kopfschmerz und Gicht" sei. Auch wenn kein Kaffeehausgast auf diese Weise von diesen Leiden geheilt wurde - sondern eher daran erkrankte - begann sich das Paffen durchzusetzen.

Und das Kaffeehaus wurde zum Zentrum der neuen Rauchkultur. In seiner Blütezeit, der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, hatte jede Berufsgruppe ihr eigenes Café. Die Schauspieler das Dobner am Naschmarkt, Operette und Revue das Café Payer, Literaten das Griensteidl, das Central und das Herrenhof.

Ohrfeige
Während die meisten im Kaffeehaus ihre Freunde trafen, lag seine Bedeutung für Karl Kraus darin, seine Feinde zu treffen. Als er seinem Kollegen Felix Salten am Stammtisch vorwarf, der deutschen Grammatik nicht mächtig zu sein, bekam er von diesem eine schallende Ohrfeige, "was allseits freudig begrüßt wurde", wie Arthur Schnitzler in seinem Tagebuch notierte.

Im Café Imperial saßen Anton Bruckner, Hugo Wolf und der Dirigent Franz Schalk, der nach der Oper im Frack kam - und von manchem Gast prompt mit dem Kellner verwechselt wurde. Mit jenem Kellner Julius, der im Imperial als Piccolo begonnen hatte und als greiser Ober dort schweren Schritts immer noch die Melange servierte.

Sperl
"Wir haben uns zu einer Nichtraucher-Gesellschaft entwickelt", sagt Berndt Querfeld, "somit muss sich auch das Kaffeehaus dorthin entwickeln". Ähnlich Rainer Staub vom Café Sperl: "Der Umsatz ist stabil geblieben, und es kommen auch Leute, die sagen, jetzt kann man ins Sperl gehen, weil hier nicht geraucht wird."

Schaden brachte das Rauchverbot dem Billard-Café Weingartner in Wien-Fünfhaus, in dem seit 1. Juli drei von vier Spieltischen leer bleiben. "Das Rauchen gehört zum Billardspielen", sagt Heinrich Weingartner, der sein Café dennoch nicht sperrt, weil er es durch seine Billardtisch-Erzeugung erhalten kann.

"Es wird kein Kaffeehaus-Sterben geben", ist Cafétier-Obmann Querfeld überzeugt. "Aber es wird Dolchstoßlegenden geben. Kaffeehausbesitzer, die aus diversen Gründen zusperren mussten oder wollten, hat es immer gegeben - und die werden halt jetzt sagen, dass das neue Tabakgesetz schuld sei."

Artikel vom 21.08.2010 19:49 | KURIER | Georg Markus

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