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Nachrichten - admin

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Bekanntlich waren im Juli etliche unserer Sympathisanten auf Urlaub; auch nur eines derv vier bundesweiten Netzwerke stand zur Verfügung (Service).

Nun haben es aber auch die Medien gemerkt, dass sich wieder was tut:




Mo. 6.9.10:

KRONE: (Österreich)

RAUCHVERBOT: Mehr Anzeigen
Hitzige Diskussionen in der kalten Jahreszeit
........... (Bitte Link uns senden: kontakt@krebsforum.at)
Anmerkung: Wozu hitzige Diskussionen? Wir strafen keine Raucher, sondern melden "nur" Lokale!
Hilf bitte mit, täglich, mehrfach: http://rauchersheriff.at/anzeigen/anzeigen.html


ÖSTERREICH:
SCHLECHTWETTER: Immer mehr Raucher-Anzeigen

Alleine in Wien stieg die Anzahl der Beschwerden von 170 auf 266
In Sachen Rauchverbot wird es jetzt hart: weil Raucher wegen der kalten Witterung nichts mehr ins Freie ausweichen, hagelt es Anzeigen.
........... (Bitte Link uns senden: kontakt@krebsforum.at)
Anmerkung: Es erfolgten nicht 266 Anzeigen, sondern rund doppelt so viele! Wo ist der Rest, Hr. Volksanwald Dr. Kostelka?
Hilf bitte mit, täglich, mehrfach: http://rauchersheriff.at/anzeigen/anzeigen.html



3977
AB 1. JULI 2010: PLANQUADRAT ÖSTERREICH / Graz: Nikotin-Kids zur Strafe in Pflegeheim
« am: September 06, 2010, 12:13:29 Nachmittag »
02. July 2010 10:08

Junge Qualmer - Nikotin-Kids zur Strafe in Pflegeheim

Junge Raucher sind die neuen Sorgenkinder steirischer Behörden.

© APA

Graz. Sie sind fast noch Kinder, aber qualmen wie die Großen: Daher sind die steirischen Jugendschutzbehörden immer häufiger gezwungen, die „Nikotin-Kids“ zu Sozialdienst zu verdonnern.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/Nikotin-Kids-zur-Strafe-in-Pflegeheim/885305


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http://www.krone.at/Tirol/Erste_Lokale_in_Innsbruck_ueberprueft_-_nur_eine_Anzeige-Thema_Rauchverbot-Story-208404


Thema: Rauchverbot

05.07.2010, 16:21

Erste Lokale in Innsbruck überprüft - nur eine Anzeige

Eine positive Bilanz zieht das Amt für "Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen" des Stadtmagistrats Innsbruck nach Kontrollen von 25 Gastlokalen nach dem geltenden Nichtraucherschutzgesetz: 19 rauchfrei, fünf hatten umgebaut - nur eines muss angezeigt werden.

Seit dem 1. Juli gilt in Österreich das Nichtraucherschutzgesetz. Wie mehrfach und ausführlich berichtet, müssen demnach Gastlokale über 50 Quadratmeter getrennte Räume für Nichtraucher und für Raucher haben.

Am Montag zog Elmar Rizzoli, Chef des Amtes für "Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen", eine erste Bilanz. Rizzoli im Gespräch mit der "Tiroler Krone": "Wir können eine positive Bilanz ziehen. Bisher wurden von meinen Beamten 25 Lokale kontrolliert. 19 davon waren komplett frei von Rauch, fünf hatten den Vorschriften gemäß umgebaut und beispielsweise Trennwände eingezogen. Nur ein einziger Betrieb hielt sich nicht an das Gesetz und musste angezeigt werden. Die Höhe der Geldbuße wird das Strafamt festlegen."

In den kommenden Tagen und Wochen müssen allein in Innsbruck rund 280 Gastbetriebe überprüft werden, ob sie die Umbauten - für die angesucht hatten - auch durchgeführt haben.

Kronen Zeitung

Anmerkung:
Schon szt. verwunderte das "Ergebnis"?
Bekanntlich war ein Herr Hofer mit einem Kollegen vom Magistrat unterwegs.
Aber wo haben die hingesehen?
Ist die Kontrolltätigkeit gesteuert?
Was ergaben die weiteren 280 Kontrollen, denn jetzt sind schon wieder 60 Tage vergangen - ohne Ergebnis!!!




3979
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Sonntag, 05. September 2010 21:24
An: 'noe.publikum@orf.at'
Cc: 'heinz.fischer@hofburg.at'; 'alois.stoeger@bmg.gv.at'; 'barbara.prammer@parlament.gv.at'; 'reinhold.mitterlehner@bmwfj.gv.at'; 'vaa@volksanw.gv.at'; 'werner.faymann@bka.gv.at'; 'josef.proell@bmf.gv.at'; 'eva.glawischnig-piesczek@gruene.at'; 'franz.pietsch@bmg.gv.at'; 'laszlo.andor@ec.europa.eu'; 'john.dalli@ec.europa.eu'; 'krebspatient-krebsforum@utanet.at'; 'lh.proell@noel.gv.at'
Betreff: ORF Niederösterreich verleitet zum Gesetzesbruch!

Landesstudio Niederösterreich
Direktor: Norbert Gollinger
Radioplatz 1, A - 3109 St. Pölten
Telefon: (02742) 22 10-0
Publikumsservice: (02742) 23 330
E-Mail: noe.publikum@orf.at
Internet: noe.orf.at


Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir ersuchen um Richtigstellung:

http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=433.msg1620#msg1620

          
                              K f K
      Verein Krebspatienten für Krebspatienten
    Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                           Österreich
          Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
Initiative Rauchfreie Gaststätten www.sis.info
     Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
 Krebs-Hotline 9 bis 21 Uhr:  0650-577-2395
   kontakt@krebspatient.at  www.krebsforum.at
         Dietmar Erlacher, Bundesobmann


Seit fast 2 Jahren gilt es, seit 3 Jahren ist es bekant, das Tabakghesetz.

Leider sind die Journalisten oft so weit von ihrer "Recherchepflicht" entfernt, dass man sich nur wundern kann.

Daher sei es hier gesagt:


Ein Lokal in alten Gemäuern ist kein Freibrief für ein Raucherlokal - egal wie man dort politisch eingefärbt ist!
Da muss ein Gutachten des Denkmalamtes der Bezirksbehörde vorgelegt werden!
Und vor allem: Das Lokal muss weniger als 80 qm haben!!!


http://noe.orf.at/stories/467571/


3980
J u g e n d , die Zielgruppe der Tabakmafia / Mit zwei Jahren endlich Nichtraucher
« am: September 05, 2010, 21:53:27 Nachmittag »
Indonesien
Mit zwei Jahren endlich Nichtraucher
Im zarten Alter von zwei Jahren hat Ardil Rizal mit dem Rauchen aufgehört. Das Kleinkind, das mit einem täglichen Konsum von 40 Zigaretten weltweit für Empörung sorgte, ist nach Angaben der Kinderschutzkommission endlich Nichtraucher.
http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E9659B9413B284440AD1DD83F847CD051~ATpl~Ecommon~Scontent.html

3982
Sonstiges / Zwischendurch mal ......
« am: September 05, 2010, 21:49:41 Nachmittag »

Gibt es auch etwas Erheiterndes?

Ja, die Videos, Links hier im Forum.


3983
Gesundheit / ORF - Newton: Lunge
« am: September 05, 2010, 21:04:40 Nachmittag »
http://tv.orf.at/program/orf1/20100828/479142701/299467/

NEWTON - DAS SOMMERPROGRAMM
UNSER KÖRPER IM HÄRTETEST
Die Lunge
 
15 mal in der Minute, 900 mal in der Stunde, 21.600 mal am Tag. Wir atmen ständig ein und aus, ohne es zu merken. Unsere Lunge arbeitet ununterbrochen. Sie ist ein echtes Hochleistungsorgan.
In der letzten Folge von „Unser Körper im Härtetest“ dreht sich alles um unsere Lunge. Die junge Ärztin Alice Roberts möchte herausfinden, wie das Atemorgan aufgebaut ist, wie es funktioniert und vor allem, wie man es schützen kann.
Die Lunge sorgt dafür, dass unsere Organe ständig mit Sauerstoff versorgt sind und das Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid aus dem Körper gebracht wird. Tausende kleine Bläschen sind für den Austausch der beiden Gase verantwortlich. Die Oberfläche dieser Bläschen ist gewaltig – wie groß genau, zeigt Alice Roberts, indem sie eine Schweinelunge aufpumpt.
Außerdem trifft Alice Roberts die Akrobatin Lisa Garrity, die nicht nur eine begeisterte Sportlerin, sondern auch eine leidenschaftliche Raucherin ist. Bis zu 40 Zigaretten am Abend setzten ihrer Lunge ganz schön zu. Ob Alice sie dazu bringen kann, mit dem Rauchen aufzuhören?
Eine Bearbeitung von Susanne Kainberger


Heute stellen wir unsere Lungen auf eine harte Probe. Ich treffe mich mit Menschen, die ihr Atmungsorgan an die Leistungsgrenze bringen, oder es besonders strapazieren. Und ich, ich möchte wissen, wie lang mein eigener Atem ist.
 
Bei jedem Atemzug ersetzt die Lunge überflüssiges Kohlendioxid durch lebensnotwendigen Sauerstoff. Zusammen mit der Freitaucherin Sam Kirby will ich meine Lungenkapazität auf die Probe stellen: Wie lange können wir tauchen, bevor wir Luft holen müssen? Schon nach einer Länge hatte ich das Gefühl, als wollte meine Lunge platzen. Im Gegensatz zu Fischen können wir keinen Sauerstoff aus dem Wasser holen. Beim Tauchen zehren wir von unserem letzten Atemzug.

Sam taucht immer noch, sie ist ja auch Mitglied im Verband der britischen Freitaucher.

Sam, du hast drei Längen unter Wasser geschafft, ich hingegen nur eine. Wie lange kannst du unter Wasser bleiben?

Sam Kirby, Taucherin, Verband der britischen Freitaucher: „Fünf Minuten, jedoch ohne zu schwimmen.“
Wie trainiert man das?
Sam Kirby: „Zuerst einmal üben wir möglichst langsam ein- und auszuatmen. Bevor ich dann abtauche nehme ich einen wirklich tiefen Atemzug und versuche den Atemreiz möglichst lange zu unterdrücken. Wenn die meisten denken, ich muss jetzt Luft holen, versuchen wir Freitaucher bis an unsere Grenzen zu gehen.“

Sam hat ihren Körper soweit trainiert, dass sie mittlerweile das Maximum aus einem Atemzug herausholen kann. Sie weiß genau, wie lange sie ohne zu atmen unter Wasser bleiben kann.

Ich lehre Anatomie an der Universität in Bristol. Wie viel aber wissen meine Mitbürger über ihre Lunge?   

Passant 1: „Leber oder Nieren?“
Ältere Dame: „Das ist eine Lunge.“
Passant 2: „Wie viele Atemzüge am Tag? Tausend.“
Passant 3: „Hierher?“
Passant 2: „2000?“
Passantin: „Sie beginnt etwa hier.“

So weit liegen sie gar nicht daneben. An dieser Stelle verzweigt sich die Luftröhre. Wie man sieht, ziehen sich die Lungenflügel bis in die Halsgegend. Die Lunge umschließt das Herz und nimmt den meisten Raum im Brustkorb ein. Die Lungenflügel sind in Lungenlappen unterteilt, zwei im linken und drei im rechten Flügel.
Sie ist schön rosig, weil du im Grünen wohnst. Fertig: eine gesund aussehende Lunge. Doch wie sieht die Lunge von uns Städtern aus, in Zeiten in denen die Umweltverschmutzung immer weiter zunimmt.

Die dreißigjährige Lisa Garrity lebt seit sechs Jahren in London.
Lisa Garrity: „Ich bin in Iowa, in den USA, aufgewachsen und habe mir immer gewünscht, einmal in London zu leben. Meine erste Zigarette habe ich mit fünfzehn geraucht. Mittlerweile rauche ich seit fünfzehn Jahren. Aber spätestens mit 35 möchte ich damit aufgehört haben.“

Um Lisa zu helfen, das Rauchen aufzugeben, möchte ich ihr zeigen, wie unsere Lungen tatsächlich aussehen und wie sie arbeiten.

Das ist die Lunge eines Schweins.
Lisa Garrity: „Ist meine Lunge auch so groß?“
Deine Lunge ist sogar noch ein wenig größer. Wir könnten die Lunge jetzt einmal mit Luft füllen. Wenn du auf den roten Knopf drückst sollte sie sich aufblasen.

Beim Einatmen ziehen wir Luft durch die Luftröhre in die Lungenflügel. Dort verteilt sie sich auf immer kleinere Röhrchen, die sich verzweigen wie die Äste eines Baums. Diese Röhrchen müssen unbedingt frei gehalten werden. Verstopfen sie, werden wir anfällig für Infektionen und bekommen nicht genug Sauerstoff. Und da die Lunge elastisch ist, entweicht die Luft wieder. Es klingt seltsam, aber es ist tatsächlich das Bedürfnis Kohlendioxid abzugeben, das unsere Lungenfunktion antreibt. Sauerstoff einzuatmen ist das Gegenstück dazu. In den Lungen tritt der Sauerstoff in den Blutstrom ein, über den er zu den Zellen transportiert wird. Ohne Sauerstoff kämen alle lebensnotwendigen Funktionen des Körpers zum Stillstand.

Die Bronchien sind die knorpeligen Luftröhrenzweige. Fühl mal, spürst du den Knorpel?
Lisa Garrity: „Wie die Ohren.“
Richtig. Sie bestehen genau wie die Ohren aus Knorpel. Sie halten die Luftwege offen, damit sie nicht kollabieren. Hier siehst du noch eine andere Röhre, eine Arterie. Sie transportiert das Blut vom Herzen in die Lunge, wo es neuen Sauerstoff aufnimmt. Das sauerstoffhaltige Blut wird dann durch mehrere Adern zum Herzen zurückgeführt. Man erkennt sie hier nicht, weil sie sehr dünnwandig sind.

Ich habe Lisa den Aufbau der Lunge erklärt. Was sie tun sollte, um sie zu schützen, weiß sie aber längst:

Lisa Garrity: „Das Rauchen aufgeben.“
Ironischerweise ist Lisa eine begeisterte Akrobatin.
Lisa Garrity: „Ich merke es besonders am Trapez, dass mir das Rauchen nicht gut tut. Du bist nicht einmal außer Atem.“
Freundin: „Naja, ich rauche auch nicht.“

Durch das Rauchen wird Lisas Körper mit weniger Sauerstoff versorgt, um 15% weniger, als bei einem Nichtraucher. Der eigentliche Austausch von Kohlendioxid und Sauerstoff findet in den Lungenbläschen oder „Alveolen" statt. Der Sauerstoff erreicht die Lungenbläschen und tritt durch die dünne Membran ins Blut über.

Genug Anatomie. Wie reagieren die 300 Millionen Lungenbläschen auf alltägliche Belastungen? Die Lunge besteht aus Millionen kleiner Bläschen. Würden wir sie
ausbreiten, hätten sie eine Fläche von 80 m². Das ist optimal, solange Luft in die Lungenbläschen ein- und wieder herausströmt. Für Asthmatiker wie mich ist genau das oft ein Problem.

Es ist kaum vorstellbar, welch große Oberfläche mit der Atemluft in Kontakt kommt. Natürlich gilt das auch für alles, was darin enthalten ist: Russpartikel, Chemikalien oder Allergene wie Pollen. Pollen machen mir nichts aus. Meine Allergene lauern im Haus.

Rund 6% der Erwachsenen in Westeuropa leiden wie ich unter Asthma. Meine Lunge reagiert sofort auf Staubpartikel. Dabei ist es nicht einmal der Staub selbst, sondern die winzigen Tierchen, die darin leben, die Hausstaubmilben. Auf sie reagiere ich allergisch. Ich weiß, dass Asthma mein Lungenvolumen verringert, aber ich möchte herausfinden, wie stark. Ich merke es schon. Das Einatmen fällt mir schwer, und das Ausatmen ist noch mühsamer. Meine Bronchien haben sich verengt. Die Luft muss auf dem Weg in die Lunge sozusagen eine Straße passieren, bei der eine Spur gesperrt ist. Sogar das Sprechen fällt mir schwer. Wenn ich einen Asthmaanfall habe, verengen sich meine Atemwege. Das Ein- und Ausatmen wird anstrengender. Ich fange an, zu keuchen.

Einer meiner Kollegen hält während des Experiments ein Auge auf mich. Vor dem Abstauben hat er meine Lungenfunktion überprüft. Sie war ganz durchschnittlich.
Jetzt ist es Zeit für die zweite Messung, damit ich endlich meinen Inhalator benutzen kann. Der Unterschied beträgt etwa 20%. Moderne Inhalatoren wirken umgehend und entspannen die verengten Bronchien, so dass ich wieder normal atmen kann.

Viel besser. Bei jeder Allergie sollten Sie den Kontakt mit den Auslösern meiden. Gegen meine Allergie hilft feuchtes Abstauben. Was für ein Glück, dass ich nicht auf Bob allergisch bin, er ist vom Spielen jetzt völlig erschlagen. Ich versuche es zu vermeiden meiner Lunge zu schaden. Auch Lisa will seit Jahren mit dem Rauchen aufhören.

Lisa Garrity: „Ich habe es mit verschiedenster Ratgeber-Literatur versucht, wie etwa: ‚Der einfachste Weg mit dem Rauchen Schluss zu machen’ - Teil 1 und Teil 2. Doch es hat nicht funktioniert.“
Lisa, wie geht es dir mit deinem Vorsatz mit dem Rauchen aufzuhören.
Lisa Garrity: „Nicht so gut.“
Was heißt das?
Lisa Garrity: „Montag Abend im Pub habe ich 40 Zigaretten geraucht.“
40??

In den letzten acht Jahren haben mehr als eine Million Menschen das Rauchen aufgegeben. Auch Lisa will jetzt ernsthaft aufhören und hat sich ein paar Tipps aus dem Internet geholt.

Lisa Garrity: „Gestern habe ich mir diese "tollen" Strohhalme gekauft und auf Zigarettenlänge gekürzt. Die Idee dahinter: Ich rauche frische Luft. Mal sehen, ob ich mich damit anfreunden kann. Denn ich komme mir total blöd vor.“

Wir wissen jetzt, was wir vermeiden sollten, aber können wir auch aktiv etwas für die Lunge tun? Anscheinend gibt es Menschen, die genau wissen, wie man das Beste aus ihr heraus holt.

Der Männerchor aus dem englischen Anvil.
Rob Barber, Chorleiter: “Singen trainiert Bereiche der Lunge, die man sonst nicht einsetzt. Man atmet tiefer - vor allem, wenn man richtig singt. Wenn man normal atmet, nutzt man nur 20% des Lungenvolumens. Ein Sänger setzt dagegen die ganze Lunge ein, von hier oben bis ganz nach unten. Beim Atmen ziehen wir die Luft tief in die Lunge, so dass das darunter sitzende Zwerchfell zum Einsatz kommt. Der Klang ist voller, die Stimmbänder bekommen mehr Resonanz.“   

Chormitglied 1: „Ich treibe wenig Sport und setze meinen Körper nur beim Singen ein.“
Chormitglied 2: „Ich habe mir das Rauchen abgewöhnt, um die längeren Passagen durchzuhalten.“
Chormitglied 3: „Man sagt, dass die Zeit, in der man singt, nicht zum Rest der Lebenszeit zählt. Wer ständig singt, könnte demnach ewig leben. Genau das will ich beweisen.“

Viele von uns trainieren ihre Lunge nur, indem sie unter der Dusche singen. Jegliche sportliche Aktivität ist aber gut für unser Atmungsorgan. Ich gehe nicht gerne ins Fitness-Center, dafür fahre ich aber mit dem Fahrrad zur Arbeit.
Jeder Sport vergrößert das Lungenvolumen. Das Wichtigste ist, dass er Spaß macht, so dass man oft Lust dazu hat. Ich fahre sehr gerne Rad. Ich frage mich allerdings, ob die Wahl meines Sports mir vielleicht gar nicht gut tut. Zur Arbeit und zurück fahre ich täglich zwölf Kilometer, häufig bei starkem Verkehr. Schadet mir die Luftverschmutzung?

Doktor Anthony Steed hat einen tragbaren Verschmutzungsmesser entwickelt. Er zeigt an, wie viel Kohlen-Monoxid ich unterwegs einatme. Ich brauche etwa 40 Minuten bis in die Innenstadt und zurück. Kohlenmonoxid begrenzt die Sauerstoffmenge, die das Blut transportieren kann. Vor allem mache ich mir aber Sorgen wegen der Feinstaub-Partikel in den Abgasen. Einige Radfahrer tragen Masken. Die filtern zwar die groben Partikel aus, lassen den Feinstaub aber noch durch. Bis jetzt steht noch nicht fest, wie sinnvoll sie sind. Das Messgerät in meinem Rucksack ist an ein GPS-System angeschlossen, so dass der Computer genau weiß, wo ich gerade bin.

Anthony Steed, Informatiker, University College London: “Du bist im Grünen bei geringer Belastung losgefahren, wie die blaue Linie zeigt. Jetzt näherst du dich dem Zentrum, und die Werte sind immer noch relativ gering. Aber mitten im Zentrum, steigen die Werte sichtlich an, während du die Queens Road entlang fährst.“
Da bin ich hinter einem Lastwagen gefahren, der mir seine Abgase ins Gesicht geblasen hat.
Anthony Steed: „Das ist noch keine besorgniserregende Messung. Auf dieser Strecke ist es zwar ein hoher Wert. Aber es ist normal, dass die Belastung bei dichtem Verkehr steigt. Interessant sind die Werte bei der Rückfahrt. Du fährst langsamer, weil es bergauf geht. Aber es ist nicht so verschmutzt wie auf der Hinfahrt. Auch im Stadtzentrum musst du dir keine Sorgen machen. Meide die großen Transporter, das ist das Vernünftigste.“

Es ist ermutigend zu sehen, dass sogar mitten in Bristol die Kohlenmonoxid-Werte unbedenklich sind. Ich kann diesen Weg weiterhin unbesorgt nehmen. Morgen fahre ich aber nicht hinter einem Lastwagen her. Um meine Lunge zu schützen, sollte ich mich also von Allergenen und Schadstoffen fernhalten und körperlich aktiv sein. Sogar Singen hilft - und was noch?

Ich bin in einer Sauerstoff-Bar, der letzte Schrei in Bristol. Ein tiefer Atemzug versorgt mich mit der doppelten Menge an Sauerstoff, die ich sonst einatme. Unsere Luft enthält 21% Sauerstoff, und der Körper ist auf dieses Mischverhältnis ausgerichtet. Ich atme gerade mit Lavendel aromatisierten Sauerstoff, was ein bisschen merkwürdig ist. Mit jedem Atemzug gelangt Sauerstoff in die Lunge und von dort ins Blut und alle Gewebe des Körpers.

Kann ich das Fruchtaroma probieren?
Unsere Zellen haben eine etwas zwiespältige Beziehung zum Sauerstoff. Sie benötigen ihn, um Energie zu produzieren, setzen dabei allerdings gefährliche Sauerstoffarten frei. Diese freien Radikalen sind schädlich für den Körper und müssen neutralisiert werden.

Dies ist eine menschliche Zelle. Hier ist der Zellkern mit der DNS. Außerdem sehen wir kleine, für die Zellen lebensnotwendige Organellen. Sie sind die Kraftwerke der Zellen und heißen Mitochondrien. Sie nutzen den Sauerstoff dazu, Nährstoffe aus dem Essen in Energie für Zellprozesse umzuwandeln. Bei der Energieherstellung produzieren die Mitochondrien leider auch freie Radikale, die die Proteine und das Erbgut in der Zelle angreifen. Freie Radikale richten großen Schaden in den Zellen an. Sie können Krebserkrankungen verursachen und den Alterungsprozess beschleunigen. Um sich vor ihnen zu schützen braucht man keine teuren Wundermittel, sondern nur gesundes Essen. Vor freien Radikalen schützt man sich am besten durch Antioxidantien.

Chefkoch Benevenuto kocht mir eine antioxidantien-reiche Mahlzeit. Die Radikal-Fänger sind in vielen Nahrungsmitteln enthalten, zum Beispiel in Form der Vitamine A, C und E. Viele Antioxidantien stecken in Farbpigmenten. Sie befinden sich in allen Früchten, Gemüsen und Nüssen. Je mehr Obst und Gemüse wir essen, umso besser unterstützen wir unseren Körper dabei, freie Radikale zu neutralisieren. Besonders reich an Antioxidantien sind Nüsse, Bohnen, Preiselbeeren, Zwetschken und Äpfel.

Ich habe Lisa zum Essen eingeladen. Ich bin wirklich neugierig, ob sie tatsächlich das Rauchen aufgegeben hat?

Lisa, hier ein gesundes Menü, reich an Antioxidantien. Ich muss mir dieses Rezept unbedingt aufschreiben. Köstlich. Lisa, hast du mit dem Rauchen aufgehört?
Lisa Garrity: „Ja!“
Wirklich?
Lisa Garrity: „Morgen sind es drei Wochen.“
Und wie hast du das jetzt geschafft?
Lisa Garrity; „Ich habe mir die Konsequenzen vorgestellt und dann beschlossen, dass ich einfach noch länger ein gutes Leben haben möchte.“

Ich habe mich gefreut, Lisa kennenzulernen. Wir haben gemeinsam herausgefunden, wie wir unsere Lunge fit halten können. Ich hoffe, dass sie auch in Zukunft ohne Zigaretten auskommen wird. Und ich, ich werde weiterhin mit dem Rad in die Arbeit fahren, aber sicher nie mehr hinter einem LKW. Außerdem werde ich versuchen mich keinen Allergieauslösenden Substanzen auszusetzen und mich gesund zu ernähren. Aber eines werde ich bestimmt nicht machen: singen. Denn das klingt bei mir grauenhaft.

3984

"Kurier" vom 31.07.2010
Ressort: Chronik
Seite: 19
Ausgabe: Bgld,Morgen
Nichtraucherschutz: Das Tabakgesetz wird nicht ernst genommen und sorgt immer noch für Kontroversen. Bayerns Lokale sind ab morgen rauchfrei.
Heiße Debatte um ein laues Gesetz
Ihre Einstellung zum Thema Rauchen könnte nicht unterschiedlicher sein.
Anwalt Manfred Ainedter (58), Raucher aus Leidenschaft und Obmann der Plattform "Rauchfrei(heit)" sowie sein Kontrahent
Dietmar Erlacher (60), Nichtraucher, gefürchteter Raucher-Sheriff und Krebspatient, im KURIER-Streitgespräch.

KURIER:Sind Sie zurzeit auf Kontrolltour durch Österreichs Lokale unterwegs? Und wie viele Wirte haben Sie schon angezeigt?
Dietmar Erlacher: Wir sind 518 Kollegen und kontrollieren die Gastronomie ständig. Allein im Juli haben wir 1800 Wirte wegen Verstößen gegen das Tabakgesetz angezeigt. Insgesamt legten wir in den vergangenen drei Jahren schon 11.000 Anzeigen. Die Jagd ist im Laufen. Was hält der Anwalt von dieser Wirte-Hetze?
Manfred Ainedter: Dieser Kreuzzug beleidigt jede zivilisierte, demokratische Gesellschaft. In Zukunft zeigen die Nikotin-Exorzisten jeden an, der bei Rot über die Kreuzung fährt oder geht. Diese Art stört mein Weltbild schon sehr. Gesundheitsminister Stöger rief die Bevölkerung zum Vernadern auf. Unterstützt damit die Regierung das Denunziantentum?
Erlacher: Stöger redet sich heraus. Er soll endlich kontrollieren lassen. Vernaderei hin oder her. Mich interessiert die Zukunft. Und die soll in der österreichischen Öffentlichkeit rauchfrei sein.
Ainedter: Jetzt fehlen nur noch Ergreiferprämien ...
Erlacher(erfreut): Das wäre super, ich bin am Konto eh im Minus.
Ainedter: Das ist ja unerträglich. Wir können uns doch nicht wechselseitig anzeigen. Das erinnert an die verhassten Blockwarte. Seit einem Monat ist das Tabakgesetz in Kraft. Wischiwaschi-Lösung oder gangbarer Kompromiss?
Erlacher: Die Bayern machen es uns ab 1. August vor. Generelles Rauchverbot in allen Lokalen. So gehört das.
Ainedter (zeigt eine Kopie des bayerischen Gesetzes): Reden Sie keinen Unsinn. Auch im Freistaat dürfen kleine Raucherboxen errichtet werden. Und fürs Oktoberfest gibt es Ausnahmen. Wer von Ihnen hat in Lokalen Kontrollen erlebt?
Erlacher: Die mangelnden Überprüfungen demolieren das Gesetz. Ohne Raucher-Sheriffs würde nix passieren.
Ainedter:Stimmt schon wieder nicht. In vielen Einkaufszentren wurde überprüft und angezeigt. Meines Wissens haben aber viele angezeigte Gastronomen berufen. Warum kann sich die Regierung nicht zu einem generellen Rauchverbot wie im Großteil Europas durchringen?
Ainedter: Politiker hüten sich, Gesetze gegen den Willen eines Großteils der Bevölkerung zu beschließen. Außerdem stehen auch viele Nichtraucher einem Rauchverbot negativ gegenüber.
Erlacher: Das glauben auch nur Sie. Tatsächlich gibt es im Parlament keine Mehrheit, weil Tabaklobby- und Wirtschaftskammer-Interessen geschützt werden.
In Österreich läuft ein Volksbegehren. Noch fehlen 300 auf die nötigen 8032 Unterschriften. Bringt diese Initiative rauchfreie Lokale?
Ainedter: Das ist so, als würde ich mir wünschen, dass die ganze Woche die Sonne scheint. Erlacher: Leider ist das nur heiße Luft. Hoffe aber trotzdem auf einen Erfolg der engagierten Initiative.
Zum Passivrauchen.
Glauben Sie, Herr Erlacher, dass der Rauch Ihre Krebserkrankung beschleunigt hat?
Erlacher: Ja, und ich überlege eine Klage. Ein Gutachten ist in Arbeit. Mein Rechtsschutz erhebt gerade die Chancen.
Die EU hat sich von einem Rauchverbot distanziert. Die Nationen sollen entscheiden...Ainedter: Auch EU-Politiker wollen wieder gewählt werden. EU-Bürger lassen sich nicht ständig bevormunden. Erlacher: Die Union schafft bis 2012 die Trendwende. Davon bin ich überzeugt. Vor allem im Sinne des Mitarbeiterschutzes.
Würde Herr Ainedter mit Freunden in ein Nichtraucher- bzw. Herr Erlacher in ein Raucherlokal gehen?
Erlacher:Nie und nimmer. Das käme nicht infrage.
Ainedter: Völlig undenkbar! Dort wird man mich nicht antreffen.
Frage an den Juristen: Macht ein Gesetz ohne Kontrolle überhaupt Sinn?
Ainedter: Dafür gibt es ja die Raucher-Sheriffs. Aber im Ernst. Nach der dritten Anzeige kann ein säumiger Gastronom die Gewerbeberechtigung verlieren. So eine Konsequenz wirkt. Erlacher: Ohne uns wären die Nichtraucher auf verlorenem Posten.

3985
AB 1. JULI 2010: PLANQUADRAT ÖSTERREICH / Wir sind wieder Weltmeister
« am: September 04, 2010, 17:40:34 Nachmittag »

"Kurier" vom 02.09.2010
Ressort: business
Seite: 4
Ausgabe: Abend,Morgen
Letzte Züge
Sandra Baierl und Sebastian Paulick Österreich ist Weltmeister: So steht es im Guinness Buch der Rekorde 2008.
Mit einem Raucheranteil von 36,3 Prozent hat kein anderes Land der Erde eine so hohe Dichte an Einwohnern, die zum Glimmstängel greifen.
Bei den 15-jährigen Burschen liegt der Raucheranteil bei 24, bei den Mädchen gar bei 26 Prozent. Ob sich daran in den vergangenen zwei Jahren etwas verändert hat, darüber hat man nicht einmal im Gesundheitsministerium verlässliche Daten.
"Neue Zahlen gibt es überhaupt nicht", klagt der Arzt Ali Zoghlami, am Anton-Proksch-Institut in Kalksburg für die Raucherentwöhnung zuständig. "Aber die Daten, die ich habe, zeigen: Der Gesamtanteil der Raucher bleibt in Österreich gleich." Und das, obwohl Österreich und die EU einen erheblichen Aufwand betreiben, der Bevölkerung das Rauchen abzugewöhnen. Seit Jahren unterliegt die Tabakbranche Einschränkungen wie kein anderer Markt: Werbung etwa ist so gut wie verboten, nur am "Point of Sale" und in einschlägigen Zeitschriften darf noch Reklame gemacht werden.
Die Packerl-Gestaltung ist stark eingeschränkt: Großflächige Warnhinweise weisen auf die Gefahr des Rauchens hin. Auch können sich die Tschick-Hersteller nicht aussuchen, wer ihre Produkte letztlich verkauft - der Einzelhandel unterliegt immer noch dem Monopol der Trafikanten. (In Restaurants dürfen Zigaretten nur mit deutlichen Aufschlägen verkauft werden.)
Und nicht zuletzt war in Österreich in den vergangenen drei Jahren die freie Preisgestaltung außer Kraft: Es galt ein Mindestpreis für Tabakwaren, der nicht unterschritten werden durfte. Damit sollte ein Preiskampf - und somit besonders billige Zigaretten - verhindert werden. Diese Mindestpreisregelung wurde allerdings im Frühling vom Europäischen Gerichtshof als EU-rechtswidrig gekippt. Wischiwaschi-Gesetz Seit 1. Juli gilt nun auch das novellierte Tabakgesetz, das sich nicht an die Industrie, sondern an Wirte und vor allem die Raucher selbst richtet: In Lokalen ab 50 Quadratmetern ist verpflichtend ein Nichtraucherbereich einzurichten.
Ein "Wischiwaschi-Gesetz", ärgert sich Zoghlami. Eine saubere Lösung bräuchte rigorose Rauchverbote in Restaurants, wie sie in Italien, Irland und anderen EU-Staaten längst in Kraft seien; das österreichische Modell würde kaum etwas bewegen. Bleibt noch die Preisschraube:
Ab 2011 wird, um die Tabaksteuer in ganz Europa zu harmonisieren, ein EU-weiter Mindeststeuersatz gelten. Das allein würde in Österreich noch keinen höheren Steuersatz bewirken, es wird aber erwartet, dass der Finanzminister im Zuge der Implementierung der Richtlinie auch die heimische Tabaksteuer anhebt.
Es ist auch zu verlockend: Bereits jetzt liegt der Steueranteil bei drei Vierteln des Verkaufspreises. Steigt er um nur 10 Cent, spült das 60 Millionen Euro mehr ins Budget. Die Tabaksteuer ist jene Verbrauchssteuer, aus der der Staatshaushalt die zweithöchsten Einnahmen (nach der Mineralölsteuer) lukriert: 1,5 Mrd. Euro jährlich.
Währenddessen holt die EU-Kommission zum nächsten Schlag gegen die Zigarettenkonzerne aus: Sie erwägt, einheitlich aussehende schwarz-weiße Zigarettenpackungen einzuführen und Logos, Schriftzüge und Farben von den Schachteln zu verbannen. Erlaubt wären dann nur noch Warnhinweise sowie der Markenname in standardisierter Schrift und Größe. Weiters wird überlegt, Zigaretten künftig nicht mehr sichtbar in den Geschäften zu platzieren sondern nur noch "unter der Budel" zu handeln. Die neue Form der Prohibition geht nicht nur der Industrie zu weit (siehe Interviews), sondern auch den Kämpfern gegen den Rauch. "Davon erwarte ich mir nichts", sagt Zoghlami, "das hat höchstens kurzfristig Wirkung, à la longue nützt das gar nichts."

3986
"Kurier" vom 04.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 23
Ausgabe: Länder,Morgen

Raucher-Sheriff - Mit einem Bodyguard auf Kontroll-Streifzug

Dietmar Erlacher, 56, ist Österreichs bekanntester und aktivster Raucher-Sheriff.
Alleine im Juni zeigte der Tiroler bundesweit 1800 Wirte wegen Verstöße gegen das Tabakgesetz an. Dabei wird der Gründer des Vereines "Krebspatienten für Krebspatienten" von knapp 500 Sympathisanten unterstützt.
Erlacher zahlte für seine Kontroll-Streifzüge bereits einen hohen Preis. Im Sommer wurde er im Wiener Donauzentrum bei einer Überprüfung von einem rauchenden Restaurant-Gast attackiert. Dabei erlitt er eine Brustkorbprellung und weitere Blessuren. Erlacher rief die Polizei, der aggressive Raucher wurde angezeigt. Der Wirt, der im Einkaufszentrum qualmen ließ bekam ebenfalls eine Anzeige.
"Ein Witz"
Der engagierte Raucher-Sheriff kritisiert die Strafpraxis der Bezirkshauptmannschaften massiv: "20 Euro Strafe sind ein Witz. 200 Euro müssten das Mindeste sein."
Trotzdem kündigt Erlacher weitere Kontrollen an:
"In Zukunft werden wir noch schärfer vorgehen." (Anm., gesagt im Interview: Wir verlangen, dass die Behörde oder besser die Polizei die Kontrollen macht!)
Damit der Tiroler nicht noch einmal verprügelt wird, steht ihm seit Kurzem ein Bodyguard zur Seite. Auch Pfefferspray ist vorsichtshalber immer dabei.
Erlacher kündigt weiters ein Vorgehen gegen die Bezirkshauptmannschaften an:
"Wer so geringe Strafen verhängt, muss etwas davon haben. Ich überlege mehrere Anzeigen bei der Korruptions-Staatsanwaltschaft."

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"Kurier" vom 04.09.2010 23
Ressort: Chronik
Seite: 22,23
Ausgabe: Wi,Abend,Wi,Morgen
Tabakgesetz: Milde Strafen, teure Verfahren
Die Nichtraucher machen mobil. Dem Aufruf von Gesundheitsminister Alois Stöger, Verfehlungen gegen das Tabakgesetz bei den Bezirksbehörden anzuzeigen, wird immer häufiger gefolgt. Alleine im Vorjahr gingen bundesweit 4679 Anzeigen bei Verwaltungsgerichten ein. Obwohl Stöger "empfindliche Strafen" forderte, reizten die Bezirksgerichte den Strafrahmen von bis zu 2000 Euro in keinem einzigen Fall aus (siehe Artikel rechts).
Trotzdem gehen die angezeigten Gastronomen und Konzertveranstalter häufig in die Berufung. In der Regel reduziert sich die Strafe dadurch drastisch, die Gerichte aber stöhnen unter der Anzeigenflut. Mitunter folgt nach mehreren kosten- und zeitintensiven Verhandlungen durch drei Instanzen sogar ein Freispruch.
Rauch im Gasometer Beispiel Wien, Konzerthalle im Gasometer, 12. 9. 2009: Helmut Bibl zelebriert auf seiner Gitarre einen Jimi-Hendrix-Song. Dabei zündet er sich eine Zigarette an. Unter den 2000 Fans steht auch Bernhard H. Grund genug für ihn, am nächsten Tag den Veranstalter, Josef "Muff" Sopper, anzuzeigen.
Auch im Publikum, so ein weiterer Vorwurf, wurde geraucht. Zigarettenstummel auf dem Boden beweisen das. Das Bezirksgericht Simmering verurteilte erstinstanzlich den Veranstalter zu 750 Euro Strafe. Der legte beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) Berufung ein. Nach Zeugenbefragungen und insgesamt drei Verhandlungen wurde die Strafe auf 350 Euro herabgesetzt. Der Grund: Verlangt eine künstlerische Darbietung nach einer Zigarette - das gilt auch für Theateraufführungen - darf auf der Bühne geraucht werden.
Zur Erinnerung: Gitarrengott Hendrix war Kettenraucher. Feuerpolizeiliche Vorschriften (etwa befeuchtete Aschenbecher) müssen allerdings vorhanden sein. Bis zur letzten Instanz Blieb der Vorwurf, dass im Publikum geraucht wurde. Sopper berief beim Verwaltungsgerichtshof gegen das Urteil des UVS: "Wie bitte soll ein Veranstalter 2000 Fans am Rauchen hindern?" Mehrere Durchsagen, Ankündigungen über Vidiwalls und Rauchverbotsschilder wurden schlicht ignoriert. Das Verfahren in der letzten Instanz ist anhängig, ein endgültiges Urteil ist frühestens Ende 2011 zu erwarten.
Die Veranstalter- und Eventbranche ist seitdem in Aufruhr. Denn nicht nur Konzertsäle, sondern auch Bierzelte oder Großdiscos zählen zum öffentlichen Raum. Und dort herrscht absolutes Rauchverbot. Sopper: "Wenn Veranstalter für jede unerlaubt gerauchte Zigarette vor Gericht gezerrt und abgezockt werden, dann sind wir bald pleite."
Spitzelwesen
Für Sopper bedeutet der Aufruf Stögers, einen Rückfall in das Spitzelwesen des Nationalsozialismus: "Für mich ist dieser Appell nicht nachvollziehbar. Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen." Trotzdem versucht der Veranstalter, das Problem zu lösen. Pro Konzert sind etwa 50 Securities im Gasometer.
Seit Kurzem ist jeder der Truppe mit kleinen Aschenbechern ausgerüstet. Wird ein Raucher "gestellt", muss er sofort abdämpfen. Weigert er sich, wird er des Saales verwiesen. Zur Zeit entsteht vor dem Gasometer gerade ein überdachter Raucherbereich für 300 Gäste. Damit man im Winter nicht friert, gibt es Heizschwammerln. Trotzdem befürchtet Muff Sopper weitere Anzeigen: "Denunzianten wird es immer geben."
http://www.rauchersheriff.at
http://www.aerzteinitiative.at

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Kurier" vom 04.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 22
Ausgabe: Wi,Abend,Wi,Länder,N.Ö.,Morgen
Urteile
Berufungsrichter decken Lücke im Nichtraucherschutz auf
Eines haben alle Berufungsrichter beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) in Sachen Tabakgesetz gemeinsam: Bisher urteilen sie milde. Die Strafen wurden in der Regel halbiert. In einem Fall hat der UVS aber indirekt die Politik gerügt. Denn der Gesetzgeber hat beim Emissionsverbot einen wesentlichen Punkt übersehen. Und das kam so.
Raucher-Sheriffs hatten in einem Grazer Einkaufszentrum den Betreiber eines Kleinstlokals angezeigt. Grund: Aus seinem deklarierten Raucherlokal drang Tabakgeruch ins Einkaufszentrum. Der Magistrat Graz verdonnerte den Besitzer zu 100 Euro Geldstrafe. Bei der Berufung stellte der UVS fest, dass laut Gesetz das Emissionsverbot nur für Betriebe gilt, die über mehr als einen Raum verfügen. Auch wenn das nicht im Sinne des Gesetzgebers war, hatte der Grazer mit seinem Ein-Raum-Lokal keine Übertretung begangen. Der Bescheid wurde aufgehoben.
Eine kuriose Wende nahm ein Fall in Linz. Dort verdonnerte der Magistrat einen Kaffeehausbesitzer zu fünf Mal 300 Euro, weil die Raucher-Sheriffs binnen kurzer Zeit bei fünf Kontrollen Raucher im Lokal angetroffen hatten. Der Betreiber ging zum UVS. Der machte aus fünf Strafbescheiden einen, weil im Zuge eines Verfahrens "die Bestrafung für einzelne Tattage unzulässig sei". Statt 1500 musste der Raucher-Rebell 300 Euro zahlen.

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"Kurier" vom 04.09.2010
Ressort: Chronik
Seite: 23
Ausgabe: Länder,Morgen

Raucher-Sheriff - Mit einem Bodyguard auf Kontroll-Streifzug

Dietmar Erlacher, 56, ist Österreichs bekanntester und aktivster Raucher-Sheriff.
Alleine im Juni zeigte der Tiroler bundesweit 1800 Wirte wegen Verstöße gegen das Tabakgesetz an. Dabei wird der Gründer des Vereines "Krebspatienten für Krebspatienten" von knapp 500 Sympathisanten unterstützt.
Erlacher zahlte für seine Kontroll-Streifzüge bereits einen hohen Preis. Im Sommer wurde er im Wiener Donauzentrum bei einer Überprüfung von einem rauchenden Restaurant-Gast attackiert. Dabei erlitt er eine Brustkorbprellung und weitere Blessuren. Erlacher rief die Polizei, der aggressive Raucher wurde angezeigt. Der Wirt, der im Einkaufszentrum qualmen ließ bekam ebenfalls eine Anzeige.
"Ein Witz"
Der engagierte Raucher-Sheriff kritisiert die Strafpraxis der Bezirkshauptmannschaften massiv: "20 Euro Strafe sind ein Witz. 200 Euro müssten das Mindeste sein."
Trotzdem kündigt Erlacher weitere Kontrollen an:
"In Zukunft werden wir noch schärfer vorgehen." (Anm., gesagt im Interview: Wir verlangen, dass die Behörde oder besser die Polizei die Kontrollen macht!)
Damit der Tiroler nicht noch einmal verprügelt wird, steht ihm seit Kurzem ein Bodyguard zur Seite. Auch Pfefferspray ist vorsichtshalber immer dabei.
Erlacher kündigt weiters ein Vorgehen gegen die Bezirkshauptmannschaften an:
"Wer so geringe Strafen verhängt, muss etwas davon haben. Ich überlege mehrere Anzeigen bei der Korruptions-Staatsanwaltschaft."

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EU, Fragen, Antworten, etc. / EU - WHO
« am: September 03, 2010, 19:55:56 Nachmittag »
EU-Kommission will Tabakkonsum weiter konsequent bekämpfen

dpa

Brüssel – Etwa jeder dritte Raucher in der EU hat mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Gesundheitliche Gründe spielten dabei die ausschlaggebende Rolle. Dies ergab eine Umfrage der EU-Kommission unter knapp 30.300 Europäern.

An zweiter Stelle stehen Familie, Partner, Freunde. Bedenken über die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauches für Nichtraucher liegen der Umfrage zufolge an vierter Stelle.

Einer von fünf Rauchern gab zudem an, dass ärztlicher oder medizinischer Rat, eine Missbilligung des Rauchens durch Mitbürger sowie Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden eine Motivation seien, mit dem Rauchen aufzuhören.

Drei Viertel (77 Prozent) der Europäer sind davon überzeugt, dass alle Zigaretten gleichermaßen schädlich sind. Fast ebenso viele (75 Prozent) EU-Bürger halten Aufdrucken von Warnbildern auf Tabakwarenverpackungen für besonders effektiv, um auf die Gefahren des Nikotinkonsums aufmerksam zu machen.

Rund ein Drittel der EU-Bevölkerung ist nikotinabhängig. Im Durchschnitt konsumieren die EU-Raucher 14,4 Zigaretten pro Tag. Die höchsten Anteile an Zigarettenrauchern gibt es im südlichen Europa.

In Griechenland und der türkisch-zyprischen Gemeinschaft übersteigt der Anteil der Raucher 40 Prozent. In Finnland und Schweden ist der Zigarettenkonsum am geringsten (21 beziehungsweise 16 Prozent der Bevölkerung). In Deutschland greifen etwa 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig zur Zigarette.

Jährlich sterben nach Angaben der EU-Kommission 650000 Unionsbürger an den Folgen des Nikotinkonsums. Etwa die Hälfte von ihnen ist zwischen 35 und 69 Jahre alt. EU-Gesundheitskommissar John Dalli will sich daher verstärkt für ein Leben ohne Tabak einsetzen. In der zweiten Jahreshälfte 2011 will er einen Vorschlag für eine überarbeitete Richtlinie vorlegen, um den Tabakkonsum weiter einzuschränken. Dies betrifft vor allem den Arbeitsplatz und öffentliche Räume.

Die grenzüberschreitende Tabakwerbung, zum Beispiel während internationaler Sportereignisse, ist bereits seit 2003 verboten. Zu den aktuellen Initiativen zählt eine Empfehlung der EU-Kommission an die Mitgliedstaaten, Nichtraucher an frei zugänglichen Plätzen vor Tabakqualm zu schützen. © ps/aerzteblatt.de

3989
Europa / Griechenland
« am: September 03, 2010, 19:54:17 Nachmittag »
Donnerstag, 2. September 2010
Ausland Griechenland geht härter gegen Raucher vor

Athen – Griechenland geht härter gegen Raucher vor. Nachdem ein bereits 2009 erlassenes Rauchverbot für öffentliche Plätze weitgehend folgenlos geblieben war, trat gestern ein neues Gesetz in Kraft.

Damit werde das Land „nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im Alltag lebenswerter“, sagte Ministerpräsident Giorgos Papandreou, seines Zeichens Nichtraucher. Die Griechen sind europaweite Spitzenreiter beim Tabakkonsum, fast 40 Prozent der Griechen rauchen. 

Ziel des dritten Anti-Tabak-Gesetzes seit 2002 ist die Durchsetzung eines im Juli vergangenen Jahres verabschiedeten öffentlichen Rauchverbots, das aufgrund fehlender Kontrollen und Sanktionen nicht wirkte.

Künftig soll Tabakkonsum in öffentlichen Räumen sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit mit http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42577/Griechenland_geht_haerter_gegen_Raucher_vor.htm

3990
Geld / Was kosten uns die Raucher?
« am: September 02, 2010, 14:16:49 Nachmittag »
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Was kosten "uns" eigentlich die Raucher?

Nochmals sind hier die Beträge ............, grob:
1,6 Mrd. kosten die RaucherInnen
1,1 Mrd. bezahlen sie durch Tabaksteuer und früheres Ableben selbst
500 Mill. müssen zusätzlich durch Steuern von ÖsterreicherInnen zugeschossen werden!



http://diepresse.com/home/panorama/rauchen/534475/index.do?from=gl.home_panorama

Die Presse, Der Standard, der Kurier fast alle wichtigen Zeitungen haben Anfang 2010 über die diesbezüglichen Mitteilungen vom Institut für Höhere Studien (IHS) berichtet!


Die teuren Raucher


21.01.2010 | 18:16 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

511,4 Millionen Euro pro Jahr beträgt der volkswirtschaftliche Verlust, der durch Raucher verursacht wird.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die staatliche Einnahmen mit den Ausgaben verglichen hat.

Für die militanten Nichtraucheraktivisten ist es ein weiteres, starkes Argument gegen ihr Feindbild, die Raucher: Diese kommen den Staat ziemlich teuer. Konkret verursachen Österreichs Raucher jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Verlust von 511,4 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts für Höhere Studien und der Medizinischen Universität Wien.

Dabei haben die Studienautoren die Kosten, die dem Staat durch den rauchenden Teil der Bevölkerung entstehen, dem volkswirtschaftlichen „Nutzen“ des Rauchens gegenübergestellt. Das Ergebnis: Zwar nimmt Österreich durch die Tabaksteuer jährlich eine Milliardensumme (2008: 1,4 Mrd. Euro) ein. Pensionsversicherungen sparen sich durch die geringere Lebenserwartung von Rauchern – diese sterben zwischen 4,5 und 6,1 Jahren früher als Nichtraucher – Pensionsauszahlungen.

„Aber“, so Ko-Autor und Mediziner Manfred Neuberger (Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Uni Wien), „die Kosten, die dem Staat durch Raucher entstehen, überwiegen deutlich“. Dazu zählen die Behandlung von Folgeschäden (Asthma, Herzinfarkt, Lungenkrebs etc.) sowie die laut Studie „signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für Pflegebedürftigkeit unter Aktiv- und Exrauchern“. Miteinberechnet wurden auch Krankenstände und Invalidität von Rauchern. Der errechnete Verlust von 511,4 Mio. Euro sei aber „eine sehr konservative Rechnung“, sagt Neuberger. Denn andere Aspekte, etwa die geringere Produktivität von Rauchern (durch Rauchpausen während der Arbeitszeit), wurden gar nicht mitgerechnet.

Die teuren Raucher also. Ein Argument, mit dem Neuberger, der auch Vizepräsident der Initiative „Ärzte gegen Raucherschäden“ ist, seine Forderung nach einem strikten Rauchverbot in der Gastronomie unterstreicht. „Das wäre die billigste Lösung für alle Beteiligten.“ Die außerdem dazu führen würde, dass die Herzinfarktrate in der Bevölkerung um zehn bis 20 Prozent sinkt. In Schottland ist die Zahl der Herzinfarkte einer Studie zufolge ein Jahr nach Einführung des Rauchverbots in Lokalen um 17Prozent zurückgegangen. Untersuchungen aus anderen Ländern kämen zu ähnlichen Ergebnissen. „Mit keiner anderen Maßnahme“ als komplett rauchfreien Lokalen, sagt Neuberger, könnte man einen derartigen Rückgang an Herzinfarkten erreichen.

 
Feinstaubbelastung in Lokalen

Rauchfrei – davon ist man in Österreich trotz des (theoretischen) Rauchverbots in der Gastronomie seit Anfang 2009 weit entfernt. Wegen vieler Ausnahmen und mangels Überprüfung – eine behördliche Kontrolle gibt es nicht, Gäste müssen Verstöße beim Magistrat melden – wird vielerorts weitergeraucht. Mindestens 60 Prozent der Wirte würden sich nicht an das Gesetz halten, sagte Robert Rockenbauer von der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit der Ärzteinitiative. Im ländlichen Bereich sei der Anteil sogar noch höher, da hier die Hemmschwelle vieler Gäste, den Wirt, den sie persönlich kennen, anzuzeigen, höher sei als in Städten. Rockenbauer fordert „endlich Kontrollen nach Schweizer Vorbild“: Im Kanton Zürich wird die Polizei ab Mai 2010 bei Verstößen direkt Geldstrafen einheben. In Österreich sind Kontrollen durch die Polizei im Tabakgesetz allerdings explizit nicht vorgesehen.Doch selbst in Lokalen, die getrennte Raucher- und Nichtraucherräume geschaffen haben, ist der Schutz vor Nikotin nicht garantiert. Wie eine Schweizer Studie zeigt, ist die Belastung durch den Feinstaub (PM 2,5 oder kleiner), der durch Nikotin entsteht, auch in Nichtraucherbereichen beträchtlich. So ist die Belastung in Nichtraucherbereichen (110,4 ?/m) gleich hoch wie in reinen Raucherlokalen (110,3 ?). Und selbst, wenn der Nichtraucherbereich durch eine Tür abgetrennt ist, liegt die Feinstaubbelastung mit 43,9 ?/m immer noch deutlich über dem „akzeptablen“ Wert von 35 ?. „Diese Werte sind so hoch, dass sie für Asthmapatienten oder Herzkranke eine akute Gefahr darstellen.“ Messungen der Ärzteinitiative in Wiener Lokalen seien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.

AUF EINEN BLICK

■511,4 Millionen Euro pro Jahr beträgt der volkswirtschaftliche Verlust, der durch Raucher verursacht wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Höhere Studien und der Med-Uni Wien, die die staatliche Einnahmen (Tabaksteuer) mit den Ausgaben (medizinische Kosten etc.) verglichen hat.

www.aerzteinitiative.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2010)


Aus dem Archiv:

    * Das bringt 2010: Aufstand gegen Raucherlokale (29.12.2009)
    * Weniger Raucher - weniger Krebstote in Europa (30.11.2009) - http://diepresse.com/home/panorama/rauchen/525104/Weniger-Raucher-weniger-Krebstote-in-Europa


ACHTUNG, NEU, Juli 2011:
http://rauchersheriff.at/rauchfrei/index.php?topic=471.msg3087#msg3087