Beiträge anzeigen

Diese Sektion erlaubt es ihnen alle Beiträge dieses Mitglieds zu sehen. Beachten sie, dass sie nur solche Beiträge sehen können, zu denen sie auch Zugriffsrechte haben.


Nachrichten - admin

2161


http://www.kommunalkredit.at/DE/Kundenportal/Soziale%20Infrastruktur/F%C3%BCr%20Sie%20gelesen/F%C3%BCr+Sie+gelesen.aspx?details=http://select.cms.apa.at/cms/kommunalkredit/einzel?channel=CH0355&doc=CMS1326444950047


Mehrheit will generelles Rauchverbot

Der Wunsch der Bevölkerung, auch in

der Gastronomie ein generelles Rauchverbot zu erlassen, ist unverkennbar",
bestätigte Franz Pietsch im KURIER-Gespräch. Der Jurist im Gesundheitsministerium gilt als Architekt des seit drei Jahren gültigen, aber umstrittenen Tabakgesetzes.

Nachsatz: "Im Parlament wird es dafür jedoch keine notwendige Mehrheit geben." In diese Richtung argumentiert auch Gesundheitsminister Alois Stöger.

15.000 Anzeigen

Donnerstag zogen die aktivsten Raucher-Sheriffs des Landes, Robert Rockenbauer und Dietmar Erlacher Bilanz über drei Jahre Nichtraucherschutz. Seit März 2009 zeigten die beiden Tiroler bundesweit 15.000 Verstöße gegen das Tabakgesetz in der Gastronomie an. Und heute, Freitag, werden die Betreiber der neuen Westbahn (Westbahn Management GmbH) beim Wiener Bezirksgericht Rudolfsheim-Fünfhaus anzeigt. Denn in den Zügen darf geraucht werden. Und ein Zug, so die Erklärung, gilt als öffentlicher Raum.

Kritik an der Justiz

Heftige Kritik übten die Raucher-Sheriffs an der heimischen Justiz. Denn 95 Prozent der angezeigten Wirte gingen in Berufung. Die Fälle landen somit vor den Unabhängigen Verwaltungssenaten (UVS) der Bundesländer. Rockenbauer: "Dort herrscht Personalnot. Es dauert bis zu 15 Monate, bis es zu einem Urteil kommt. Und viele Verfahren werden einfach eingestellt."

Zumindest auf dieser Ebene reagierte das Gesundheitsressort. Minister Stöger erteilte die Weisung, jedes eingestellte Verfahren in Bezug auf das Tabakgesetz an das Ministerium zu melden. Aktuelles Beispiel: In einem öffentlichen Hallenbad - der Ort darf nicht genannt werden, da das Wiederaufnahmeverfahren noch anhängig ist - rauchte der Bademeister in seinem Kammerl. Er wurde angezeigt, das Verfahren eingestellt. Der Raum gilt als Privatzone, so die Begründung. Auf Weisung von Minister Stöger wurde das Verfahren wieder aufgenommen.

Kaum Kontrollen

Sein Bundesdrogenkoordinator und oberster "Nichtraucher-Schützer" Pietsch kritisierte zusätzlich die für Kontrollen zuständigen Bezirksbehörden: "Ich stelle nicht in Abrede, dass Kontrollen durch Bezirkshauptmannschaften und Magistrate zu selten angeordnet werden."

Genau daran stößt sich die Österreichische Schutzgemeinschaft der Nichtraucher. Sprecher Rockenbauer: "Die Polizei soll endlich das Gesetz kontrollieren und sofort Strafen verhängen. Ähnlich wie beim Falschparken." Gesundheitspolitische Gründe für rigorose Kontrollen gibt es genug. Manfred Neuberger, Präventivmediziner an der Uni Wien: "Pro Jahr sterben 14.000 Menschen an Folgen des Tabakkonsums. Krankenstände, Be-handlungskosten oder Invaliditätspensionen summieren sich auf jährlich vier Milliarden Euro."

Dass die Bevölkerung verstärkt zu einem generellen Rauchverbot tendiert, zeigte auch eine Umfrage in Graz.

77 Prozent der Lokalgäste waren mit dem Tabakgesetz unzufrieden, 62 Prozent forderten ein generelles Rauchverbot. Und in der EU greifen nur in Griechenland mehr Jugendliche bis 16 Jahren zur Zigarette als in Österreich.

Quelle: KURIER

2162

An die Bezirkshauptmannschaft Salzburg-Umgebung, Karl-Wurmb-Straße 17, 5020 Salzburg, 

bitte eigenhändig dem BH persönlich vorzulegen, dem sehr geehrten

Herrn Dr. Reinhold  MAYER.       

STRAF - ANZEIGE  gem. § 14  TABAK-GESETZ, 
zugleich gem. § 84 StGB Körperverletzung und gem. § 177 StGB  Gemeingefährdung.   


Gegen den hauptverantwortlichen Geschäftsführer der  CAFE  PLAINER  GmbH in A-5204  STRASSWALCHEN,  Salzburger Str.    

Das ca. Jahresmitte 2008 völlig neu eröffnete Cafe Plainer wird seit dem 1. Betriebstag bis heute, 13.1.2012,  somit seit weit über 1.000 vollen Betriebstagen, in schwerster Verletzung der Nichtraucherschutz-Bestimmungen nach dem TabakG betrieben :Es handelt sich vorrangig um ein Verkaufslokal des Einzelhandels für Bäckerei- Konditorei- Waren mit den üblichen Öffnungszeiten ab 6 Uhr früh und abends bis 21 Uhr. Ohne wirksame räumliche Abtrennung wird eine geräumige Gastronomie-Zone betrieben mit ca 30 Sitzplätzen - als NR-Zone bezeichnet. Zusätzlich gibt es auf einem erhöhten Sockel einen Glas-Verbau, der als Raucher-Raum betrieben wird. Die manuell zu bedienende Verbindungstür Richtung Süden ist während der gesamten Betriebszeit immer in geöffnetem Zustand fix arretiert und permanent strömt hochgradig giftiger, cancerogener Tabak-Rauch in den NR-Bereich, insbesondere auch direkt auf die Schank mit Kassa. Auf der West-Seite (Richtung B1) gibt es 2 faustdicke Klüfte in der Glaswand, die sich von ganz unten bis ganz oben durchziehen. Auch hier strömt permanent dieser teratogene Rauch  in den NR-Bereich in erheblichem Ausmaß.

Diese Situation ergibt insgesamt nach gesetzes-konformer Interpretation nur einen einzigen "Raum öffentlichen Ortes" nach § 13 Abs.1 TabakG und somit sind keineswegs anwendbar die Bestimmungen des §13a über vollkommen separat betriebene Räume der Gastronomie. Diesbezüglich gibt es nicht nur umfangreiche Darlegungen in den "Rechtspositionen" der zuständigen Oberbehörde  www.bmg.gv.at, sondern mittlerweile auch Dutzende einschlägige Entscheidungen aller 9 UVS in den Ländern, des VwGH, des OGH und auch des VfGH. 
Dies interessiert den Herrn Plainer jedoch überhaupt nicht, obwohl er mir gegenüber schon in mehreren umfangreichen Gesprächen im Spätherbst 2008 zugegeben hat:  "mit dieser Raucher-Oase habe ich eine grobe  Fehl-Investition getätigt, die einer behördlichen Überprüfung nicht standhalten wird - aber ich muß nun um jeden Preis diese Fehl-Investition von den Sucht-Rauchern einkassieren "   

Gestern, Donnerstag, 12.1.2012 um 20 Uhr 30 wurde es sogar an der Straßen-Front absolut unerträglich, weil im Raucher-Bereich eine Gruppe Jugendlicher wie irre heizte und qualmte, sodaß auch die Bedienerin seufzte und klagte: "das ist der totale Wahnsinn !" 

Mir wurde dann derart spei-übel, daß ich nach Bezahlung (Rechnung liegt bei) fluchtartig das Lokal verließ mit dem Ausruf:  "JETZT REICHT ES ABER  -  ANZEIGE WIRD ERSTATTET WIE SEIT 3 JAHREN ANGEKÜNDIGT !"

2163

Gesamte Studie als Emailanlage auf Anfrage: krebspatienten@gmail.com

Fortsetzung ....

3 Nichtraucherschutz in der Praxis

3.1 Überprüfung der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen

Die Einhaltung der vorgestellten Bestimmungen des TabakG in der Praxis wur-de anhand einer Beobachtung stichprobenartig ausgewählter Gastronomiebetrie-be überprüft. Zu diesem Zweck wurde ein Beobachtungsbogen entwickelt, dessen zentraler Inhalt in Tabelle 1 dargestellt ist.
Im ersten Themenkomplex werden mehrere Merkmale der beobachteten Lokale erhoben. So werden die Anzahl der Räume sowie – im Falle von Einraumlokalen – die Größe des Gästebereiches ermittelt9, um festzustellen, welche Bestimmungen des TabakG überhaupt relevant sind. Dabei wird hinsichtlich der Anzahl der Räu-me lediglich zwischen Einraum- und Mehrraumlokalen und hinsichtlich der Größe von Einraumlokalen lediglich zwischen Lokalen mit einem Gästebereich von weni-ger als 50 m² (kleine Einraumlokale), mindestens 50 m² (große Einraumlokale) und unklarer Größe unterschieden. Die Ermittlung der Anzahl der Besucher10 dient der Überprüfung der oftmals von Gastwirten aufgestellten Behauptung, dass sich – bei vergleichbarer Größe – in Raucherlokalen durchschnittlich mehr Gäste
9 Die „Ermittlung“ der Größe (Fläche) des Gästebereiches erfolgte in Form einer Schät-zung. Sollte eine Schätzung nicht möglich sein, konnte als Option „unklare Größe“ ange-geben werden.
10 Es wurde dabei lediglich ermittelt, ob sich im Lokal weniger als 10 oder zumindest 10 Gäste befanden.
7
Reichmann/Sommersguter-Reichmann
aufhalten als in Nichtraucherlokalen. Hinsichtlich der Art des Lokals wird entspre-chend der gesetzlich vorgegebenen Ausgestaltungsmöglichkeiten zwischen Rau-cherlokalen, Nichtraucherlokalen mit (räumlich abgetrennten) Raucherbereichen und reinen Nichtraucherlokalen differenziert.
ThemenkomplexBeobachtetes MerkmalMessniveauLokal-MerkmaleAnzahl der Räume (Größe des Lokals)nominalAnzahl der BesucherordinalArt des LokalsnominalVerstößeArt des LokalsnominalUmfang der NichtraucherzonenominalKennzeichnung-außennominalKennzeichnung-NichtraucherzonenominalWarnhinweise-RaucherzonenominalSonstigenominal
Tabelle 1: Inhalt des Beobachtungsbogens
Kern der Beobachtung ist der zweite Themenkomplex, welcher der Erhebung möglicher Verstöße gegen die Bestimmungen des TabakG sowie der Nichtrau-cherschutz-Kennzeichnungsverordnung dient.
Gemäß TabakG können, wie bereits erwähnt, kleine Einraumlokale als Rau-cher- oder Nichtraucherlokale geführt werden, große Einraumlokale hingegen ausschließlich als reine Nichtraucherlokale. Durch die bereits erörterte Übergangs-regelung war es allerdings möglich, die Wirksamkeit der Schutzbestimmungen für große Einraumlokale bis zum 1. Juli 2010 hinauszuschieben, wodurch bis zu die-sem Datum große Einraumlokale in jeglicher Art geführt werden konnten. Für Ein-raumlokale, deren Größe aufgrund der Beobachtung nicht seriös geschätzt wer-den konnte, ließ sich auch die erforderliche Art des Lokals nicht bestimmen. Mehr-raumlokale können als reine Nichtraucherlokale oder als Nichtraucherlokale mit einem räumlich abgetrennten Raucherbereich geführt werden.
Ein Verstoß gegen die Art des Lokals liegt vor, wenn ein Lokal nicht auf eine der eben vorgestellten Arten geführt wird. Ein Verstoß gegen die Einhaltung des Umfangs des Nichtraucherbereichs ist nur bei Mehrraumlokalen, die als Nichtrau-cherlokale mit Raucherbereich geführt werden, möglich. Ein solcher Verstoß liegt vor, sofern nicht mindestens 50% der Plätze im Nichtraucherbereich liegen.
8
Nichtraucherschutz in der Gastronomie
Gegen die „Kennzeichnung-außen“ wird verstoßen, wenn in den Eingangsbe-reichen nicht klar deklariert wird, um welche Art des Lokals es sich handelt. Ein derartiger Verstoß kann bei allen Arten von Lokalen vorkommen. Einen Verstoß gegen die Kennzeichnung von Nichtraucherzonen („Kennzeichnung-Nichtraucherzone“) kann es dagegen nur in Lokalen mit Nichtraucherbereichen geben. Einen Verstoß gegen die erforderlichen Warnhinweise in den Raucherbe-reichen („Warnhinweise-Raucherzone“) kann es nur in Nichtraucherlokalen mit Raucherbereich sowie in Raucherlokalen geben. Sonstige Verstöße gegen das TabakG („Sonstige“) können wiederum immer vorliegen. Unter diese Sammelka-tegorie fallen etwa Verstöße von Gästen gegen vorhandene Rauchverbote.
Im Rahmen der Datenerhebung sollte eine repräsentative Anzahl von Lokalen beobachtet werden. Infolge begrenzter Ressourcen wurde die Beobachtung auf Graz beschränkt. Aus einem Branchenverzeichnis, das sämtliche Gastronomiebe-triebe in Graz umfasst, wurden 150 Lokale nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, die Gegenstand der Beobachtung sein sollten.
Die Erhebungsphase erstreckte sich von Mitte Mai bis Mitte Juni 2009. Die Be-obachtungen wurden von Studierenden, die an Projektlehrveranstaltungen des Instituts für Informationswissenschaft und Wirtschaftsinformatik teilnahmen, vor-genommen.11 Jedes der 150 ausgewählten Lokale wurde aufgesucht und außen sowie vor allem innen ca. 10 bis 15 Minuten lang verdeckt beobachtet. Aufgrund mangelnder Öffnung12 sowie explizit ausgesprochener Beobachtungsverbote la-gen am Ende der Erhebungsphase 136 vollständig ausgefüllte Beobachtungsbö-gen vor.
Die Zusammensetzung der Stichprobe ist Tabelle 2 zu entnehmen. Demnach wurden 30 kleine Einraumlokale, 35 große Einraumlokale, 9 Einraumlokale von unklarer Größe sowie 62 Mehrraumlokale beobachtet. In den meisten Lokalen be-fanden sich zum Zeitpunkt der Beobachtung weniger als 10 Besucher; Zusam-menhänge zwischen Besucherzahl und Art des Lokals konnten nicht festgestellt werden. Was die Art des Lokals betrifft, so erscheint bedenklich, dass lediglich
11 Am Projekt „Der Nichtraucherschutz in Räumen der Gastronomie in der Praxis“ waren sechs Studierende beteiligt (vgl. FN 1).
12 Z.B. aufgrund von urlaubs- oder renovierungsbedingten Sperren.
9
Reichmann/Sommersguter-Reichmann
10% der beobachteten Lokale als reine Nichtraucherlokale geführt wurden, zumal die Führung als Nichtraucherlokal jedem Lokal – unabhängig von der Anzahl der Räume und der Größe (Größenkategorie) – offensteht.
MerkmalAnzahl der Räume (Größe des Lokals)1 (bis 50 m²)1 (ab 50 m²)1 (unklar)> 122% (30)26% (35)7% (9)45% (62)Anzahl der Besucher< 10≥ 1066% (90)34% (46)Art des LokalsRaucher-lokalRaucher-bereichNichtraucher-lokal37% (51)53% (72)10% (13)Ausprägung
Tabelle 2: Zusammensetzung der Stichprobe
VerstoßGesamt1 (bis 50 m²)1 (ab 50 m²)1 (unklar)> 1Art des Lokals34%/(89%)/21%Umfang der Nichtraucherzone33%///33%Kennzeichnung-außen32%37%(34%)33%27%Kennzeichnung-Nichtraucherzone31%/(30%)/32%Warnhinweise-Raucherzone86%83%(97%)57%86%Sonstige2%7%(0%)0%0%Verteilung nach Größenkategorien
Tabelle 3: Relative Häufigkeit von Verstößen gegen den Nichtraucherschutz13
Wie aus Tabelle 3 hervorgeht, wurde am häufigsten – und zwar in beinahe allen Fällen – gegen die Verpflichtung zur Anbringung von Warnhinweisen in Raucher-bereichen verstoßen. Am anderen Ende der Häufigkeitsskala lagen sonstige Ver-stöße, die nur in zwei Lokalen zu beobachten waren. Hier wurde jeweils in ausge-wiesenen Nichtraucherbereichen geraucht. Dieses Ergebnis ist äußerst erfreulich, zeigt es doch, dass sich die Gäste fast immer an verordnete Rauchverbote in Gastronomiebetrieben halten. Die übrigen Verstöße traten alle bei ungefähr einem Drittel der geprüften Fälle auf. Bei Betrachtung der Verteilung auf die vier mögli-chen Größenkategorien fällt auf, dass bei knapp 90% der großen Einraumlokale
13 Ein Schrägstrich (/) zeigt an, dass der jeweilige Verstoß in der entsprechenden Grö-ßenkategorie nicht vorkommen kann bzw. nicht erhoben wurde. Beispielsweise kann bei kleinen Einraumlokalen nicht gegen die Art des Lokals verstoßen werden, da es diesbe-züglich keinerlei gesetzliche Vorgaben gibt.
10
Nichtraucherschutz in der Gastronomie
auf den ersten Blick gegen die vorgeschriebene Art des Lokals verstoßen wurde. Dieser Wert ist jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig und daher auch in Klam-mer gesetzt, da nicht bekannt war, für wie viele dieser Lokale die einschlägigen Bestimmungen zum Zeitpunkt der Überprüfung aufgrund der Übergangsrege-lung14 noch gar nicht gültig waren, da sie bereits Umbaumaßnahmen im Sinne von Raumteilungen in die Wege geleitet hatten. Im Fall der Inanspruchnahme der Übergangsregelung wären auch die ü.........

Gesamte Studie als Emailanlage auf Anfrage: krebspatienten@gmail.com

2164

Fortsetzung nächster Beitrag!
Gesamte Studie auf Anfrage per Emailanlage an krebspatienten@gmail.com



Der Nichtraucherschutz im Bereich der Gastronomie in Theorie und Praxis

Gerhard Reichmann/Margit Sommersguter-Reichmann1
Die Autoren:
DDr. Gerhard Reichmann ist als ao. Univ.-Prof. am Institut für Informationswissen-schaft und Wirtschaftsinformatik der Universität Graz tätig (Email: ger-hard.reichmann@uni-graz.at).
Dr. Margit Sommersguter-Reichmann ist als ao. Univ.-Prof. am Institut für Finanz-wirtschaft der Universität Graz tätig (Email: margit.sommersguter@uni-graz.at).
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag hat die im Tabakgesetz normierten Bestimmungen zum Nichtraucherschutz in Räumen der Gastronomie zum Gegenstand. Zunächst wer-den diese Bestimmungen im Detail erläutert, anschließend wird deren Einhaltung in der Praxis anhand einer Beobachtung von 136 stichprobenartig ausgewählten Gastronomiebetrieben untersucht. Dabei zeigt sich, dass es in mehr als 80% der Betriebe zu Verstößen gegen das Tabakgesetz kommt. Besonders häufig wird gegen die verschiedenen Kennzeichnungspflichten verstoßen. Ergänzend werden die Ergebnisse von Befragungen von Betroffenen, also einerseits der Gäste und andererseits der Gastwirte, bezüglich dieser Schutzbestimmungen präsentiert. Diese legen offen, dass beide Seiten mit der geltenden Regelung eher unzufrie-den sind. Zahlreiche Argumente würden für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie sprechen.
Stichwörter
Gastronomie, Nichtraucherschutz, Praxis, Tabakgesetz
1 An dieser Studie haben folgende Studierende der Karl-Franzens-Universität Graz mit-gewirkt, denen an dieser Stelle recht herzlich gedankt sei: Frau Marina Ebner, Herr Mi-chael Harnisch, Frau Christina Roth, Frau Sandra Stieber, Frau Deniz Uranüs sowie Herr Fritz Wolfbauer.
Reichmann/Sommersguter-Reichmann
1 Einleitung
Die Gefährlichkeit des Rauchens steht außer Frage, und zwar nicht nur jene des Aktiv-, sondern auch die des Passivrauchens. Schätzungsweise gibt es in Ös-terreich jährlich mehr als 1.000 Todesfälle als Folge des Passivrauchens (vgl. et-wa Kürsten 2006). Obwohl von mancher Seite argumentiert wird, gesetzliche Rauchverbote seien ein massiver Eingriff in die individuelle Entscheidungsfreiheit (vgl. Lambert 2006), hat die Erfahrung gezeigt, dass eine Selbstregulierung nicht funktioniert (vgl. z.B. Schofield et al. 1993). Nichtraucher müssen demnach durch Gesetze geschützt werden. So wurden mittlerweile auch in Österreich unter-schiedliche Normen zum Schutz von Nichtrauchern erlassen. Diese Schutzbe-stimmungen finden sich vor allem im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, das einen Schutz von Nichtrauchern vor Tabakrauch am Arbeitsplatz vorschreibt2, und im Tabakgesetz (TabakG), das einen Nichtraucherschutz in Räumen für Unterrichts- und Fortbildungszwecke, in öffentlichen Gebäuden und in Räumen der Gastrono-mie vorsieht.3 Dieser im TabakG festgelegte Nichtraucherschutz in Räumen der Gastronomie inklusive der damit verbundenen Kennzeichnungspflichten ist Ge-genstand der nachfolgenden Ausführungen.
Zunächst werden die einschlägigen Bestimmungen des TabakG vorgestellt. In diesem Zusammenhang wird auch kurz auf die möglichen wirtschaftlichen Folgen der Vorschriften eingegangen. Schenkt man den Ausführungen zahlreicher Gast-ronomen in den Medien Glauben, so könnte man meinen, dass Rauchverbote notwendigerweise zu dramatischen Umsatzverlusten führen (vgl. beispielsweise Hyland/Cummings 1999).
2 Vgl. § 30 AschG (Bundesgesetz über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit – ArbeitnehmerInnenschutzgesetz, BGBl. Nr. 450/1994, zuletzt geändert durch BGBl. II Nr. 221/2010): Diese Bestimmung ist insoweit unbefriedigend, als der normierte Schutz von Nichtrauchern nur besteht, „[…] soweit dies nach der Art des Betriebes möglich ist.“ Das hat zur Folge, dass Servicemitarbeiter, die Nichtraucher sind, im Bereich der Gastronomie durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz de facto nicht geschützt sind.
3 Vgl. §§ 12ff. TabakG (Bundesgesetz über das Herstellen und das Inverkehrbringen von Tabakerzeugnissen sowie die Werbung für Tabakerzeugnisse und den Nichtraucher-schutz, BGBl. Nr. 431/1995, zuletzt geändert durch BGBl. I Nr. 120/2008).
2
Nichtraucherschutz in der Gastronomie
Den Schwerpunkt des Beitrages bilden die Ausführungen zur Umsetzung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie. Anhand von Beobachtungen in Gastro-nomiebetrieben wird überprüft, inwieweit die einzelnen Bestimmungen zum Nicht-raucherschutz überhaupt eingehalten werden. Dabei wird zwischen Verstößen gegen den Nichtraucherschutz im engeren Sinn, d.h. nicht gesetzeskonforme Ausgestaltung des Lokals als Raucher-, Nichtraucherlokal mit Raucherbereichen oder reines Nichtraucherlokal, und im weiteren Sinn, d.h. Verletzung sämtlicher Kennzeichnungspflichten, unterschieden. Da Untersuchungen gezeigt haben, dass es Nichtraucherschutzbestimmungen noch immer an Akzeptanz fehlt4 (vgl. dazu etwa Tarnoki et al. 2010), werden ergänzend Befragungsergebnisse von Gästen und Gastwirten zur Zufriedenheit mit den gesetzlichen Vorschriften und deren Einhaltung präsentiert. Den Abschluss des Beitrages bildet ein Resümee, in dem auf Basis der Resultate der vorgestellten Untersuchungen für ein generelles Rauchverbot im Bereich der Gastronomie plädiert wird.
2 Nichtraucherschutz gemäß Tabakgesetz
Mit 1. Jänner 2009 sind jene Bestimmungen des TabakG in Kraft getreten, die den Nichtraucherschutz in Räumen der Gastronomie regeln. Bis dahin stand es Gastwirten frei, ihre Lokale als Raucherlokale, Nichtraucherlokale mit Raucher-plätzen bzw. –bereichen oder reine Nichtraucherlokale zu führen. Es gab lediglich den Versuch, einen gewissen Nichtraucherschutz durch freiwillige Maßnahmen zu erreichen. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2004 zwischen dem Gesundheitsmi-nisterium und dem Fachverband Gastronomie eine Vereinbarung abgeschlossen, nach der das Ministerium auf eine gesetzliche Regelung des Nichtraucherschut-zes im Gastgewerbe verzichtet, sofern auf freiwilliger Basis „Speisebetriebe“ ab einer Fläche5 von 75 m² einen Nichtraucherbereich einrichten, der mindestens
4 Mangelnde Akzeptanz muss sich nicht unmittelbar in Verstößen widerspiegeln. Bei ent-sprechender Strafdrohung werden auch wenig akzeptierte Vorschriften weitgehend ein-gehalten.
5 Bezogen auf die Fläche des Gästebereiches.
3
Reichmann/Sommersguter-Reichmann
40% der Sitzplätze umfasst. Der geringe Erfolg dieses Versuches6 unterstrich die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung.
Gemäß § 13a (1) TabakG gilt in allen Räumen der Gastronomie, in denen Spei-sen und Getränke verabreicht werden, ein Rauchverbot. Somit sind Gastronomie-betriebe prinzipiell als Nichtraucherlokale zu führen. Allerdings gibt es drei Aus-nahmen zu diesem Verbot, von denen zwei von großer praktischer Bedeutung sind, sodass der Nichtraucherschutz in vielen Fällen nicht oder nur zum Teil greift: Gemäß § 13a (2) TabakG dürfen Gastronomiebetriebe, die über mehr als einen Gastraum verfügen, Räume kennzeichnen, in denen das Rauchen gestattet ist. Es muss dabei sichergestellt sein, dass kein Tabakrauch in den (die) Nichtraucher-raum(-räume) dringt. Zudem ist festgelegt, dass jedenfalls der „Hauptraum“ des Lokals ein Nichtraucherraum sein muss und zumindest die Hälfte der Plätze, an denen Speisen und Getränke konsumiert werden, im Nichtraucherbereich liegen muss. Unglücklich erscheint das Unterbleiben einer näheren Definition des Begrif-fes „Hauptraum“. Theoretisch könnte man darunter sowohl den größten als auch den zentralen (Schank) oder den „schönsten“ (modernsten bzw. komfortabelsten) Raum eines Lokals verstehen. Unbefriedigend erscheint als Definition für den Um-fang des Nichtraucherbereiches die Anzahl der (Sitz)plätze. Theoretisch könnte man den Nichtraucherbereich auf einen flächenmäßig sehr kleinen Anteil des ge-samten Gästebereiches beschränken, sofern man dort genügend, also mindes-tens 50% der Plätze „einrichtet“.
Die beiden anderen Ausnahmen vom generellen Rauchverbot sind in § 13a (3) TabakG geregelt. Demnach gilt für Lokale, die nur über einen Gastraum verfügen, überhaupt kein Rauchverbot, sofern dieser Gastraum weniger als 50 m² umfasst. Somit können die Betreiber dieser Lokale frei entscheiden, in welcher Form sie ihr Lokal im Hinblick auf das Rauchen führen wollen. Für Einraumlokale mit einer Flä-che zwischen 50 und 80 m² besteht ebenso kein Rauchverbot, sofern eine Teilung des Raumes aufgrund bau-, feuer- oder denkmalschutzrechtlicher Vorschriften
6 Der freiwillige Nichtraucherschutz war nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutsch-land ein Misserfolg, wie der einschlägigen Berichterstattung in den Medien zu entnehmen war. Bayern hat mit Wirksamkeit vom 1. August 2010 als Reaktion ein generelles Rauch-verbot in Gastronomieräumen eingeführt.
4
Nichtraucherschutz in der Gastronomie
unzulässig ist. Wie Gespräche mit Betroffenen gezeigt haben, ist diese Ausnah-mebestimmung von eher geringer praktischer Bedeutung. Einraumlokale ab 50 m² sind also – sofern nicht die letztgenannte Ausnahme zutrifft – grundsätzlich als Nichtraucherlokale zu führen. Für diese Lokale galten gemäß der „Übergangsbe-stimmung“ des § 18 (6 und 7) TabakG die einschlägigen Bestimmungen des Ta-bakG allerdings erst ab 1. Juli 2010, sofern die Betreiber ihre Lokale zu Nichtrau-cherlokalen mit (räumlich getrennten) Raucherbereichen umbauen wollten und die Umbauten bereits „in die Wege geleitet“ worden waren.7
Neben den bisher vorgestellten Bestimmungen zum Nichtraucherschutz im en-geren Sinn schreibt das TabakG im § 13b (4) Kennzeichnungspflichten betreffend den Nichtraucherschutz in Räumen der Gastronomie vor. Ergänzend dazu trat mit 1. Jänner 2009 die Nichtraucherschutz-Kennzeichnungsverordnung8 in Kraft, wel-che die Kennzeichnung von Lokalen und Gasträumen näher regelt. Insgesamt ergeben sich für Gastwirte folgende Kennzeichnungspflichten: Eine Kennzeich-nung unmittelbar an jedem Eingang des Lokals, aus der hervorgeht, ob es sich um ein Raucherlokal (Kennzeichnung: rauchende Zigarette auf grünem Hintergrund), ein Nichtraucherlokal mit Raucherbereich (Kennzeichnung: durchgestrichene rau-chende Zigarette auf rotem Hintergrund und rauchende Zigarette auf grünem Hin-tergrund sowie schriftlicher Hinweis „Abgetrennter Raucherraum im Lokal“) oder ein reines Nichtraucherlokal (Kennzeichnung: durchgestrichene rauchende Ziga-rette auf rotem Hintergrund) handelt. Nicht optimal erscheint die vorgeschriebene „doppelte“ Kennzeichnung durch Symbole (nicht durchgestrichene bzw. durchge-strichene rauchende Zigarette) und Farben (grün bzw. rot), da diese im Extremfall sogar zu Fehlinterpretationen führen kann: Während eine durchgestrichene (rau-chende) Zigarette (auf „neutralem“ Hintergrund) eindeutig als Kennzeichnung für ein Rauchverbot erkannt werden dürfte, könnte ein damit verbundener roter Hin-tergrund im Sinne einer doppelten Verneinung als Kennzeichnung für einen Rau-
7 Die Übergangsbestimmung ist für die vorliegende Untersuchung insofern relevant, als die Erhebungen vor dem 1. Juli 2010 stattgefunden haben.
8 Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit, Familie und Jugend über die Kenn-zeichnungspflicht betreffend den Nichtraucherschutz in der Gastronomie, BGBL. II Nr. 424/2008.
5
Reichmann/Sommersguter-Reichmann
cherbereich verstanden werden. Weiters sind in allen Gasträumen, in denen ge-raucht werden darf, Warnhinweise (schriftliche Hinweise mit dem Text: „Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit und die Gesundheit Ihrer Mitmenschen“) in ausreichen-der Zahl und Größe so anzubringen, dass sie überall im Raum gut wahrgenom-men werden können. Am Eingang jedes Gastraumes sowie in jedem Gastraum muss darüber hinaus durch geeignete Symbole (vgl. oben) eindeutig erkennbar sein, ob in diesem Raum geraucht werden darf oder nicht.
Laut § 13c TabakG haben die Gastwirte für die Einhaltung der Nichtraucher-schutzbestimmungen sowie der Kennzeichnungspflichten Sorge zu tragen, insbe-sondere auch dafür, dass in Nichtraucherbereichen nicht geraucht wird. Gastwirte, die gegen diese Obliegenheiten verstoßen, können laut § 14 (4) TabakG mit Geld-strafen bis zu 2.000,- Euro bestraft werden. Im Wiederholungsfall liegt die Straf-obergrenze bereits bei 10.000,- Euro. Die in § 14 (5) TabakG festgelegte Strafdro-hung für Gäste, die Rauchverbote ignorieren, ist mit maximal 100,- bzw. 1.000,- Euro im Wiederholungsfall wesentlich geringer. Dies verdeutlicht, dass Gastwirte als Schlüsselpersonen für die Umsetzung bzw. Einhaltung des Nichtraucherschut-zes im Bereich der Gastronomie anzusehen sind.
Von erheblicher Bedeutung für die Gastwirte können die wirtschaftlichen Folgen sein, die sich aus der Umsetzung der Nichtraucherschutzbestimmungen ergeben. Diese sind zwar nicht Gegenstand des vorliegenden Beitrages, sollen hier aber dennoch kurz angesprochen werden, da sie einen großen Einfluss auf die Zufrie-denheit der Gastwirte mit den gesetzlichen Bestimmungen zum Nichtraucher-schutz im Bereich der Gastronomie haben könnten. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Gastwirte von den vorgestellten Schutzbestimmungen für Nichtraucher in zwei-facher Hinsicht betroffen. Zum einen haben sie entsprechende Maßnahmen zu setzen, um ihre Lokale den gesetzlichen Vorgaben anzupassen. Diese reichen von in der Regel relativ kostengünstigen Kennzeichnungsmaßnahmen bis zu oft-mals extrem teuren Umbaumaßnahmen, die jedenfalls dann notwendig sind, wenn Einraumlokale ab 50 m² nicht generell als Nichtraucherlokale deklariert werden sollen. Zum anderen besteht – zumindest aus Sicht vieler Gastwirte – die Gefahr massiver Umsatzrückgänge. Zahlreiche Studien belegen zwar, dass Rauchverbo-te praktisch keinen Einfluss auf den Umsatz von Lokalen haben, allerdings bezie-
6
Nichtraucherschutz in der Gastronomie
hen sich diese Untersuchungen alle auf generelle Rauchverbote (vgl. z.B. Lal/Siahpush 2009, Alamar/Glantz 2007 oder Bartosch/Pope 2002). Rauchverbote in der Gastronomie können aber durchaus auch ökonomische Vorteile für Gastwir-te haben, wie etwa verkürzte Krankenstände von Angestellten, vermehrter Absatz von Speisen, reduzierte Reinigungskosten durch geringere Verschmutzung oder höherer Wert des Lokals infolge geringerer Abnutzung (vgl. Alamar/Glantz 2004). Unumstritten positive Effekte von Nichtraucherschutzbestimmungen sind aber je-denfalls jene gesundheitlicher Natur. Diese Verbote schützen die Gesundheit von Nichtrauchern und bewegen Untersuchungen zufolge Raucher verstärkt dazu, mit dem Rauchen aufzuhören (vgl. Hackshaw et al. 2010 und Schaap 2008).

Fortsetzung nächster Beitrag!
Gesamte Studie auf Anfrage per Emailanlage an krebspatienten@gmail.com


2165

Pressekonferenz 12. Jänner 2012

o.Univ.-Prof.em. Dr. Manfred Neuberger, Facharzt Hygiene & Präventivmedizin, Innere Medizin, Arbeitsmedizin.
Tel. 01-9147561 (0676-52 67101, 01-4016034920). E-Mail: manfred.neuberger@meduniwien.ac.at

Dr. Außerwinkler hatte 1992 das damals modernste Tabakgesetz Europas entworfen. Zum Dank
wurde er entlassen und der damalige Wirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler strich alle
Sanktionen aus dem Gesetz. Spätere Gesundheitsminister waren feig und scheinheilig. Der Gipfel an
brutalem Lobbyismus wurde unter Kdolsky erreicht. Sie novellierte zwar das Tabakgesetz, erfüllte
aber alle Wünsche der Wirtschaftskammer, einem Sprachrohr der Tabakindustrie.
Arbeitsmediziner, Pädiater, Pneumologen, Kardiologen, Hygieniker, Toxikologen und andere
Fachgesellschaften protestierten gegen diese bis heute gültige Tabakgesetznovelle. Denn sie
erkannten schon vor 4 Jahren die perfide Absicht, ein Gesetz zu schaffen, das zum Scheitern
programmiert war, damit man weitermachen konnte wie bisher. Heute fragen sich Ärzte, ob Stöger
hofft, die WHO und die EU mit Alibiaktionen, Pseudoevaluierungen, manipulierten Statistiken und
den lediglich angedrohten Sanktionen befriedigen zu können.
Die Aufrechterhaltung der Schmutzkonkurrenz kleiner Raucherlokale hatte Kdolsky auf Rat von
Waneck (FPÖ) von Spanien abgeschrieben, wo das partielle Rauchverbot gleichfalls versagte. Spanien
hat jedoch aus seinem Fehler gelernt und 2010 das Rauchen in allen Lokalen verboten. Heuer trat ein
ähnliches Gesetz in Ungarn in Kraft, das damit dem Beispiel von Nord- und Westeuropa folgte. Schon
seit 2004 haben Irland und Norwegen positive Erfahrungen mit dem ausnahmslosen Rauchverbot in
der Gastronomie gemacht, seit 2005 erlaubt Italien nur mehr Raucherräume, die wirklich
lüftungstechnisch abgetrennt sind und Schweden verbietet dort das Servieren zum Schutz des
Personals. Ähnliche Gesetze folgten in Großbritannien, Frankreich und bei unseren Nachbarn
Slowenien, Bayern und den meisten Kantonen der Schweiz.
Nach Einführung dieser Rauchverbote wurden folgende Beobachtungen gemacht: Die Herzinfarkte in
der Bevölkerung nahmen ab, besonders bei Passivrauchern. Der Gesundheitszustand des
Gaststättenpersonals verbesserte sich, Husten, Auswurf und Atembeschwerden nahmen ab. Die
Zufriedenheit mit dem Tabakgesetz nahm bei Nichtrauchern und Rauchern zu, die Befürwortung
stieg in manchen Ländern auf 90% und heute ist der Grad der Zufriedenheit dort am höchsten, wo
keine Ausnahmen zugelassen und das Gesetz konsequent umgesetzt wurde. Die Einführung
genereller Rauchverbote erwies sich als die einfachste und kostengünstigste Lösung: Nur im ersten
Jahr erhöhte sich der Personaleinsatz (Polizei) wie bei Einführung der Gurtenpflicht im Auto
Laut Eurobarometer ist die Raucherquote im EU-Schnitt auf 29% gefallen und in Österreich auf 34%
gestiegen. Raucher in Europa konsumierten im Schnitt 14, 4 und in Österreich 17,7 Zigaretten pro
Tag. In Europa vertrauten nur mehr 25% in Leichtzigaretten, in Österreich noch 39%. Innerhalb eines
Jahres machten 28% der Raucher in Europa, aber nur 21% der Raucher in Österreich einen
Aufhörversuch (mit Hilfe 67% in Europa und 31% in Österreich). Ein rauchfreies Heim haben 30% der
Raucher in Europa und erst 18% in Österreich. 55% der Bars und 70% der Esslokale in Europa wurden
rauchfrei, aber bisher nur und 14% der Bars und 30% der Esslokale in Österreich. Während sich im
EU-Schnitt die Mehrheit für ein Tabakwerbeverbot in Trafiken (63%) und ein Tabakverkaufsverbot im
Internet (60%) und über Automaten (52%) aussprach, fand sich dafür in Österreich noch keine
Mehrheit. Dafür ist hierzulande die Kampagne der Tabakindustrie „Höflichkeit und Toleranz“ voll
angekommen. Nichtraucher sind in Österreich besonders bemüht, ihr Verständnis für Raucher zum
Ausdruck zu bringen und begleiten Raucher meist auch bedenkenlos in Raucherlokale und
Raucherzimmer, weil Passivrauchen hierzulande noch immer als Belästigung und nicht als
Gesundheitsgefährdung angesehen wird.
2
Pressekonferenz 12. Jänner 2012
manfred.neuberger@meduniwien.ac.at www.aerzteinitiative.at
Die beiden österreichweiten Eurobarometer-Umfragen1 stimmen mit Umfragen in Graz und Wien
überein und haben die Umfrageergebnisse von IFES (Auftrag von Minister Stöger) und von MARKET
(Auftrag der Wirtschaftskammer) falsifiziert. Die folgende Tabelle zeigt Ergebnisse von drei Studien,
die unabhängig voneinander an drei Universitäten durchgeführt wurden (nur der Wissenschaftsethik
verpflichtet):
Gäste % Belästigung gesundheitl. mit Gesetz für Rauch-
(%R) Geruch Essen Probleme unzufrieden verbot
2Gasser, Schwarz, Wien 1590 (38) 82 76 21 58 51
3Koch, Hutgrabner, Stmk. 518 (36) 86 85 29 77 62
4Reichmann, Graz 342 (45) 50
Diese drei Studien haben Gäste mit einem höheren Raucheranteil als in der Allgemeinbevölkerung
befragt. Trotzdem wurde in der Steiermark und in Wien ein hoher Belästigungsgrad durch
Tabakrauch (Geruch in Haaren und Kleidern, Störung beim Essen) und eine mehrheitliche
Befürwortung eines generellen Rauchverbotes in der Gastronomie festgestellt. Die höhere
Zustimmungsrate in der Steiermark hängt mit der (im Vergleich zu Wien) geringeren Raucherquote
und dem höheren Prozentsatz von Personen zusammen, denen bewusst ist, dass ihnen Tabakrauch
gesundheitliche Probleme macht.
In der Studie von Reichmann äußerten nur 50% Unzufriedenheit mit dem Tabakgesetz, was mit dem
höheren Raucheranteil (45%) dieser 342 Grazer Gäste zusammenhängt. Die gleichfalls befragten 29
Wirte waren mit dem Tabakgesetz mehrheitlich unzufrieden, allerdings verweigerten 21 Wirte eine
Antwort. In 87% der 136 Grazer Lokale fand Reichmann Verletzungen des Tabakgesetzes (meist
fehlende oder falsche Kennzeichnung) und in 57% Verstöße gegen zwei oder mehr Bestimmungen.
13 von 62 Mehrraumlokalen waren noch als reine Raucherlokale geführt. Reichmann fand keinen
signifikanten Zusammenhang zwischen der Gästezahl pro Lokal während seines Besuches und dem
Raucherstatus der Gäste, woraus er schließt, dass Nichtraucher ebenso häufig Lokale frequentieren
wie Raucher. Das Tabakgesetz führte zu Wettbewerbsverzerrungen, vor allem zum Nachteil großer
Einraumlokale. 4
Die größte unabhängige Befragung von Gaststättenpersonal in Österreich wurde von Kirnbauer und
Wagner in Wien an 201 Personen (56% Raucher) durchgeführt. Dabei sprachen sich 41% (46% der
Angestellten und 32% der Inhaber) für ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie aus, was nach
dem Lobbying der Standesvertretung (für Interessen der Tabakindustrie) bemerkenswert hoch ist.
Den Gastronomen scheint also die Ungerechtigkeit und Insuffizienz des dzt. Nichtraucherschutzes
1 Special Eurobarometer 332, Welle 72.3, Europäische Kommission, Mai 2010; Survey on Tobacco, Flash
Eurobarometer 253, Gallup / Europäische Kommission, März 2009.
2 Schwarz Karoline 2011, Gasser Maria-Anna 2012: Diplomarbeiten der Med. Univ. Wien
3 Koch Peter2009, Hutgrabner Christoph-Silvester 2010: Diplomarbeiten der Med. Univ. Graz
4 Reichmann Gerhard & Margit: Soziale Sicherheit 2011; 3:140. Arbeits-u.Sozialrechtskartei 2012 (im Druck)
3
Pressekonferenz 12. Jänner 2012
manfred.neuberger@meduniwien.ac.at www.aerzteinitiative.at
eher bewusst zu sein, als ihrer Standesvertretung, von der sie mit Horrormeldungen über angebliche
Geschäftsverluste durch Rauchverbote überschwemmt werden. Schon die IARC5 hat nachgewiesen,
dass keine Geschäftseinbußen infolge von Rauchverboten auftreten und seither alle Studien, die
nicht von der Tabakindustrie finanziert wurden. Die Wirtschaftsprofessoren Gerhard und Margit
Reichmann kommen zu dem Schluss, dass nur partielle Rauchverbote zu wirtschaftlichen Nachteilen
für einen Teil der Lokale führen, die durch ein generelles Rauchverbot vermieden werden können.
Pletz & Neuberger6 fanden in 112 gut besuchten Lokalen der Wiener Bezirke 1-9 zwischen Februar
und Oktober 2010, dass 62% zumindest gegen eine Bestimmung des Tabakgesetzes verstießen.
Schietz & Slavik fanden in denselben Bezirken zwischen November 2010 (4 Monate nach Ende der
Übergangsbestimmungen des Tabakgesetzes) und Mai 2011, dass 61% von 88 Lokalen gegen das
Tabakgesetz verstießen (in 27% wurde die Verbindungstür zum Raucherraum offen gehalten, 16%
fehlte eine Trennung vom Nichtraucherraum, in 15% wurde im Nichtraucherraum geraucht, 14%
hatten keine gesetzeskonforme Kennzeichnung und in 7% diente der Hauptraum als Raucherraum).
Eine geringfügige Verbesserung war bei der PM2.5-Belastung der Raumluft feststellbar: Pletz &
Neuberger hatten Mediane von 282 μg/m³ in Raucherlokalen, 241 μg/m³ in Raucherzimmern, 68
μg/m³ in Nichtraucherzimmern gemischter Lokale und 7 μg/m³ in Nichtraucherlokalen gefunden.
Schietz & Slavik fanden 172 μg/m³ in Raucherlokalen und Raucherzimmern, 34 μg/m³ in
Nichtraucherzimmern gemischter Lokale und 7 μg/m³ in Nichtraucherlokalen (bei einer medianen
Außenkonzentration von 15 μg/m³ durch den KFZ-Verkehr). Aber auch die jüngste Studie stellte fest,
dass der WHO-Grenzwert von 25 μg/m³ (für das Tagesmittel der Außenkonzentration), bei ihren
zufälligen Stichproben in Nichtraucherzimmern in 64% der gemischten Lokale überschritten wurde.
Dazu kam eine beträchtliche Belastung mit unsichtbaren Ultrafeinstäuben, die auch bei
vorschriftsmäßiger Tür vom Raucherraum in den Nichtraucherraum gelangen und ein
Gesundheitsrisiko darstellen.
Das Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist an einer verkehrsreichen Straße wie dem
Währinger Gürtel in Wien um ca. 7% höher als in sauberer Luft. Verbringt dieser Anrainer täglich eine
Stunde in einem durchschnittlich verrauchten Wiener Lokal, verdoppelt sich sein Sterberisiko auf ca.
14%. Ist er aber in diesem Lokal 8 Stunden pro Tag beschäftigt, muss er insgesamt mit 26%
Risikoerhöhung rechnen, vorzeitig an einer Herzkreislauferkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall) zu
sterben.7 Dazu kommen ein Lungenkrebsrisiko, das sich nach 8-jähriger Beschäftigung in einem
Raucherlokal verdoppelt und ein Risiko für eine COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) mit
entsprechend langem Leiden. Schon bei Kindern errechnen sich untragbar hohe Risken für
Atemwegserkrankungen durch unfreiwilliges Mitrauchen. Dabei geht die Sorglosigkeit der
Erwachsenen in Lokalen und zu Hause parallel. Nur die Tabakindustrie profitiert davon, dass schon
Kinder in Lokalen Anschauungsunterricht erhalten, Jugendliche zum Rauchen verführt werden und
dem Raucher der Ausstieg schwer gemacht wird.
5 http://www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2008/pr189.html
6 Pletz H, Neuberger M 2011. Atmosphere 2, 171-181. http://www.mdpi.com/2073-4433/2/2/171/
7 Neuberger M, Moshammer H 2012. Atemw Lungenkrht. http://www.gesundheits-blog.org/?p=236

2166

Pressekonferenz in Wien am 12.1.2012:


Tabakgesetz in großen Teilen gescheitert
Behörden mit der Kontrolle überfordert


Lassen Sie mich vorweg noch etwas sagen:
Die Einflüsse der Freunderlwirtschaft auf unsere Politiker und Entscheidungsträger ist offenkundig! Anders ist die Hilflosigkeit und Tatenlosigkeit unserer Politiker in Sachen Nichtraucherschutz und Gesundheitspolitik nicht zu erklären. Um es allen recht zu machen, macht man lieber nichts. Statt kompetent ist man lieber tolerant. Man will sich keine Feinde machen. Statt gesetzlicher Kontrollen durch die Behörden, überlässt man diese der Bevölkerung. Die ist jedoch überfordert, da die Gesetzeslage teilweise recht kompliziert ist. Das Ganze hat System: Man hat etwas getan, den guten Willen gezeigt, aber doch nichts Wesentliches verändert. Auf der Strecke bleibt eine verantwortungsvolle Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsvorsorge.


Nun zum eigentlichen Anlass:
Seit 2009 gibt es ein Tabakgesetz mit Sanktionen. Hat es den Schutz der Nichtraucher verbessert? Nicht wirklich, nur teilweise. 80 Prozent der Wirte von Mehrraumlokalen verstoßen nach wie vor gegen das Tabakgesetz, weil der Hauptraum vielfach immer noch der Raucherraum ist bzw. die Türen zum Raucherraum fast immer offenstehen. In solchen Fällen mischt sich die Luft vom Nichtraucher- und Raucherraum. Von Nichtraucherschutz kann keine Rede sein. Schuld daran hat einmal mehr der Gesetzgeber, der entgegen den Vorschlägen der Schutzgemeinschaft und anderen Experten es verabsäumt hat, den Wirten vorzuschreiben, wie ein Raucherraum ausgestattet sein muss, nämlich mit Unterdruck, automatischem Türschließer und eigenem Belüftungssystem. Ein weiteres Problem ist die Kennzeichnungsverordnung, die von vielen Wirten nicht ernst genommen wird. Auch nach drei Jahren Tabakgesetz findet man genügend Lokale, die nicht gekennzeichnet sind. Die mangelnde Kontrolle durch die Behörden bestärkt zudem die Lokalbetreiber in der Missachtung des Gesetzes. Das Tabakgesetz ist damit in großen Teilen gescheitert. Es vermag nicht den Nichtraucher ausreichend vor Passivrauch zu schützen.

Immer dann, wenn die Gesundheitsinteressen der Allgemeinheit mit den wirtschaftlichen Interessen einer Minderheit kollidieren, kommen  faule Kompromisse zustande. Das "Kdolsky-Tabakgesetz" als typisch "Österreichische Lösung" war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Statt einer gerechten Lösung, Rauchverbot für alle Lokale, haben wir jetzt ein Wirrwarr, mit dem weder Wirte, Raucher noch Nichtraucher zufrieden sein können. Der Nutzen für Mensch, Wirtschaft und Gesundheitswesen durch ein generelles Rauchverbot in geschlossenen Räumen einschließlich der Gastronomie ist riesig. Repräsentativstudien der weltweit renommierten GfK Marktforschung zeigen, dass sich die Raucherquote durch Nichtraucherschutzgesetze stark verringern lässt. So sank in Deutschland der Anteil der Raucher bei den über 15-Jährigen zwischen Jänner 2007 und Dezember 2011 von 35,1 Prozent auf nur noch 29,0 Prozent. Die Zahl der Nichtraucher stieg von 64,8 Prozent auf 71,0 Prozent. Das ist ein positiver Nebeneffekt. Ziel muss aber der Schutz der Nichtraucher sein. Österreich hat den höchsten Anteil jugendlicher Raucher aller EU-Staaten und damit einen enormen Aufholbedarf.

Auch die Behörden sind mit dem Tabakgesetz und seinen zahlreichen Ausnahmen völlig überfordert. Unterschiedliche Beurteilungen zeigen die Hilflosigkeit der Strafämter. Hunderte Berufungen liegen beim Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS) eines jeden Bundeslandes. Sowohl die Ombudsstelle für Nichtraucherschutz im Gesundheitsministerium als auch die Volksanwaltschaft kommen mit der Erledigung der Beschwerden nicht mehr nach. Wir fordern deshalb ein Tabakgesetz mit einem konsequenten und ausnahmslosen Nichtraucherschutz. Ein solches kann leicht und effizient kontrolliert werden. Dazu braucht es keine umständlichen Verwaltungsstrafverfahren durch die Behörde, sondern eine einfache Kontrolle durch die Polizei, die eine Zuwiderhandlung sofort mit einem Bußgeld (wie beim Falschparken) ahnden soll. Wirte, die verbotener Weise rauchen lassen, sollten angezeigt und mit einer empfindlichen Verwaltungsstrafe zur Einsicht gelenkt werden. Bei mehrmaliger Missachtung auch mit Entzug der Gewerbeberechtigung. Die Kontrolle muss jedenfalls zu 100 Prozent der Staat übernehmen und sie nicht wie bisher der Bevölkerung aufbürden.

Rauchen ist die am weitesten verbreitete vermeidbare Krankheits- und Todesursache. Nikotin ist, bezogen auf die Gesamtgesellschaft, die weltweit gefährlichste Droge. Da darf es keine Kompromisse und Ausnahmeregelungen geben. Eine gesunde Bevölkerung entlastet das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft enorm. Das Rauchen kostet uns in Österreich über 4 Mrd. Euro an Krankenbehandlung, Produktionsausfall und Brandschäden. 11.000 bis 14.000 Raucher sterben jährlich vorzeitig wegen des Tabakkonsums. Es ist ein Verbrechen, dass die Regierungen das seit Jahren in Kauf nehmen. Über 1000 Nichtraucher sterben an den Folgen des Passivrauchens, kommen also unschuldig zu Tode. Niemand hat das Recht, die Atemluft anderer Menschen zu vergiften. Passivrauchen ist eine Körperverletzung! Wir brauchen deshalb nicht nur ein Reinheitsgebot für Wasser und Lebensmittel, sondern auch ein Reinheitsgebot für die Luft in Innenräumen! Was mich aber völlig in Rage bringt, ist die unkonsequente Politik. Einerseits werden strengere Strafen beschlossen, wenn Kindern Gewalt angetan wird, und andererseits schaut man weg, wenn Kinder in Raucherräume mitgenommen und dem schädlichen Passivrauch ausgesetzt werden. Die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern ist zwar klar im Gesetz festgehalten, scheint aber bei Schädigung durch Tabakprodukte nicht zu gelten. Wir fordern daher ein Betretungsverbot von Raucherräumen bis zum 18. Lebensjahr, ein Verkaufsverbot von Tabakwaren unter 18 Jahren und ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder anwesend sind. Selbstverständlich hat dieser Schutz auch zu Hause zu gelten. Die Wohnung ist kein rechtsfreier Raum, weshalb man dort auch nicht seine Kinder an der Gesundheit schädigen darf. Eltern haben eine Fürsorgepflicht, aber kein Schädigungsrecht. Kinder sind die Schwächsten unserer Gesellschaft und brauchen daher den größten Schutz.

Lassen Sie mich zum Abschluss noch eines sagen:
Ein Grundproblem ist das mangelnde Verständnis für einen umfassenden Nichtraucherschutz. Die Bevölkerung ist zuwenig sensibilisiert über die Folgen des Passivrauchens. Raucher haben ein höheres Problembewusstsein als Nichtraucher. Sie wissen, dass das Rauchen absolut gesundheitsschädlich ist. Trotzdem rauchen sie gegen ihr besseres Wissen und Gewissen. Nichtraucher hingegen denken, wenn ich nicht rauche, lebe ich gesund. Sie bedenken nicht, dass Passivrauchen in gleicher Weise gesundheitsschädlich ist wie das Aktivrauchen, nur eben in abgeschwächter Form. Eine Trendwende ist nur zu erreichen, wenn das Rauchen auch gesellschaftlich geächtet wird. Man muss endlich den Mut haben zu sagen: "Rauchen ist die dümmste Sache der Welt". Die Politik ist nun gefordert, einen nachhaltigen Schutz vor dem Passivrauchen zu gewährleisten. Nichtraucherschutz und Tabakprävention gehen Hand in Hand. Wir haben schon viel zu viel Zeit verloren. Wir müssen endlich an jene Länder anschließen, die ein fortschrittlicheres Tabakgesetz haben als wir. Wir müssen uns an den Besten orientieren und nicht an den Schlechtesten. Auch im Zuge der Kosteneinsparung im Gesundheitswesen ist ein rasches handeln not-wendig. Es wendet die Not. Parteipolitische Spielchen sind angesichts der verheerenden Folgen des Aktiv- u. Passivrauchens fehl am Platz.
Es gilt zu handeln und zwar sofort!

Robert Rockenbauer
Bundesleiter der Österreichischen Schutzgemeinschaft für Nichtraucher
www.alpha2000.at/nichtraucher
nichtraucherschutz@aon.at

2167

http://regionaut.meinbezirk.at/wien-01-innere-stadt/chronik/die-wahre-feinstaub-bombe-d125850.html


Schlimmer als Schwerverkehr: Rauchbelastung in Gastro-Lokalen

Ob Dieselfahrzeuge oder Transitverkehr: Über die Ursachen der hohen Feinstaubbelastung wird derzeit heftig gestritten. Was aber jetzt eine Studie belegt: Die A23 ist eine Lungenheilanstalt im Vergleich zu Raucherlokalen.

„Die Konzentration der Feinstaub-Partikel PM2,5 erreicht im Raucherbereich einen Wert, der mehr als das Zehnfache über der Konzentration am Währinger Gürtel liegt“, so Manfred Neuberger vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität Wien, der die Ergebnisse der Studie in einem Fachjournal vorstellte.

Besonders schlimm: Auch der Nichtraucherbereich ist betroffen – bis zu vier Mal so hoch wie die Feinstaubbelastung am verkehrsreichen Gürtel. „Das sind keine Nichtraucherzonen, sondern Passivraucherzonen, in denen Risikogruppen akut und andere Personen chronisch gefährdet sind“, so der Universitätsprofessor.

„Das Personal in Raucherlokalen hat ein um 20 Prozent höheres Risiko, vorzeitig an einem Herzinfarkt zu sterben.“

2168


China - Wie die Tabakindustrie die Wissenschaft unterwandert


13.01.2012, 10:31
Von Mara Hvistendahl

In China findet ein Kampf statt, den der Westen schon hinter sich hat: Seit Jahrzehnten sucht die Tabakindustrie dort nach Wegen, um ihre Produkte weniger schädlich erscheinen zu lassen als sie tatsächlich sind.

Am 8. Dezember widerfuhr Xie Jianping eine große Ehre und eine schwere Demütigung. Zuerst wurde der Forscher in die Chinesische Akademie der Ingenieurswissenschaften gewählt, Stunden später erhob sich im Internet ein Sturm der Entrüstung.

China hat 300 Millionen Raucher. Im Jahr 2010 qualmten dort 53 Prozent der Männer im Alter von 15 bis 69 Jahren. (© REUTERS)

Anzeige

Als erster kritisierte der Blogger Liu Zhifeng die Auszeichnung eines Wissenschaftlers, dessen Forschung genutzt werde, um "Menschen effektiver umzubringen". Das Akademiemitglied Chen Junshi, ein Experte für Nahrungsmittelsicherheit, zeigte sich "beschämt" über Xies Wahl. Und Wang Ke'an, früher Präsident der Chinesischen Akademie für vorbeugende Medizin sagte, Xies Forschung "fehlt eine wissenschaftliche Basis. Sie führt die Öffentlichkeit in die Irre." Der Angegriffene selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern.

In der scharfen Kritik an Xie und seiner Ernennung entlädt sich die Verärgerung darüber, wie die chinesische Tabakindustrie mit Rückendeckung des Staates in die Forschung eingreift. Xie ist stellvertretender Direktor des Tabak-Forschungsinstituts in Zhengzhou, das dem nationalen Tabakkonzern CNTC gehört. Er arbeitet an sogenannten teerreduzierten Zigaretten und wird darum beschuldigt, Komplize eines betrügerischen Tabakmarketings zu sein. Damit hätte China einen internationalen Vertrag verletzt: Die 2005 ratifizierte Rahmenvereinbarung zur Tabakkontrolle verbietet verharmlosende Hinweise wie etwa "leicht" in Zusammenhang mit Zigaretten.

In China findet zurzeit ein Kampf statt, den der Westen schon hinter sich hat. "Seit Jahrzehnten sucht die Tabakindustrie nach Wegen, um ihre Produkte weniger schädlich erscheinen zu lassen als sie tatsächlich sind'', sagt Armando Peruga von der Weltgesundheitsorganisation. Seit den 1990er-Jahren gerieten in den USA wie in Europa Forscher und Universitäten in die Kritik, weil sie Geld von Tabakfirmen angenommen hatten.

Ein Jahrzehnt später gab es wegen Produkten mit angeblich "reduziertem Risiko" ähnliche Vorwürfe. "Genau an diesem Punkt ist China jetzt", sagt der Kardiologe Stanton Glantz von der University of California in San Francisco, der seit 1978 gegen die Tabakindustrie kämpft und 50 Millionen Seiten ihrer einst geheimen Dokumente herausgegeben hat.

China hat 300 Millionen Raucher. Im Jahr 2010 qualmten dort 53 Prozent der Männer im Alter von 15 bis 69 Jahren. Und die Regierung ist sowohl für die Kontrolle wie für den Vertrieb von Tabak verantwortlich - die CNTC wird von der Staatlichen Monopolverwaltung betrieben. Die Tabakumsätze im Jahr 2010 betrugen mehr als 50 Milliarden Euro.

Die beiden Organisationen produzieren Hunderte Zigarettenmarken von der gängigen Marke "Doppeltes Glück" bis zur exklusiven "Chunghwa". Und sie verantworten gemeinsam Investitionen der Industrie in wissenschaftliche Institute. "In anderen Ländern", sagt Wang, "stellen die Regierungen für diese Art Forschung kein Geld bereit."

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/china-wie-die-tabakindustrie-die-wissenschaft-unterwandert-1.1256776

Weiters ......

    Gesundheitsrisiko Zigarette Tabakkonzern soll Gefahr von Zusatzstoffen verharmlost haben 21.12.2011
    Nichtraucher werden Nutzlose Nikotinpflaster 10.01.2012
    Snus und die E-Zigarette Die gesunden Alternativen zur Zigarette? 29.12.2011
    Zigaretten als Umweltverschmutzung Viel Gift in der Kippe 19.04.2011
    Statistik zum Passivrauchen Tödliche Atemzüge 26.11.2010
    Politik gegen das Rauchen Wo es für Raucher eng wird 02.01.2012
    Tabakindustrie plant Preiserhöhung Zigaretten sollen teurer werden 03.12.2011



------------------------------------------------------------------------------------------

China Schulen tragen Namen von Tabakfirmen

13.01.2012, 10:31

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/china-wie-die-tabakindustrie-die-wissenschaft-unterwandert-1.1256776-2



2169

11.1.12

Rauchen: Bloßes Zusehen verführt -

http://www.wochenblatt.de/nachrichten/regen/regionales/Rauchen-Blosses-Zusehen-verfuehrt;art785,87595


Das bloße Zusehen anderer Menschen beim Rauchen lässt jugendliche Raucher schwach werden und verführt sie zur Zigarette. Es braucht dazu weder ein aktives Anbieten einer Zigarette noch den Zigarettengeruch, da sich der Effekt sogar im Videochat nachweisen lässt. Das zeigt eine aktuelle holländische Studie auf.

Die Wissenschaftler untersuchten jugendliche Gelegenheitsraucher im Alter zwischen 16 und 24 Jahren. Diese unterhielten sich - ohne Zigarette - in den Experimenten mit rauchenden Gleichaltrigen, teils direkt, teils über eine Webcam. "Jugendliche finden es sogar leichter, der Versuchung des Angebots einer Zigarette zu widerstehen, als jener, dass der andere raucht", berichtet Studienleiterin Zeena Harakeh von der Universität Utrecht. Rauchverbote auf Schulhöfen und anderen öffentlichen Orten, an denen Jugendliche häufig anzutreffen sind, seien deshalb ratsam.

Zwei Mechanismen bestimmen diese Wirkung, erklärt Rainer Hanewinkel, Leiter des Kieler Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung. "Einerseits ist die Imitation im Spiel, andererseits bei Rauchern auch Konditionierung. Sehen Raucher eine Zigarette, verändern sich Hautleitfähigkeit und Herzrate und sie streben dem Stoff entgegen. Ist nun eine Zigarette in Reichweite und Rauchen möglich, gibt man dem Verlangen häufig nach." Gleiches gilt für alle stofflichen Süchte, so der Psychologe gegenüber pressetext.

Besser ausgedrückt als angezündet

Studienleiterin Harakeh kritisiert, dass die Darstellung von Zigaretten und Rauchern in Anti-Rauch-Kampagnen bisher kaum darauf Rücksicht nimmt. Denn bereits das Bild eines Jugendlichen mit Zigarette sei kontraproduktiv und fordere nur zur Nachahmung auf.

Hanewinkel verweist auf Würzburger Studien, die die Darstellung der Zigarette alleine untersucht haben. "Neue oder erst gerade angezündete Zigaretten haben hohen Aufforderungscharakter, ausgerauchte Stängel oder Asche hingegen nicht. Rauchverbots-Symbole sollten deshalb nicht wie bisher eine volle Zigarette zeigen, sondern besser eine ausgedrückte." (Quelle: pressetext.de)



2170


Ob ich rauche oder nicht ist meine eigene freie Entscheidung


11. Jänner 2012 12:00

Im Check

Die 10 hartnäckigsten Zigaretten-Mythen

Über den ungesunden blauen Dunst gibt es immer noch viele Irrtümer.



http://madonna.oe24.at/gesund/Rauchen-aufhoeren-Mythen-ueber-Rauchen/52412541


2171




Birger Nicolai| 12.01.2012

Aufhören, aber Dalli!

Wenn es nach EU-Kommissar John Dalli geht, werden Zigaretten künftig unterm Ladentresen verkauft und Automaten abgeschafft

Dieses Jahr kommt es zum Showdown zwischen Tabakindustrie und EU. Spätestens 2013 sollen die neuen Regeln stehen

Die neueste Idee zum Thema "Rauchverbot" kommt aus Schweden. Dort führen immer mehr Betriebe die "rökfri arbetstid" ein, die rauchfreie Arbeitszeit. Das bedeutet, dass während der Arbeitszeit keine Zigarettenpausen mehr erlaubt sind. Was den Rauchern bleibt, ist die Mittagspause oder der Feierabend. Aber das klingt noch vergleichsweise harmlos, wenn der Blick auf die Pläne von EU-Gesundheitskommissar John Dalli fällt: Der Mann aus Malta möchte europaweit am liebsten alle Zigarettenautomaten abschaffen, den Zigarettenherstellern eine Einheitspackung ohne Markenlogo vorschreiben und dann noch die Zigarettenschachteln im Verkaufsladen unter den Tresen verbannen.
Auch weit vor der Abstimmung darüber in den Gremien ist klar: Die neue Tabakrichtlinie der EU wird zu den größten Veränderungen im Zigarettenhandel seit Jahrzehnten führen. Die Zigarettenhersteller drohen schon vorab mit Klagen bis zu den höchsten Gerichten.

Was in Europa passieren kann, lässt sich im fernen Australien schon mal beobachten. Dort will die Regierung ab Dezember 2012 die heutigen Zigarettenpackungen verbieten und durch eine einheitlich olivgrüne Pappschachtel ersetzen lassen. Der Produktname steht dann nur noch klein am Rand, stattdessen zieren Warnbilder die Seiten. "Wir klagen in Australien gegen die Einheitspackung, das Ergebnis bleibt abzuwarten", sagte Ad Schenk, Deutschlandchef von British American Tobacco (BAT). BAT mit Marken wie Lucky Strike oder Pall Mall ist unter den Zigarettenherstellern der Konzern, der weltweit am besten vernetzt ist - mit Marktanteilen in fast allen Kontinenten. "Was ich von der EU höre, stimmt mich auch nicht froh. Aber wir werden unser Eigentum, unsere Marken, nicht einfach so hergeben", so Schenk weiter. Tabak brauche vernünftige Regulierung, vor allem im Jugendschutz, aber "keinen ideologischen Irrsinn".

BAT-Chef Schenk bekommt Schützenhilfe von seinem Konkurrenten Reemtsma - was auf den ersten Blick nicht überrascht. Reemtsma mit Marken wie West, JPS oder Gauloises Blondes gehört zum weltweit viertgrößten Zigarettenkonzern Imperial Tobacco aus England. Deutschlandchef Marcus Schmidt entdeckt in der Tabakbranche gar ein neues Selbstbewusstsein. "Ein so einheitliches Stimmungsbild gab es noch nie. Die Unternehmen sind nicht mehr dazu bereit, schlechte Kompromisse auszuhandeln", sagte Schmidt.
Brüssel wage den "Frontalangriff" gegen die Zigarettenhersteller. In Deutschland sitzen diesmal auch die Ölkonzerne mit im Boot: Der Mineralölwirtschaftsverband in Berlin will verhindern, dass Zigaretten nicht mehr im Laden gezeigt werden dürfen. Der Grund: Tankstellen leben von ihren Shops, hier fällt der größte Gewinn an. Und in den Tankstellenläden sind Zigarettenpackungen mit einem Umsatzanteil von rund 50 Prozent der mit Abstand wichtigste Verkaufsartikel.

Die EU-Pläne dürften die Zigarettenhersteller jedoch in ganz unterschiedlichem Ausmaß treffen. Denn die Abhängigkeit vom europäischen Markt ist bei ihnen verschieden stark ausgeprägt: So macht beispielsweise BAT deutlich mehr Geschäft in Übersee als in Europa, aus Asien und Lateinamerika kommen wesentlich höhere Wachstumszahlen als aus westlichen Ländern.

Dabei haben die Zigarettenhersteller zuletzt völlig überraschend einen Punktsieg errungen: Ein Gericht in Washington entschied, dass die Konzerne nun doch keine Schockbilder von Lungenkrebs, fauligen Zähnen oder Leichen auf beiden Seiten ihrer Zigarettenschachteln zeigen müssen. Richter Richard Leon berief sich in seinem Urteil auf das Recht auf freie Meinungsäußerung. Vereinfacht gesagt, darf danach niemand gezwungen werden, etwas zu sagen, was er nicht sagen will.

"Das Urteil spielt zwar weit weg von Brüssel, wo wir unseren Kampf zu fechten haben. Aber es wird unsere Chancen in Europa ganz sicher nicht verschlechtern", sagte Reemtsma-Deutschlandchef Schmidt. Warnbilder auf Zigarettenpackungen sind auch in der geplanten EU-Tabakrichtlinie ein wichtiger Punkt.

Die EU-Gesundheitskommission will mit ihrer Tabakrichtlinie bewirken, dass das Rauchen weiter eingeschränkt wird und Gesundheitsschäden verringert werden. Beide Seiten, die Zigarettenhersteller und die Gesundheitspolitik, beurteilen den Erfolg solcher Gesetze unterschiedlich. Der Anteil der Raucher in der Bevölkerung westlicher Länder liege seit Jahren konstant bei etwa einem Drittel, behauptet die Industrie. Neue Vorschriften hätten daran nichts verändert. Nach Jahren des Rückgangs ist der Zigarettenabsatz in Deutschland im Jahr 2011 sogar wieder leicht gestiegen.

In Schweden jedoch haben die strikten Raucher-Gesetze etwas bewirkt: Hier rauchen nur noch rund 14 Prozent der erwachsenen Einwohner.
Aber auch das ist - wie so oft - nicht die ganze Geschichte. In Schweden ist das sogenannte Snus, eine Art Kautabak, sehr beliebt. Zählt man das nikotinhaltige Produkt zum Verbrauch hinzu, greifen 26 Prozent der Schweden zu Tabakwaren. Und zum Genuss dieser kleinen, braunen Masse müssen sie nicht einmal das Büro verlassen. Die Arbeitszeit bleibt mit ihr rauchfrei.

2172
A N Z E I G E N Österreich bis Ende 2012 / 18-Presse - Westbahn wird angezeigt
« am: Januar 13, 2012, 22:15:29 Nachmittag »

Nichtraucher zeigen die Westbahn an

12.01.2012 | 18:19 |   (Die Presse)

„Rauchersheriffs“ wollen ein Rauchverbot in den Zügen. Die Westbahn gibt sich kämpferisch. Raucherabteile verstoßen aus Sicht des selbst ernannte Rauchersheriffs, Erlachers gegen das Tabakgesetz.


Aus dem Archiv:
http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/723437/Nichtraucher-zeigen-die-Westbahn-an?from=gl.home_panorama
    Tabakgesetz: "Von Nichtraucherschutz keine Rede" (12.01.2012)
    Ein zeitloser Zug fährt ein (03.12.2011)
    Preisschlacht auf Westbahnstrecke: Tickets um 7,5 Euro (24.11.2011)
    Westbahn: Streit um Rauchverbot im Zug (16.11.2011)

Wien/Mpm. Für Raucher sind sie ein Pluspunkt, Nichtraucheraktivisten sind sie ein Dorn im Auge: die Raucherabteile in den Westbahn-Zügen. Der selbst ernannte Rauchersheriff Dietmar Erlacher, der fast 15.000 Lokale wegen Verstößen gegen das Tabakgesetz angezeigt hat, sowie Robert Rockenbauer, Chef der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher, wollen nun ein Rauchverbot in den Westbahn-Zügen erreichen: Man sammle derzeit Anzeigen, so Erlacher, die man in einigen Wochen beim magistratischen Bezirksamt einreichen werde.

Raucherabteile verstoßen aus Sicht Erlachers gegen das Tabakgesetz, weil das Rauchen an öffentlichen Orten generell verboten ist. Weiters sei der Nichtraucherschutz nicht gegeben, da auch nicht rauchende Passagiere durch die Raucherabteile gehen müssen. Zudem habe er sogar ein 13-jähriges Mädchen, das per Gesetz gar nicht rauchen dürfte, im Abteil mit einer Zigarette gesehen.

Westbahn will Frage ausfechten

Bei der Westbahn ist man auf Klagen vorbereitet. „Wir sind davon überzeugt, dass wir alle Vorschriften gemäß dem Tabakgesetz erfüllen“, sagt Sprecher Manfred Mader. Wie in Lokalen habe man getrennte Raucherbereiche mit der vorgeschriebenen Belüftung. Man sei bereit, diese Frage vor Gericht „auszufechten“ – und das auch über mehrere Instanzen. Das könnte natürlich Jahre dauern. Das Rauchen wird bis dahin – anders als bei der Konkurrenz ÖBB, deren Züge seit 2007 rauchfrei sind – jedenfalls erlaubt bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/723437/Nichtraucher-zeigen-die-Westbahn-an?from=gl.home_panorama

2173



Es stinkt, es ist schädlich, es macht süchtig - gemeint ist das Rauchen. Darüber sind sich die meisten Schüler der Hünfelder Wigbertschule einig. Deutlich machten sie das am Donnerstag im Film- und Funkraum der Schule bei der diesjährigen Eröffnung der hessenweiten Aktion "rauchfreie Klasse". Die Schule nimmt bereits seit zehn Jahren sehr erfolgreich am Nichtraucher-Klassenwettbewerb teil und war hessenweit immer an der Spitzenposition.

http://www.osthessen-news.de/beitrag_J.php?id=1208408

2174


Europaweiter Nichtraucher-Wettbewerb für Schüler


Krankenkasse startet erneut Aktion / Möglichst früh mit Prävention beginnen / Bis 27. April ohne Glimmstengel

Minden (mt/um). "Rauchen kann tödlich sein." "Rauchen fügt ihnen und den Menschen in ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu." Die Konfrontation mit diesen Sprüchen ist unvermeidbar. Dennoch schrecken sie Teenager nicht davon ab, zur Zigarette zu greifen.

Deshalb ist es notwendig, schon früh mit der Prävention zu beginnen. Hier setzt "Be Smart - Dont Start" ein. Dieser internationale Wettbewerb möchte den Schülern klarmachen, dass Nichtrauchen viel cooler und vor allem gesünder ist. "Damit wollen wir erreichen, dass Jugendliche gar nicht erst mit dem Rauchen anfangen", sagt Jörg Lewe, Projektleiter der Allgemeinen Ortskrankenkasse (AOK).

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Vorbeugungsaktion "Be Smart - Dont Start" den Einstieg ins Rauchen wirksam verhindern oder zumindest verzögern kann.

Die AOK Nordwest und das Schulamt des Kreises Minden-Lübbecke unterstützen deshalb den europaweiten Nichtraucher-Wettbewerb auch im Schuljahr 2011/2012. Im Kreis Minden-Lübbecke beteiligen sich 50 Schulkassen an der Aktion. "Die Schulklassen im Kreis Minden-Lübbecke belegen im Landesvergleich, was die Anzahl der Teilnahmen, aber auch die Qualität der Projektarbeiten angeht, regelmäßig Spitzenplätze", erklärt Schulrätin Karin Tscherniak.

"Das Prinzip ist einfach. Die Schülerinnen und Schüler verpflichten sich, im Zeitraum vom 14. November 2011 bis zum 27. April 2012 nicht zu rauchen. 90 Prozent der Schüler pro Klasse müssen die Verpflichtung einhalten", erklärt Jörg Lewe. Auf erfolgreiche Klassen warten attraktive Preise wie zum Beispiel Kinogutscheine oder Freikarten fürs Schwimmbad.

Darüber hinaus gibt es am Ende eine "Be Smart"-Abschlussfeier, zu der alle erfolgreichen smarten Schulklassen eingeladen werden. Neben der AOK und dem Schulamt wird der Wettbewerb von der Deutschen Krebshilfe, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Lungenstiftung gefördert.

Anmeldungen können über die Homepage von Be Smart getätigt werden: www.besmart.info. Weitere Fragen werden unter Telefon (05221) 594206 beantwortet.


http://www.mt-online.de/lokales/minden/5799441_Europaweiter_Nichtraucher-Wettbewerb_fuer_Schueler.html




2175
Deutschland / Deutschland: Darf der Arbeitgeber das Rauchen komplett verbieten?
« am: Januar 13, 2012, 21:56:14 Nachmittag »


Darf der Arbeitgeber das Rauchen komplett verbieten? -


http://www.bild.de/ratgeber/recht/rauchen/ihre-rechte-am-arbeitsplatz-22043726.bild.html -